Taube
Columba livia domestica
Kluge Vögel mit ausgeprägtem Heimfindesinn und einer reichen Geschichte in Wettflug, Ausstellung und Gesellschaft.
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The Taube's place in the tree of life, from domain down to species.
- DomäneEukaryotaEukaryoten
- ReichAnimaliaTiere
- StammChordataChordatiere
- KlasseAvesVögel
- OrdnungColumbiformesTauben
- FamilieColumbidaeTauben
- GattungColumbaEchte Tauben
- ArtColumba liviaTaube
Taube colors, patterns and markings
Every color, pattern and marking the taxonomy records for Taube, by part of the body. Each breed page shows which clubs accept which ones.
Gefieder
Color of the feathers.
Colors
Die Taube im Überblick
Die Haustaube (Columba livia domestica) ist ein robuster, geselliger Vogel für Sport, Ausstellung, Flugleistung und Gesellschaft. Sie stammt von der wilden Felsentaube ab.
Die Haustaube ist ein mittelgrosser Vogel, der von der wilden Felsentaube (Columba livia) abstammt. Seit Jahrtausenden halten Menschen sie, und die heutigen Hausformen decken eine breite Spanne an Grössen, Farben und Fähigkeiten ab. Einzelne Linien sind darauf gezüchtet, weite Strecken zu fliegen und heimzukehren, andere zeigen einen purzelnden Flug, wieder andere überzeugen durch Körperform und Gefieder. Als Gruppe geben sich Tauben ruhig, sozial und bereit, in engem Kontakt mit anderen Vögeln zu leben.
Tauben ernähren sich vor allem von Sämereien und Getreide, trinken durch Saugen (anders als die meisten Vögel, die den Kopf zurücklegen) und bilden ein milchähnliches Kropfsekret, um ihre Jungen zu füttern. Beide Elternteile teilen sich das Brüten und Füttern. Wegen dieser Eigenschaften bleibt die Art im Vergleich zu vielen anderen Vögeln in Haltung und Zucht recht unkompliziert.
Eine gut gehaltene Taube wird zahm und erkennt ihren Pfleger. Weil die Vögel Schwarmtiere sind, gedeihen sie am besten mit mindestens einem Artgenossen. Sie passen zu Haltern, die einen sauberen Schlag, tägliche Fütterung und regelmässigen Umgang bieten, weniger zu Leuten, die einen frei laufenden Vogel für die Wohnung suchen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Columba livia domestica |
| Familie | Tauben (Columbidae) |
| Grösse ausgewachsen | Etwa 25 bis 50 cm lang, je nach Typ |
| Lebenserwartung | Etwa 6 bis 15 Jahre bei guter Pflege |
| Ernährung | Körner- und Samenfresser (Körnerfresser) |
| Pflegeaufwand | Anfänger bis Fortgeschrittene |
| Am besten geeignet für | Halter mit Schlag im Freien und Zeit für die tägliche Pflege |
Für wen sich dieser Vogel eignet
Tauben passen zu Leuten, die einen Vogel im Freien möchten, der sozial, leicht zu füttern und leicht zu vermehren ist. Sie eignen sich für Hobbyhalter mit Interesse an Sport, Ausstellung oder Flugleistung sowie für Familien, die sich zu täglicher Fütterung und Schlagreinigung verpflichten. Weniger geeignet sind sie für alle, die einen frei in der Wohnung lebenden Vogel suchen oder einen, den man lange allein lassen kann.
Taubenrassen und Taubentypen
Weltweit sind mehrere Hundert Taubenrassen anerkannt, hier stehen rund 25 verbreitete Beispieltypen. Die Gliederung folgt dem Zweck: Wirtschaft, Sport und Heimfindung, Flugleistung sowie Ausstellung.
Haustauben zeigen weit mehr Vielfalt als ihr wilder Vorfahr. Über Jahrhunderte hat die gezielte Zucht Vögel geformt, die sich in Grösse, Körperform, Gefiedermuster, Flugstil und Verhalten unterscheiden. Zu den hier behandelten verbreiteten Typen gehören etwa 25 eigenständige Rassen, während die weltweite Gesamtzahl über alle Standards in die Hunderte reicht.
