Runt
Der Runt ist eine der größten Taubenrassen, ein uralter mediterraner Riese, geschätzt für seine gewaltige Größe und sein ruhiges, gelassenes Wesen.
- Size
- Riesig
- Lifespan
- 8–12 years
- Origin
- Spanien
- Temperament
- Ruhig
- Standard colors
- Schwarz, Weiß und Blau and 7 more
Characteristics
Runt colors and patterns
What each club's breed standard says about every Runt color and pattern. Point at a ruling to see the club's own wording.
Breed standards describe the Runt in Schwarz, Weiß, Blau, Silber, Braun, Braunfalbe, Rot, Rotfahl, Gelb und Creme. Standard patterns: Einfarbig, Grizzle, Gehämmert, Mit Binden, Ausbreitungsfaktor und Schecke.
| Color or pattern | NPA | BDRG |
|---|---|---|
| Schwarz | Standardgemäß (“BLACK; BLUE BAR; BLUE GRIZZLE; CHECK”) | Standardgemäß (“Schwarz; Schwarz-gescheckt; Blau mit Binden; Blau-gehämmert; Blau-gescheckt mit Binden”) |
| Weiß | Standardgemäß (“WHITE; BLUE GRIZZLE; SILVER GRIZZLE”) | Standardgemäß (“Weiß; Braunfahl-schimmel mit Binden; Schwarz-gescheckt; Blau-gescheckt mit Binden; Rot-gescheckt; Gelb-gescheckt”) |
| Blau | Standardgemäß (“BLUE BAR; BLUE GRIZZLE; CHECK”) | Standardgemäß (“Blau mit Binden; Blau-gehämmert; Blau-gescheckt mit Binden”) |
| Silber | Standardgemäß (“SILVER; SILVER GRIZZLE”) | No ruling |
| Braun | Standardgemäß (“CHECK”) | Standardgemäß (“Braunfahl mit Binden; Braunfahl-gehämmert; Braunfahl-schimmel mit Binden”) |
| Braunfalbe | Standardgemäß (“DUN; SILVER; SILVER GRIZZLE”) | No ruling |
| Rot | Standardgemäß (“RED”) | Standardgemäß (“Rot; Rot-gescheckt”) |
| Rotfahl | Standardgemäß (“ASH RED: (Ash Red Pigment-Intense-Bar Pattern); ASH RED: (Ash Red Pigment-Intense-Spread Pattern)”) | No ruling |
| Gelb | Standardgemäß (“YELLOW”) | Standardgemäß (“Gelb; Gelb-gescheckt”) |
| Creme | Standardgemäß (“ASH RED: (Ash Red Pigment-Intense or Dilute-Spread Pattern)”) | No ruling |
| Lavendel | Alternativ (“RARE”) | No ruling |
| Khakifarben | Alternativ (“RARE”) | No ruling |
| Indigo | Alternativ (“RARE”) | No ruling |
| Patterns | ||
| Einfarbig | Standardgemäß (“WHITE; RED; YELLOW; DUN; BLACK”) | Standardgemäß (“Schwarz; Weiß; Rot; Gelb”) |
| Grizzle | Standardgemäß (“BLUE GRIZZLE; SILVER GRIZZLE”) | Standardgemäß (“Braunfahl-schimmel mit Binden”) |
| Gehämmert | Standardgemäß (“CHECK”) | Standardgemäß (“Blau-gehämmert; Braunfahl-gehämmert”) |
| Mit Binden | Standardgemäß (“BLUE BAR; SILVER; ASH RED: (Ash Red Pigment-Intense-Bar Pattern)”) | Standardgemäß (“Blau mit Binden; Braunfahl mit Binden; Braunfahl-schimmel mit Binden; Blau-gescheckt mit Binden”) |
| Ausbreitungsfaktor | Standardgemäß (“ASH RED: (Ash Red Pigment-Intense-Spread Pattern); ASH RED: (Ash Red Pigment-Intense or Dilute-Spread Pattern)”) | No ruling |
| Schecke | Alternativ (“MISMARK”) | Standardgemäß (“Schwarz-gescheckt; Blau-gescheckt mit Binden; Rot-gescheckt; Gelb-gescheckt”) |
| Mandelfarbig | Alternativ (“RARE”) | No ruling |
| Color or pattern | NPA |
|---|---|
| Perlweiß | Standardgemäß (“Pearl or orange eyes.; (Bull in Whites, Pearl in all other colors.); Golden-red or pearl iris.”) |
| Dunkelbraun | Standardgemäß (“(Bull in Whites, Pearl in all other colors.)”) |
| Rot | Standardgemäß (“Golden-red or pearl iris.; Golden-red iris.”) |
| Orange | Standardgemäß (“Orange iris.; Pearl or orange eyes.”) |
| Color or pattern | NPA |
|---|---|
| Schwarz | Standardgemäß (“(Black in Blue and Black, flesh in all others.); Dark or black beak”) |
| Hornfarben | Standardgemäß (“Light horn colored beak; Horn colored beak”) |
| Rosa | Standardgemäß (“Pinkish white beak; (Black in Blue and Black, flesh in all others.)”) |
| Color or pattern |
|---|
| Rot |
What the rulings mean
- Standardgemäß
- Described by the club's breed standard.
