Schwein
Sus scrofa domesticus
Hochintelligente, gesellige Allesfresser – für Fleisch gehalten und zunehmend auch als Gefährten.
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The Schwein's place in the tree of life, from domain down to species.
- DomäneEukaryotaEukaryoten
- ReichAnimaliaTiere
- StammChordataChordatiere
- KlasseMammaliaSäugetiere
- OrdnungArtiodactylaPaarhufer
- FamilieSuidaeSchweine
- GattungSusSchweine
- ArtSus scrofaWildschwein
- UnterartSus scrofa domesticusSchwein
Schwein colors, patterns and markings
Every color, pattern and marking the taxonomy records for Schwein, by part of the body. Each breed page shows which clubs accept which ones.
Fell
Color of the fur or hair.
Hausschwein: Wissenswertes zur Haltung
Das Hausschwein (Sus scrofa domesticus) ist ein intelligentes, geselliges Saeugetier, das weltweit als Nutztier und zunehmend auch als Heimtier gehalten wird, mit einem Gewicht von 60 bis ueber 350 kg.
Das Hausschwein zaehlt zu den domestizierten Saeugetieren aus der Familie der Echten Schweine. Schweine sind Allesfresser, verfuegen ueber einen ausgezeichneten Geruchssinn, ein gutes Gedaechtnis und eine hohe Lernfaehigkeit, womit sie zu den geistig faehigsten Nutztieren gehoeren. In den meisten Teilen der Welt werden sie zur Fleischgewinnung gehalten, kleinere Typen finden zunehmend auch als Haustier in Wohnhaeusern und auf Kleinstflaechen Verwendung.
Schweine sind ausgesprochen soziale Tiere. In natuerlicher, freier Umgebung leben sie in Gruppen, verstaendigen sich mit einem breiten Repertoire an Grunz- und Quiektoenen und pflegen stabile Beziehungen. Mit dem flachen, beweglichen Ruessel wird nach Futter gewuehlt und die Umgebung erkundet, dieses Verhalten zeigt sich unabhaengig davon, ob das Tier auf dem Hof oder im heimischen Garten lebt. Weil ihnen ueber weite Teile des Koerpers wirksame Schweissdruesen fehlen, kuehlen sich Schweine durch Suhlen in Schlamm oder Wasser ab und schuetzen dabei gleichzeitig ihre Haut.
Als Begleittier braucht ein Schwein Platz, taegliche Zuwendung und einen geregelten Tagesablauf. Im Vergleich zu vielen anderen Nutztieren werden sie recht alt und bauen eine enge Bindung zum Menschen auf, wegen ihrer Groesse, Kraft und dem ausgepraegten Wuehltrieb gehoeren sie aber zu den anspruchsvolleren Haustieren.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Sus scrofa domesticus |
| Familie | Echte Schweine (Suidae) |
| Groesse im erwachsenen Zustand | Rund 60 kg bei Minischweinen, bis zu 350 kg oder mehr bei grossen Nutzrassen |
| Lebenserwartung | 12 bis 18 Jahre bei Heimtierrassen; Nutzschweine bleiben meist deutlich kuerzer in Haltung |
| Ernaehrung | Allesfresser |
| Pflegeaufwand | Hoch |
| Geeignet fuer | Halterinnen und Halter mit Aussenflaeche, Zeit und Erfahrung mit grossen Tieren |
Wem ein Schwein liegt
Fuer Personen mit einer sicher eingezaeunten Aussenflaeche, einer verlaesslichen Fuetterungs- und Reinigungsroutine sowie tieraerztlicher Betreuung fuer Nutztiere ist ein Schwein gut geeignet. In einer kleinen Wohnung oder bei Halterinnen, die sich ein ruhiges, pflegeleichtes Haustier wuenschen, ist es hingegen fehl am Platz. Aufgrund seiner Intelligenz braucht es geistige Beschaeftigung und klare Grenzen, und die spaetere Groesse im erwachsenen Zustand sollte schon vor der Anschaffung eingeplant werden.
Schweinerassen und -typen im Ueberblick
Rund 17 anerkannte Schweinerassen reichen von grossen Mastrassen bis zu alten Nutzrassen und Minischweinen fuer die Heimtierhaltung, unterschieden nach Groesse, Farbe, Widerstandsfaehigkeit und Verwendungszweck.