Die Haupteinteilungen richten sich danach, wofür der jeweilige Vogel gezüchtet wurde. Wirtschaftsrassen fallen gross aus und dienen der Fleischnutzung. Sport- und Heimtauben sind auf Schnelligkeit und die Fähigkeit gezüchtet, über weite Strecken heimzufinden. Leistungsrassen fliegen auf besondere Art, etwa purzelnd oder rollend in der Luft. Ausstellungsrassen hält man für Form, Haltung und Gefiedermerkmale und nicht für den Flug.
| Rasse oder Typ | Bekannt für |
|---|---|
| Brieftaube (Racing Homer) | Schnelligkeit und Heimfindung über weite Strecken |
| Show Racer | Brieftaubenkörper nach Ausstellungsstandard gezüchtet |
| Birmingham Roller | Rückwärtsrollen (Purzeln) während des Fluges |
| Parlor Roller | Rollen am Boden statt in der Luft |
| Englischer Tümmler | Purzelflug und Ausstellungsform |
| Orientalischer Roller | Drehen und Rollen in der Luft |
| Tippler | Lange Ausdauerflüge in grosser Höhe |
| Englischer Kröpfer | Aufrechte Haltung und grosser aufgeblähter Kropf |
| Zwergkröpfer (Pygmy Pouter) | Kompakter Kröpfer mit aufgeblähtem Kropf |
| Brünner Kröpfer | Kleiner, aufrechter Kröpfertyp |
| Indische Pfautaube | Breiter aufrechter Fächerschwanz und befiederte Läufe |
| Englische Pfautaube | Grosser runder Schwanzfächer |
| King | Grosser Wirtschaftskörper für Fleisch und Ausstellung |
| Carneau | Schwere Wirtschaftsrasse aus Frankreich |
| Mondain | Grosse Wirtschafts- und Fleischrasse |
| Runt (Riesentaube) | Eine der grössten Taubenrassen, auf Grösse gezüchtet |
Wie Rassen eingeteilt werden
Rassestandards ordnen Tauben nach Zweck und nach körperlichen Merkmalen. Vereine und Ausstellungsstandards beschreiben die ideale Körperform, das Gefiedermuster und die Haltung jeder Rasse, und die Preisrichter beurteilen die Vögel anhand dieser Beschreibungen. Bei Sport- und Leistungslinien wiegen die Ergebnisse in der Luft schwerer als Schaupunkte, weshalb man diese Vögel vor allem nach ihrer Leistung auswählt.
Geschichte der Haustaube
Die Haustaube geht auf die wilde Felsentaube Europas, Nordafrikas und Asiens zurück. Sie gehört zu den ersten vom Menschen gezähmten Vögeln, mit Belegen seit Jahrtausenden im Nahen Osten und im Mittelmeerraum.
Die Haustaube geht auf die Felsentaube zurück, einen Vogel, der an Klippen und Felsvorsprüngen quer durch Europa, Nordafrika und Teile Asiens nistet. Diese Nistgewohnheit erleichterte die Haltung, weil die Vögel künstliche Vorsprünge und gebaute Unterstände statt natürlicher Felsen bereitwillig annehmen. Frühe Halter im Nahen Osten und im Mittelmeerraum hielten Tauben zur Ernährung und wegen ihres Kots, den man als Dünger verwendete.
Schriftliche und archäologische Zeugnisse reihen die Taubenhaltung unter die ältesten Formen der Vogeldomestikation ein, mit Belegen, die mehrere Jahrtausende zurückreichen. Alte Kulturen in Mesopotamien, Ägypten und rund um das Mittelmeer errichteten Taubenschläge und züchteten Tauben in grosser Zahl. Die Vögel breiteten sich entlang von Handels- und Siedlungswegen aus, während die Menschen wanderten.
Die Heimfindefähigkeit der Tauben führte zu ihrem Einsatz als Botenträger. Vögel, die man von ihrem Schlag wegbringt, kehren zu ihm zurück, und diese Eigenschaft nutzte man über viele Jahrhunderte praktisch zur Nachrichtenübermittlung, auch in Kriegszeiten. Die Zucht auf verlässliche, schnelle Rückkehr brachte die heute gehaltenen Sport- und Heimtaubenlinien hervor.