- Alternativ
- Registrable with the club but not described by its breed standard, such as an AKC alternate color.
Color changes
How a Runt's colors can change over its life.
Mandelfarbigchanges toSchwarz
Gefieder · Fortschreitend
Rotchanges toBlau
Gefieder · Mit dem Alter
Sources
Each ruling comes from the club's published breed standard or color list.
Über die Runttaube
Die Runttaube gehört zu den schwersten Rassetauben überhaupt, ein uralter Riese aus dem Mittelmeerraum und aus Spanien, geschätzt für sein enormes Gewicht und sein gelassenes Wesen.
Die Runttaube ist eine große Nutztaube und eine der schwersten Rassetauben, die heute überhaupt gehalten werden. Der Name hat mit der Körpergröße nichts zu tun, er geht auf ältere Bezeichnungen für den Vogel zurück, während das Tier selbst groß und wuchtig gebaut ist. Ausgewachsene Tauber und Täubinnen bringen meist zwischen 1.000 und 1.400 Gramm auf die Waage, ein Mehrfaches einer gewöhnlichen Straßentaube. Ihre Wurzeln liegen im Mittelmeerraum, wobei die Rasse besonders eng mit Spanien verbunden ist, wo man seit Jahrhunderten schwere Tafeltauben züchtet.
Ursprünglich diente die Runttaube als Fleisch- und Tafeltaube. Der breite Brustkorb und der lange Rumpf liefern eine kräftige Jungtaube, die im Alter von etwa vier Wochen für die Küche geschlachtet wird. Mit der Zeit kam die Ausstellungszucht dazu, und heutige Schaulinien legen den Wert auf Größe, Rahmen und Haltung des Vogels. Zum Fliegen oder für den Brieftaubensport taugt die Runttaube nicht. Ihre Masse macht anhaltenden Flug schwer, weshalb die Tiere üblicherweise im Schlag oder in der Voliere bleiben, statt frei umherzufliegen.
Vom Charakter her zeigt sich die Runttaube sanft, ruhig und selbstbewusst. Sie lässt sich ohne Probleme anfassen und verhält sich gegenüber Menschen wie gegenüber anderen Tauben meist gelassen. Diese Ruhe und die schiere Größe zusammen lassen den Vogel auf Geflügel- und Taubenschauen sofort auffallen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Herkunft | Spanien (Mittelmeerraum) |
| Größe | Riesenrasse (eine der größten Taubenrassen überhaupt) |
| Lebenserwartung | 8 bis 12 Jahre |
| Gruppe / Rolle | Nutz- und Ausstellungstaube (Tafeltaube) |
| Gut verträglich mit | Ruhige Halter, gemischte Schläge, erfahrene Taubenzüchter |
Wem die Runttaube liegt
Die Runttaube passt zu Haltern, die einen großen, ruhigen Vogel für die Tafel oder für Ausstellungen suchen und nicht für Sport oder Flug. Wegen ihrer Größe braucht sie mehr Platz im Schlag, kräftigere Nistkästen und stabilere Sitzstangen, als kleinere Rassen benötigen. Da die Tiere schwer sind und keine ausdauernden Flieger, gehören sie in einen gut gesicherten Schlag, der sie vor Raubtieren schützt. Wer Bodenfläche, robuste Unterbringung und regelmäßigen Kontakt bieten kann, bekommt mit der Runttaube einen gutmütigen, leicht zu betreuenden Vogel.
Geschichte und Herkunft
Kaum eine Taubenrasse ist so alt wie die Runttaube, ein Tafelriese aus dem Mittelmeerraum und aus Spanien, dessen Spuren bis in die Antike zurückreichen.