Ab dem 18. Jahrhundert entwickelten Züchter in Europa, Asien und anderswo viele eigenständige Ausstellungs- und Leistungsrassen und festigten Merkmale wie Purzelflug, aufgeblähte Kröpfe und Fächerschwänze. Taubenschauen und Sportvereine legten Standards fest, und die grosse Bandbreite heutiger Rassen ist das Ergebnis dieser langen Phase gezielter Auslese.
Aussehen und körperliche Merkmale der Taube
Tauben sind mittelgrosse Vögel mit kompaktem Körper, kleinem Kopf und kurzen Beinen. Je nach Rasse messen sie etwa 25 bis 50 cm und zeigen viele Farben und Gefiedermuster, von schlicht bis fächerschwänzig.
Eine typische Taube besitzt einen rundlichen Körper, einen kleinen Kopf mit einem weichen fleischigen Bereich (der Wachshaut) über dem Schnabel und einen kurzen, leicht gebogenen Schnabel. Bei Flugrassen sind die Flügel kräftig und spitz, die Beine kurz mit beschuppten Füssen. Das Muster der wilden Felsentaube zeigt sich grau mit zwei dunklen Flügelbinden und einem Schimmer am Hals, doch die Hausrassen bringen weit mehr Vielfalt.
Zu den Farben zählen Grau, Weiss, Schwarz, Rot, Braun sowie viele gebänderte, geschuppte und gescheckte Muster. Manche Rassen tragen glattes, anliegendes Gefieder, andere Hauben, Krausen, befiederte Füsse oder übersteigerte Schwanz- und Kropfmerkmale. Körpergrösse und Proportion gehen zwischen den kleinen Leistungstypen und den grossen Wirtschaftsrassen weit auseinander.
| Merkmal | Typischer Bereich |
|---|---|
| Grösse | Etwa 25 bis 50 cm Körperlänge über alle Rassen |
| Gewicht | Etwa 300 bis 900 g, die grössten Wirtschaftsrassen schwerer |
| Gefieder | Federn, bei den meisten Rassen glatt, bei einigen mit Haube oder Fussbefiederung |
| Farben | Grau, Weiss, Schwarz, Rot, Braun sowie gebänderte, geschuppte und gescheckte Muster |
| Unterscheidungsmerkmale | Fleischige Wachshaut über dem Schnabel, Halsschimmer sowie rassetypische Schwänze oder Kröpfe |
Wie das Aussehen zwischen den Rassen variiert
Die Rasseunterschiede fallen gross aus. Die Riesentaube wird auf beträchtliche Grösse gezüchtet, während Kröpfer wie der Englische Kröpfer aufrecht stehen und den Kropf aufblähen. Pfautauben wie die Indische und die Englische Pfautaube tragen einen breiten Schwanzfächer und eine aufrechte Haltung. Leistungsrassen wie der Birmingham Roller und der Tippler behalten einen schlankeren, flugbereiten Bau mit wenig Schmuckgefieder.
Verhalten und Wesen der Taube
Tauben sind Schwarmvögel, die in stabilen Gruppen leben, dauerhafte Paarbindungen eingehen und über Gurren und Körperhaltung kommunizieren. Mit Menschen sind sie meist ruhig und untereinander verträglich.
Tauben sind von Natur aus sozial und leben im Schwarm. Innerhalb des Schwarms gehen sie Paarbindungen ein, und ein verbundenes Paar bleibt oft über mehrere Brutzeiten beisammen. Beide Partner teilen sich die Nestpflichten, was unter Vögeln selten vorkommt und das kooperative Verhalten der Art zeigt.
Die Vögel verständigen sich über eine Reihe weicher Gurrlaute und über Körpersprache. Ein werbendes Männchen plustert den Hals, verbeugt sich und umkreist das Weibchen. Tauben hängen stark an ihrem Heimatschlag und finden aus der Ferne zu ihm zurück, ein Instinkt, der Heimfindung und Sport zugrunde liegt. Aggressiv sind sie nicht, auch wenn Männchen einen Nistplatz verteidigen und Paare um Nistraum wetteifern.
Gehaltene Vögel gewöhnen sich an einen Pfleger und lassen sich ruhig annähern und halten. Sie finden rasch in einen Tagesablauf und merken sich die Zeiten der Fütterung. Langeweile und Enge können Federrupfen oder Streit hervorrufen, deshalb zählen ausreichend Platz und eine eingespielte Schwarmordnung.
| Aspekt | Typisch |
|---|---|
| Geselligkeit | Hoch, ein Schwarmvogel, der Artgenossen braucht |
| Aktivität | Mittel bis hoch, besonders bei Flugrassen |
| Lautäusserung | Mässig, weiches Gurren statt lauter Rufe |
| Mit Menschen | Ruhig und mit regelmässigem, sanftem Umgang zähmbar |
| Mit anderen Tieren | Verträglich mit anderen Tauben, gefährdet durch Katzen und Greifvögel |
Tauben pflegen
Die Taubenpflege dreht sich um einen sauberen, trockenen, raubtiersicheren Schlag, tägliche Fütterung mit frischem Wasser und regelmässigen Umgang. Bei gepflegter Unterbringung bleiben die Vögel robust und pflegeleicht.
Tägliche Pflege
- Jeden Tag frisches Getreide oder Taubenfutter und sauberes Trinkwasser bereitstellen
- Nachsehen, ob alle Vögel munter, aufmerksam sind und fressen
- Kot von Sitzstangen und Boden entfernen, damit der Schlag trocken bleibt
- Sicherstellen, dass die Lüftung arbeitet und der Schlag frei von Feuchtigkeit ist
- Auf Anzeichen von Krankheit, Verletzung oder Ungeziefer achten
Umgebung
- Vögel in einem trockenen, gut durchlüfteten Schlag unterbringen, der Regen, Zugluft und Raubtiere abhält
- Jedem Paar einen Nistkasten geben und Sitzstangen in verschiedenen Höhen anbieten
- Überbelegung meiden, die Krankheiten verbreitet und Streit hervorruft
- Zugang zu Grit und ein flaches Bad zur Gefiederpflege bieten
- Den Schlag gegen Katzen, Ratten und Greifvögel absichern
Gefiederpflege und Umgang
Tauben putzen und baden sich selbst und brauchen daher wenig direkte Pflege. Ein- bis zweimal pro Woche ein flaches Bad anbieten, damit die Vögel ihr Gefieder in Form halten. Vögel von klein auf sanft und regelmässig anfassen, damit sie zahm bleiben, dabei den Körper stützen und die Flügel anlegen, damit sie sich sicher fühlen. Beim Umgang Füsse, Gefieder und Kloake auf frühe Anzeichen von Problemen prüfen.
Ernährung und Fütterung der Taube
Tauben fressen Körner und Samen, ergänzt um Grit und Mineralien für die Verdauung. Eine ausgewogene Körnermischung und sauberes Wasser decken den Bedarf, mit mehr Eiweiss und Energie bei Zucht und Sport.
Tauben sind Körner- und Samenfresser. Eine typische Ernährung ist eine Mischung aus Getreide und Hülsenfrüchten wie Mais, Weizen, Gerste, Erbsen und kleinen Sämereien, die man als fertig gemischtes Taubenfutter kauft oder selbst mischt. Weil Tauben Samen im Ganzen schlucken, brauchen sie Zugang zu Grit, der sich im Muskelmagen sammelt und beim Zerkleinern der Nahrung hilft. Sie benötigen zudem Mineral- und Kalkquellen, vor allem brütende Weibchen, die Eierschalen bilden.
Altvögel füttern ihre Jungen mit Kropfmilch, einem nahrhaften Sekret, das beide Elternteile in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen bilden, und stellen die Jungtauben dann nach und nach auf aufgeweichtes Korn um.
| Lebensabschnitt | Ernährung | Hinweise |
|---|---|---|
| Jungtaube (frisch geschlüpft) | Kropfmilch der Eltern, dann aufgeweichtes Korn | Von beiden Eltern gefüttert, bei normalen Paaren keine Fütterung durch den Halter nötig |
| Junger, abgesetzter Vogel | Standard-Körnermischung und Grit | Darauf achten, dass frisch abgesetzte Vögel selbstständig fressen |
| Ausgewachsen, Erhaltung | Ausgewogene Körnermischung, Grit, Mineralien, Wasser | Zu viel fettiges Saatgut meiden, um Übergewicht vorzubeugen |
| Zucht- oder Sportvogel | Körnermischung mit mehr Eiweiss und Energie | Höherer Bedarf bei Eiablage, Aufzucht oder hartem Flug |
Leckerbissen wie kleine Sämereien lassen sich in Massen und als Belohnung beim Umgang einsetzen, sollten die ausgewogene Körnermischung aber nicht ersetzen. Kalk- und Mineralzusätze unterstützen die Schalenbildung und Knochengesundheit, besonders bei Zuchtvögeln. Sauberes, frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein, denn Tauben trinken häufig und ein verschmutzter Vorrat verbreitet Krankheiten.