Die Runttaube gehört zu den am frühesten schriftlich erfassten Taubenrassen und zählt zu den ersten Vögeln, die in der europäischen Literatur über Haustauben überhaupt beschrieben wurden. Bereits in der Antike hielt man im Mittelmeerraum große Tafeltauben dieses Schlags, und die Rasse bleibt bis heute eng mit Spanien und den umliegenden Küstenregionen verbunden, wo die Taubenhaltung zur Fleischgewinnung schon sehr lange Tradition hat.
Frühe europäische Autoren, die über Geflügel und Tauben schrieben, beschrieben sehr große Tauben unter Namen, die man heute der Runttaube zuordnet. Damit taucht die Rasse in der Taubenliteratur schon lange vor dem Aufkommen der modernen Rassezucht auf, was sie von vielen erst im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert entstandenen Schaurassen unterscheidet. Über diese gesamte Zeitspanne hinweg blieb der Zweck rein praktisch: ein wuchtiger Körper, der eine kräftige, fleischige Jungtaube hervorbrachte.
Mit dem Aufschwung organisierter Taubenschauen in Europa und später auch in Nordamerika wandelte sich die Runttaube vom reinen Nutzvogel zu einer anerkannten Ausstellungsrasse. Züchter selektierten gezielt auf mehr Größe, einen längeren Körper und einen breiten, tiefen Rahmen. In dieser Phase entstanden innerhalb der Rasse auch regionale Spielarten und unterschiedliche Farbschläge.
Heute halten vor allem Liebhaber die Runttaube, die ihre lange Geschichte und ihre Ausmaße zu schätzen wissen. Als kommerzielle Fleischtaube spielt sie kaum noch eine Rolle, da schneller ausreifende Nutzrassen sie längst verdrängt haben, doch sie bleibt der Maßstab dafür, wie groß eine Taube werden kann, und ist nach wie vor auf großen Taubenschauen zu sehen.
Erscheinungsbild und Rassestandard
Ein wuchtiger Körperbau mit breiter Brust, langem, tiefem Rumpf, kurzen Läufen und breitem Schwanz kennzeichnet die Runttaube, meist mit glattem, eng anliegendem Gefieder in vielen Farben.
Schon auf den ersten Blick wirkt die Runttaube wuchtig und kraftvoll. Ihr Rumpf ist lang und tief, die Brust breit und voll, der Rücken ausladend. Der Kopf fällt im Verhältnis zum Körper groß und rundlich aus und sitzt auf einem kräftigen, eher kurzen Hals. Die Läufe sind kurz und stark genug, um das Gewicht des Vogels zu tragen, und die gesamte Haltung wirkt eher waagrecht und geerdet als aufrecht. Die Flügel sind lang, werden aber eng am Körper geführt, und der Schwanz zeigt sich breit.
| Merkmal | Vorgabe |
|---|---|
| Länge | Etwa 38 bis 46 cm vom Schnabel bis zur Schwanzspitze |
| Gewicht | Etwa 1.000 bis 1.400 g (Riesenklasse) |
| Gefieder | Glatt, eng anliegend; saubere, unbefiederte Läufe |
| Farben | Blau, Schwarz, Rot, Gelb, Falb, Weiß und gescheckte Musterungen |
| Augen | Orange bis rötlich; Wachshaut und Schnabel passend zum kräftigen Kopf |
Gefieder und Farben
Das Gefieder der Runttaube liegt schlicht und straff am Körper, ohne Haube, Federkragen oder befiederte Läufe. Diese glatte Befiederung lenkt den Blick klar auf Größe und Silhouette des Vogels. Farblich zeigt sich die Rasse vielseitig: Einfarbig Blau, Schwarz, Rot, Gelb, Falb und Weiß kommen ebenso vor wie gescheckte und gebänderte Musterungen. Im Ausstellungsstandard zählt die Farbe meist weniger als Größe und Körperform, weshalb Preisrichter Rahmen, Länge und Breite stärker gewichten als die Zeichnung. Das Gefieder sollte sauber und gut gepflegt sein und eng am Körper anliegen, damit Statur und Proportionen deutlich zur Geltung kommen.
Wesen und Verhalten
Die Runttaube zeigt sich sanft, ruhig und fügsam gegenüber Menschen und anderen Tauben, bleibt aber durch ihr Gewicht eher am Boden als in der Luft aktiv.