Gesundheit und häufige Erkrankungen der Taube
Tauben sind robuste Vögel, die bei guter Pflege etwa 6 bis 15 Jahre leben. Häufige Probleme sind Trichomonaden, Atemwegsinfektionen, Würmer, äussere Parasiten und Kropfstörungen, meist durch Hygiene vermeidbar.
Tauben sind im Allgemeinen widerstandsfähig und leben bei guter Unterbringung und Fütterung etwa 6 bis 15 Jahre, einzelne Vögel auch länger. Die meisten Gesundheitsprobleme führen auf feuchte, überfüllte oder schmutzige Verhältnisse oder auf verunreinigtes Futter und Wasser zurück. Wer einen sauberen, trockenen Schlag pflegt und den Schwarm täglich beobachtet, erkennt die meisten Probleme früh.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Trichomonaden (Gelber Knopf) | Gelbe Beläge in Maul oder Rachen, Schluckbeschwerden | Häufige Protozoenerkrankung, über Wasser und Fütterung übertragen |
| Atemwegsinfektion | Niesen, Nasenausfluss, erschwerte Atmung | Mit feuchten Schlägen und schlechter Lüftung verbunden |
| Würmer | Gewichtsverlust, schlechter Zustand, veränderter Kot | Innere Parasiten, regelmässige Kontrollen ratsam |
| Äussere Parasiten | Unruhe, beschädigte Federn, sichtbare Läuse oder Milben | Milben und Läuse, durch Hygiene und Behandlung beherrschbar |
| Kropfstörungen | Geschwollener Kropf, saurer Geruch, langsame Entleerung | Folgt oft auf verdorbenes Futter oder eine Infektion |
Vorbeugende Pflege
- Den Schlag sauber, trocken und gut durchlüftet halten
- Täglich sauberes Wasser bieten und Futter vor Verunreinigung schützen
- Überbelegung meiden und neue Vögel vor der Aufnahme in den Schwarm in Quarantäne halten
- Vögel regelmässig auf Parasiten sowie Veränderungen bei Kot oder Gewicht prüfen
- Eine an Ihre Region und Ihren Schwarm angepasste Impf- und Wurmkur einhalten
Tauben trainieren
Tauben sind klug und lernfähig und eignen sich Routinen, Heimwege und einfache Signale durch Wiederholung und Futterbelohnung an. Besonders Heim- und Leistungsrassen sprechen auf geduldiges Training an.
Tauben lernen gut und merken sich Orte und Abläufe zuverlässig. Heimrassen lassen sich darauf trainieren, aus immer grösseren Entfernungen zurückzukehren, und viele Tauben lernen, auf Signal in den Schlag zu kommen, auf der Hand zu sitzen oder zum Futter zu kommen. Das Training stützt sich auf die natürliche Bindung des Vogels an seinen Heimatschlag und sein rasches Erlernen der Fütterungszeiten. Ruhige, regelmässige Einheiten bringen bessere Ergebnisse als hastiger Umgang.
Erste Schritte
- Neue Vögel im Schlag einleben lassen, damit sie ihn als Heim ansehen, bevor sie erstmals freikommen
- Sie durch täglichen sanften Umgang und Fütterung aus der Hand zähmen
- Den Einflug lehren, indem nur im Schlag gefüttert wird, sodass die Vögel lernen zurückzukehren und einzufliegen
- Bei Heimrassen mit kurzen Freilassungen nahe dem Schlag beginnen und die Entfernung nach und nach steigern
- Einheiten kurz und gleichmässig halten und stets ruhig ausklingen lassen
Unterbringung und Lebensraum der Taube
Tauben werden in einem Schlag gehalten: einem trockenen, belüfteten, raubtiersicheren Unterstand mit Sitzstangen, Nistkästen und Zugang zu Wasser und Bad. Genug Platz je Vogel und gute Lüftung sind entscheidend.