Das Wesen der Runttaube ist gleichmäßig ruhig und passt gut zu ihrem schweren Körperbau. Die Vögel wirken gelassen und selbstsicher, finden sich rasch im Schlag zurecht und zeigen kaum die Nervosität, die man von leichteren Rassen kennt. Aufnehmen und Untersuchen nehmen sie ohne viel Widerstand hin, wodurch sich Gesundheitschecks, das Beringen und die Vorbereitung auf Schauen unkompliziert gestalten.
Menschen gegenüber verhält sich die Runttaube fügsam und geduldig, und Tiere, die man regelmäßig in die Hand nimmt, werden zahm und lassen sich ohne Scheu annähern. Auch Fremden gegenüber bleiben sie gelassen statt ängstlich. Mit Artgenossen versteht sich die Rasse in der Regel gut und lässt sich problemlos in einen gemischten Schlag integrieren, wobei kräftige Tauber während der Brutsaison ihren Nistkasten verteidigen, wie das bei praktisch jeder Taube vorkommt. Außerhalb der Brutzeit zeigt die Runttaube kaum Revierverhalten.
In der Luft ist die Rasse wenig aktiv. Ihr Gewicht beschränkt den Flug auf kurze, niedrige Strecken, weshalb sich das Verhalten größtenteils am Boden und auf Sitzstangen abspielt. Auch stimmlich hält sie sich zurück und gurrt eher leise, statt ständig zu rufen. Halter, die einen gelassenen, stressarmen und leicht zu handhabenden Vogel suchen, wissen diese Eigenschaften besonders zu schätzen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Zuneigung / Zahmheit | 4 |
| Energie / Flugfreude | 1 |
| Trainierbarkeit | 2 |
| Stimmfreude | 2 |
| Mauser (Federverlust) | 3 |
Pflege und Haltung
Die Runttaube braucht geräumige, bodennahe Unterbringung, stabile niedrige Sitzstangen und regelmäßige Kontrolle von Gefieder und Gesundheit, bei begrenztem Bewegungsbedarf.
Bei der Pflege der Runttaube geht es in erster Linie darum, einem großen, schweren Vogel ausreichend Platz und eine passende Schlagausstattung zu bieten. Da die Rasse nicht gut fliegt, unterscheiden sich ihre Bedürfnisse deutlich von jenen der Brief- oder Tümmlertauben. Zur täglichen Pflege gehören die Kontrolle von Gefieder und Füßen, sichere niedrige Sitzstangen und ein sauberer, trockener Schlag.
Gefiederpflege
- Bieten Sie zwei- bis dreimal wöchentlich ein flaches Bad an, damit die Vögel ihr Gefieder sauber halten können.
- Kontrollieren Sie Füße und Zehen regelmäßig auf Schmutz, Verhornungen oder gespreizte Zehen, wozu schwere Vögel neigen.
- Achten Sie auf äußere Parasiten wie Federlinge und Milben und behandeln Sie den Schlag bei Bedarf.
- Halten Sie die Krallen kurz, falls Sitzstangen und Boden sie nicht von selbst abnutzen.
- Unterstützen Sie die Tiere während der jährlichen Mauser mit gleichbleibender Fütterung und einer ruhigen Umgebung.
Bewegung
- Lassen Sie den Vögeln in einem geräumigen Schlag oder einer überdachten Voliere Platz zum Gehen und für kurze Flüge.
- Verwenden Sie niedrige, breite Sitzstangen und Bretter, denn schwere Tiere kommen mit hohen oder schmalen Stangen schlecht zurecht.
- Zwingen Sie die Tiere nicht zum freien Flug: Die Rasse ist für anhaltendes Fliegen zu schwer und dabei leicht Beute von Raubtieren.
- Bieten Sie ausreichend Bodenfläche für natürliches Gehen und Picken.
Umgebung
Der Schlag sollte trocken, gut belüftet und zugfrei sein und mehr Bodenfläche pro Vogel bieten, als kleinere Rassen benötigen. Große Nistkästen und breite Einflugöffnungen passen zur Statur der Tiere. Die Einstreu gehört sauber und trocken gehalten, um die Füße zu schonen und Krankheiten vorzubeugen. Eine stabile Bauweise und sichere Vergitterung sind wichtig, weil bodengebundene Vögel Raubtieren nicht durch Flucht in die Luft entkommen können.