Tauben werden in einem Schlag untergebracht, einem eigens gebauten Unterstand, der die Vögel trocken, belüftet und sicher vor Raubtieren hält. Der Schlag soll Licht und frische Luft ohne Zugluft in Sitzhöhe hereinlassen und muss Regen, Katzen, Ratten und Greifvögel fernhalten. Innen brauchen die Vögel Sitzstangen, Nistkästen für Paare und freie Bodenfläche. Flugrassen brauchen zudem einen sicheren Bereich oder eine Voliere für Bewegung und bei Heimrassen einen kontrollierten Zugang ins Freie.
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Platz | Reichlich Boden- und Sitzfläche je Vogel, Überbelegung meiden |
| Temperatur | Vor Extremen geschützt, Tauben vertragen Kälte, solange es trocken ist |
| Feuchtigkeit | Den Schlag trocken halten, Feuchtigkeit begünstigt Atemwegserkrankungen |
| Untergrund oder Einstreu | Trockene Bodeneinstreu oder ein reinigbarer fester Boden, frei von Kot |
| Beleuchtung | Natürliches Tageslicht, mit genug Licht zum Fressen und Ruhen |
Einrichtungs-Checkliste
- Raubtiersicherer Schlag mit sicheren Türen, Drahtgeflecht und festem Dach
- Sitzstangen und einzelne Nistkästen für Zuchtpaare
- Futter- und saubere Wasserbehälter, die Verschmutzung widerstehen
- Grit- und Mineralvorrat in Reichweite
- Ein flacher Badebereich und ganzjährig gute Lüftung
Taubenzucht
Tauben vermehren sich bereitwillig, Paare werden mit etwa 5 bis 7 Monaten geschlechtsreif. Ein Weibchen legt meist zwei Eier je Gelege, beide Eltern brüten rund 17 bis 19 Tage und füttern mit Kropfmilch.
Tauben sind fruchtbare Züchter und verpaaren sich bereitwillig, sobald genug Nistraum vorhanden ist. Die Vögel erreichen das Brutalter meist mit etwa 5 bis 7 Monaten, viele Halter warten jedoch länger auf die volle Reife. Ein Paar wirbt, baut ein einfaches Nest in einem Kasten, und das Weibchen legt ein kleines Gelege.
Das übliche Gelege besteht aus zwei Eiern, die im Abstand von ein bis zwei Tagen gelegt werden. Beide Eltern teilen sich das Brüten, das rund 17 bis 19 Tage dauert. Nach dem Schlüpfen füttern beide Altvögel die Jungtauben in den ersten Tagen mit Kropfmilch und stellen sie dann auf hochgewürgtes Korn um. Die Jungvögel wachsen rasch und verlassen das Nest meist mit etwa vier bis sechs Wochen. Paare ziehen mehrere Gelege in einer Saison auf, deshalb steuern Halter die Zucht oft nach Platz und Zweck.
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Etwa 5 bis 7 Monate |
| Gelegegrösse | Meist 2 Eier |
| Brutdauer | Etwa 17 bis 19 Tage |
| Brüten geteilt | Ja, durch beide Eltern |
| Jungvögel verlassen das Nest | Etwa 4 bis 6 Wochen nach dem Schlüpfen |
| Gelege pro Jahr | Mehrere, wenn die Bedingungen es zulassen |
Eine Taube auswählen
Tauben passen zu Haltern, die einen Schlag, tägliche Pflege und mehrere Jahre Verpflichtung bieten. Die Anschaffung deckt Unterbringung und Ausstattung, laufend fallen vor allem Futter, Grit und Gesundheitspflege an.
Passt eine Taube zu Ihnen?
Tauben brauchen einen Schlag im Freien, tägliche Fütterung mit Wasser und regelmässige Reinigung. Sie sind Schwarmvögel, planen Sie also mehr als einen Vogel ein. Der Zeitaufwand ist eher stetig als schwer: täglich füttern, kontrollieren und reinigen sowie den Schlag instand halten. Vögel werden deutlich über zehn Jahre alt, Taubenhaltung ist somit eine Verpflichtung über mehrere Jahre. Zu den Kosten zählen Schlag und Ausstattung zu Beginn sowie laufend Futter, Grit und Gesundheitspflege. Bedenken Sie örtliche Vorschriften, die Nachbarschaft und den Platz, den Sie geben können, bevor Sie starten.
| Posten | Typische Kosten |
|---|---|
| Schlag oder Unterstand | Wichtigste einmalige Ausgabe, stark schwankend nach Grösse und ob gebaut oder gekauft |
| Ein Vogel | Niedrig für verbreitete Typen, höher für bewährte Sport- oder Schaulinien |
| Futter und Grit | Mässige laufende Kosten je Vogel und Monat |
| Ausstattung | Futter- und Wasserspender, Nistkästen, Sitzstangen zu Beginn |
| Gesundheitspflege | Regelmässige Wurmkur, Parasitenkontrolle und Tierarztbesuche nach Bedarf |
Woher man eine Taube bekommt
Vögel gibt es bei etablierten Taubenzüchtern und Liebhabern, in örtlichen Taubenvereinen und bei Vogelauffangstationen, die ungewollte oder verirrte Haustauben aufnehmen. Ein verantwortungsvoller Züchter hält saubere Schläge, gesunde Tiere und klare Aufzeichnungen und beantwortet Fragen zu Linie und Herkunft eines Vogels. Ein Besuch vor Ort erlaubt es, Verhältnisse und Gesundheit der Vögel vor Kauf oder Übernahme zu prüfen.
Häufige Fragen zur Taube
Häufige Fragen zur Taubenhaltung betreffen die Eignung als Haustier, die Lebensdauer, typische Kosten, den Pflegeaufwand, die Eignung für Familien und Anfänger sowie besondere Anforderungen.
Sind Tauben gute Haustiere?
Ja, für den passenden Halter. Tauben sind ruhig, sozial und zähmbar und binden sich an einen Pfleger. Man hält sie im Freien in einem Schlag und nicht frei in der Wohnung, und sie brauchen Artgenossen. So eignen sie sich für Leute, die tägliche Pflege und eine passende Unterbringung bieten können.
Wie alt werden Tauben?
Bei guter Pflege leben Tauben meist etwa 6 bis 15 Jahre, einzelne Tiere auch länger. Saubere Unterbringung, gutes Futter und rasche Gesundheitspflege helfen den Vögeln, das obere Ende dieser Spanne zu erreichen.
Was kostet die Taubenhaltung?
Die wichtigste einmalige Ausgabe sind Schlag und Ausstattung. Laufend fallen vor allem Futter, Grit und regelmässige Gesundheitspflege an, die je Vogel mässig ausfallen. Gewöhnliche Tauben sind günstig zu kaufen, bewährte Sport- oder Schaulinien kosten mehr.
Sind Tauben schwer zu pflegen?
Tauben zählen zu den leichter zu haltenden Vögeln. Sie fressen eine einfache Körnernahrung, vermehren sich bereitwillig und sind robust, sobald sie in einem trockenen, sauberen, raubtiersicheren Schlag leben. Die Hauptarbeit sind tägliches Füttern und Tränken sowie regelmässiges Reinigen.
Sind Tauben für Familien und Anfänger geeignet?
Ja. Sie sind sanft, nicht laut und dulden das Anfassen, was Familien und ersten Vogelhaltern entgegenkommt. Anfänger sollten mit wenigen robusten Vögeln beginnen und die Schlaghygiene erlernen, bevor sie erweitern.
Brauchen Tauben Gesellschaft?
Ja. Tauben sind Schwarmvögel und leben am besten mit mindestens einer weiteren Taube. Ein einzeln gehaltener Vogel entbehrt den sozialen Kontakt, auf den die Art angewiesen ist.
Gibt es besondere Regeln für die Taubenhaltung?
Örtliche Vorschriften können für Schläge, die Zahl der Vögel und das Auffliegenlassen gelten, und manche Gegenden haben Nachbarschafts- oder Zonenvorgaben. Prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen, bevor Sie einen Schlag einrichten, und halten Sie neue Vögel in Quarantäne, um die Gesundheit Ihres Schwarms zu schützen.