Ernährung und Fütterung
Eine ausgewogene Körnermischung mit Grit und frischem Wasser deckt den Bedarf der Runttaube, wobei abgemessene Portionen den großen Körper stützen, ohne die Vögel verfetten zu lassen.
Die Runttaube frisst die für Tauben übliche Kost aus Körnern und Hülsenfrüchten wie Kukuruz, Weizen, Sorghum, Erbsen und Wicken. Weil die Rasse groß und wenig aktiv ist, müssen die Portionen kontrolliert werden, damit die Kondition stimmt, ohne dass sich Fett ansetzt. Ständiger Zugang zu sauberem Wasser und zu Grit ist wichtig, denn Tauben brauchen Grit, um Futter im Muskelmagen zu zerkleinern, und profitieren von zusätzlichen Mineralstoffen für Schalenqualität und feste Knochen. Zuchtpaare und heranwachsende Jungtauben benötigen mehr Eiweiß als Tiere in Ruhephasen.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Erwachsen (Erhaltung) | Etwa 35 bis 50 g Körnermischung | 1 bis 2 |
| Zuchtpaar | Etwa 50 bis 70 g eiweißreichere Mischung | 2 |
| Jungtaube (elterngefüttert) | Erst Kropfmilch, dann aufgeweichtes Korn von den Eltern | Nach Bedarf |
| Mausernde Alttiere | Etwa 40 bis 55 g mit zusätzlichem Eiweiß | 2 |
Leckerbissen und Ergänzungsfutter
Kleine Mengen unbedenklichen Grüns, kleiner Sämereien und Hülsenfrüchte eignen sich als Leckerbissen, dürfen aber die ausgewogene Körnerration nicht ersetzen. Stellen Sie eine eigene Schale Taubengrit mit Austernschale oder Kalkstein für den Kalziumbedarf bereit und bieten Sie zusätzlich einen Mineral- oder Pickstein an. Ein Vitamin- und Elektrolytpräparat im Trinkwasser kann während Mauser, Brutzeit oder bei Hitze helfen, sollte aber nach Packungsangabe und nicht dauerhaft verabreicht werden.
Gesundheit und häufige Erkrankungen
Die Runttaube ist robust und wird meist 8 bis 12 Jahre alt, doch ihre Größe begünstigt Probleme an Füßen, Beinen und Gewicht neben den üblichen Taubenkrankheiten.
Die Runttaube ist eine widerstandsfähige Taube und erreicht bei guter Haltung meist ein Alter von 8 bis 12 Jahren. Die rassetypischen Risiken hängen vor allem mit Größe und Gewicht zusammen: Schwere Vögel neigen eher zu Verletzungen an Füßen, Beinen und Kiel und setzen leichter Fett an, wenn Bewegung fehlt und die Fütterung nicht kontrolliert wird. Darüber hinaus trifft die Runttaube dieselben Infektionen und Parasiten wie jede andere Taube, weshalb Schlaghygiene und regelmäßige Beobachtung weiterhin zählen.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Fuß- und Beinverletzungen | Hinken, Schwellungen, Ballengeschwüre, wunder Kiel | Gewichtsbedingt; niedrige, breite Sitzstangen und weiche Einstreu einsetzen |
| Übergewicht | Schwerer Bauch, verringerte Aktivität, schlechte Zuchtleistung | Portionen kontrollieren; wenig aktive Vögel nicht überfüttern |
| Trichomoniasis (Gelber Knopf) | Gelbe Beläge im Rachen, Fressunlust, Gewichtsverlust | Bei Tauben verbreitet; früh behandeln und betroffene Vögel isolieren |
| Paramyxovirose (PMV) | Verdrehter Hals, Lähmungserscheinungen, wässriger Kot | Impfung ist verbreitet, wo verfügbar |
| Würmer und äußere Parasiten | Gewichtsverlust, stumpfes Gefieder, Kratzen | Regelmäßige Entwurmung und Parasitenbekämpfung im Schlag |
Vorbeugende Maßnahmen
- Halten Sie den Schlag sauber, trocken und gut belüftet, um Atemwegs- und Parasitenerkrankungen vorzubeugen.
- Stellen Sie neue oder zurückkehrende Vögel unter Quarantäne, bevor sie in den Hauptschlag kommen.
- Bieten Sie Grit, Kalzium und eine ausgewogene Ernährung für gesunde Knochen und ein gesundes Gefieder.
- Entwurmen Sie regelmäßig und behandeln Sie nach einem an Ihre Region angepassten Plan gegen Trichomoniasis.
- Nutzen Sie verfügbare Impfprogramme für Tauben, etwa gegen Paramyxovirose, sofern empfohlen.
- Wiegen und untersuchen Sie die Vögel in regelmäßigen Abständen, um Gewichts- und Fußprobleme frühzeitig zu erkennen.
Training und Handling
Die Runttaube ist ruhig und leicht zu handhaben, aber keine Leistungs- oder Brieftaube, weshalb sich das Training auf Zähmung, Schlagroutine und Ausstellungsvorbereitung konzentriert.
Auf Flugleistung oder Heimfindevermögen wird die Runttaube nicht gezüchtet, weshalb ihr Training im Vergleich zu Brief- und Hochflugtauben deutlich schmäler ausfällt. Ihr ruhiges Wesen macht sie leicht zähmbar, und der größte Teil der Trainingsarbeit dient dazu, die Vögel an Menschen, an die Schlagroutine und an das Handling bei Ausstellungen zu gewöhnen. Geduldiger, wiederholter Kontakt ergibt einen gelassenen, selbstsicheren Vogel, der sich anheben und untersuchen lässt.
Grundlagen
- Verbringen Sie kurze, ruhige Momente in Schlagnähe, damit sich die Vögel an Ihre Anwesenheit gewöhnen.
- Reichen Sie beliebte Körner aus der Hand, um Vertrauen und eine positive Verknüpfung aufzubauen.
- Üben Sie ein sanftes, gut gestütztes Hochheben, damit sich der Vogel beim Halten wohlfühlt.
- Legen Sie eine feste Fütterungszeit und Routine fest, um den Schwarm zur Ruhe zu bringen.
- Gewöhnen Sie Ausstellungstiere vor jeder Schau an den Ausstellungskäfig, an Licht und an eine kurze Begutachtung.
Lebensraum und Unterbringung
Weil ihr Gewicht freien Flug ausschließt, braucht die Runttaube einen geräumigen, sicheren, bodennah ausgerichteten Schlag mit niedrigen Sitzstangen, großen Nistkästen und guter Belüftung.
Die Unterbringung der Runttaube muss Größe, Gewicht und eingeschränktes Flugvermögen berücksichtigen. Man hält die Rasse in Schlägen oder überdachten Volieren, wo sie gehen, kurze Flüge unternehmen und auf niedrigen Sitzstangen sicher ruhen kann. Pro Vogel braucht es mehr Bodenfläche als bei kleineren Tauben, und die Einrichtung muss stabil genug sein, um das Gewicht zu tragen. Weil bodengebundene Vögel Raubtieren nicht entfliegen können, ist eine sichere Bauweise unverzichtbar.
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Bodenfläche | Großzügig; etwa 0,5 m² oder mehr pro Vogel, bei Paaren entsprechend mehr |
| Sitzstangen | Niedrig, flach, breit; höchstens 20 bis 30 cm über dem Boden |
| Nistkästen | Groß, etwa 40 x 40 cm oder größer, mit niedrigem Zugang |
| Belüftung | Gute Luftzirkulation ohne Zugluft auf Sitzstangenhöhe |
| Sicherheit | Feste Wände und raubtiersicheres Gitter; gesicherter Boden |
| Einstreu | Sauber und trocken; häufig punktuell gereinigt |
Checkliste für die Einrichtung
- Richten Sie einen Schlag mit zusätzlicher Bodenfläche für große, bodenorientierte Vögel ein oder bauen Sie ihn entsprechend um.
- Installieren Sie niedrige, breite Sitzstangen und Bretter anstelle hoher oder schmaler Stangen.
- Stellen Sie übergroße Nistkästen mit leichtem, niedrigem Zugang bereit.
- Richten Sie eine Futterstelle, eine eigene Grit- und Mineralschale sowie eine saubere Wasserversorgung ein.
- Bieten Sie eine flache Badestelle, die sich leicht befüllen und leeren lässt.
- Sichern Sie sämtliche Öffnungen mit stabilem Gitter und festen Verschlüssen gegen Raubtiere.
Brüten und Aufzucht
Runttauben-Eier schlüpfen nach etwa 17 bis 19 Tagen, meist von den Eltern bebrütet, wobei große Paare bei der zuverlässigen Aufzucht manchmal auf Ammentauben oder einen Brutapparat zurückgreifen.
Wie andere Tauben legt auch die Runttaube in der Regel zwei Eier pro Gelege, die beide Elterntiere gemeinsam bebrüten. Der Schlupf erfolgt nach etwa 17 bis 19 Tagen. Weil Runttauben groß und schwer sind, setzen manche Züchter kleinere Ammentauben ein, die Eier ausbrüten und Jungtauben füttern, oder greifen auf einen Brutapparat mit anschließender Handaufzucht zurück, wenn sich ein Paar am Nest unzuverlässig oder ungeschickt zeigt. Ziehen die Eltern ihre Jungen selbst auf, erhalten die Jungtauben in den ersten Tagen Kropfmilch und wachsen danach mit elterngefüttertem Korn rasch heran.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Temperatur (Brutapparat) | Etwa 37,5 °C |
| Luftfeuchtigkeit | Etwa 55 bis 60 %, zum Schlupf hin steigend |
| Brutdauer | Etwa 17 bis 19 Tage |
| Wenden | Mehrmals täglich bis zu den letzten 2 bis 3 Tagen |
Schritte zum Schlupf
- Sammeln Sie die Eier bei Bedarf ein und markieren Sie sie leicht, dann legen Sie befruchtete Eier den Eltern, Ammentauben oder einem Brutapparat unter.
- Halten Sie Temperatur und Luftfeuchtigkeit gleichmäßig und wenden Sie die Eier im Brutapparat regelmäßig.
- Durchleuchten Sie die Eier etwa am 5. bis 7. Tag, um die Entwicklung zu prüfen, und entfernen Sie klare oder abgestorbene Eier.
- Stellen Sie das Wenden zwei bis drei Tage vor dem erwarteten Schlupf ein und erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit leicht.
- Lassen Sie die Jungtauben ohne Eingreifen schlüpfen und sorgen Sie dafür, dass sie warm gehalten und mit Kropfmilch versorgt werden.
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zur Runttaube drehen sich um Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung für Halter und Verfügbarkeit.
Wie groß wird eine Runttaube?
Die Runttaube gehört zu den größten Taubenrassen überhaupt und zählt zur Riesenklasse. Ausgewachsene Tiere wiegen meist zwischen 1.000 und 1.400 Gramm und messen etwa 38 bis 46 cm vom Schnabel bis zur Schwanzspitze, deutlich mehr als eine gewöhnliche Straßentaube.
Wie ist das Wesen der Runttaube?
Die Runttaube ist sanft, ruhig, fügsam und selbstbewusst. Die Vögel lassen sich gut handhaben, bleiben gegenüber Menschen und anderen Tauben gelassen und sind vergleichsweise still, was den Umgang mit ihnen erleichtert.
Ist die Runttaube aufwendig in der Pflege?
Die Pflege selbst ist unkompliziert, hängt aber stark vom Platzangebot ab. Die Rasse braucht einen geräumigen, sicheren Schlag, niedrige breite Sitzstangen, große Nistkästen, kontrollierte Fütterung und wegen ihrer Größe besondere Aufmerksamkeit für Füße und Gewicht. Flugtraining entfällt.
Wie alt werden Runttauben?
Bei guter Unterbringung, Fütterung und Krankheitsvorsorge wird eine Runttaube meist 8 bis 12 Jahre alt.
Können Runttauben fliegen?
Nur kurze, niedrige Strecken. Für anhaltenden oder freien Flug ist die Rasse zu schwer, weshalb man die Vögel im Schlag oder in einer überdachten Voliere hält und sie nicht im Freien fliegen lässt, wo Raubtiere sie erreichen könnten.
Eignet sich die Runttaube für Einsteiger?
Ihr ruhiges Wesen kommt Einsteigern entgegen, doch der Platzbedarf, die stabile Unterbringung und die gewichtsbedingte Gesundheitsvorsorge passen eher zu Haltern, die einen richtigen Schlag betreiben können. Am besten passt die Rasse zu allen, die eine Tafel- oder Ausstellungstaube wollen und keine Flugtaube.
Woher stammt die Runttaube und ist sie weit verbreitet?
Die Runttaube ist eine uralte Rasse mit Wurzeln im Mittelmeerraum und in Spanien. Sie zählt zu den ältesten bekannten Taubenrassen, ist heute aber selten und wird vor allem von Liebhabern gehalten und auf Taubenschauen gezeigt statt kommerziell gezüchtet.