Schweinerassen unterscheiden sich in mehreren Punkten: Koerpergroesse, Wachstumstempo, Fett- gegenueber Muskelfleischanteil, Fellfarbe und Musterung, Widerstandsfaehigkeit im Freiland sowie Eignung als Haustier. Rund 17 Rassen sind allgemein anerkannt. Grosse kommerzielle Rassen entstanden durch Zucht auf rasches Wachstum und hohen Magerfleischanteil, waehrend alte Nutzrassen wegen ihrer Robustheit, ihrer Faehigkeit zur Futtersuche im Freien und ihres Geschmacks erhalten bleiben. Minischweinrassen wurden auf geringere Groesse im erwachsenen Zustand und ein ruhigeres Temperament selektiert, was sie als Begleittier praktischer macht.
| Rasse oder Typ | Bekannt fuer |
|---|---|
| Yorkshire | Grosse weisse Nutzrasse, mageres Fleisch und grosse Wuerfe |
| Duroc | Roetliche Rasse, geschaetzt wegen raschem Wachstum und Fleischqualitaet |
| Hampshire | Schwarz mit weissem Guertel, magerer, muskuloeser Schlachtkoerper |
| Landrace | Langgestreckte weisse Rasse, bekannt fuer fruchtbare Wuerfe |
| Berkshire | Schwarze alte Nutzrasse, geschaetzt wegen ihres Fleischgeschmacks |
| Pietrain | Gefleckte Rasse, gezuechtet auf kraeftige Bemuskelung |
| Chester White | Weisse Rasse, bekannt als robuster Muttertyp |
| Spotted | Schwarzweisse Rasse mit gutem Wachstum |
| Tamworth | Ingwerfarbene alte Nutzrasse, robust bei der Futtersuche im Freien |
| Gloucestershire Old Spot | Weiss mit schwarzen Flecken, traditionelle Weiderasse |
| Large Black | Zur Gaenze schwarze, robuste Rasse fuer die Freilandhaltung |
| Hereford | Rot mit weissen Abzeichen, gutmuetiges Wesen |
| Mangalitsa | Lockiges Fell, sehr fettreiches Fleisch |
| Red Wattle | Rote Rasse mit fleischigen Halslappen, gute Futtersucherin |
| Vietnamesisches Haengebauchschwein | Kleine Rasse, weitverbreitet als Haustier |
| Kunekune | Kleine Weiderasse mit ruhigem Temperament, als Haustier beliebt |
Meist erfolgt die Einteilung der Rassen nach Verwendungszweck und Herkunft: kommerzielle Mastrassen, alte oder traditionelle Nutzrassen, die wegen Robustheit und Geschmack erhalten werden, sowie Mini- oder Heimtierrassen wie das Haengebauchschwein und das Kunekune. Farbe und Fell, also weiss, schwarz, rot, gefleckt oder lockig, haengen oft mit der Rasse zusammen und erleichtern die Bestimmung.
Geschichte der Domestikation des Schweins
Vor rund 9000 Jahren wurde das Schwein unabhaengig voneinander im Nahen Osten und in Ostasien aus dem Wildschwein domestiziert und verbreitete sich anschliessend durch Handel, Wanderung und Kolonisation weltweit.
Abstammungsmaessig geht das Hausschwein auf das Wildschwein Sus scrofa zurueck, das einst weite Teile Europas und Asiens besiedelte. Archaeologische und genetische Funde weisen auf eine unabhaengige Domestikation in mindestens zwei Regionen hin: einerseits im Nahen Osten, im Gebiet des heutigen Anatolien, vor rund 9000 Jahren, andererseits zu einer aehnlichen Zeit in Ostasien, im Raum des heutigen China. In der Naehe von Siedlungen hielten sich diese fruehen Schweine auf, wo sie Kuechenabfaelle frassen und in der Umgebung nach Nahrung suchten.
Gemeinsam mit den fruehen Ackerbaukulturen gelangte das Schwein westwaerts nach Europa und gehoerte spaetestens in der klassischen Antike zum festen Bestandteil des Landlebens auf dem Kontinent. Weil es Abfaelle und Futter aus der Natur in Fleisch verwandeln konnte, war es fuer Haushalte und Doerfer von praktischem Nutzen. Ueber Jahrhunderte hinweg entstanden regionale Typen, gepraegt durch oertliche Gegebenheiten, das verfuegbare Futter und menschliche Vorlieben, woraus zahlreiche der heute noch bekannten traditionellen Rassen hervorgingen.
Mit den europaeischen Ueberfahrten ab dem 16. Jahrhundert gelangten Schweine in die Amerikas, wo sie sich rasch in den neuen Lebensraeumen einlebten. Waehrend des 18. und 19. Jahrhunderts kreuzten Zuechter in Grossbritannien und andernorts einheimische Schweine mit eingefuehrten asiatischen Tieren, wodurch sich Wachstum und Koerperbau verbesserten und der Grundstein fuer mehrere heutige Rassen gelegt wurde.
Eine intensive Selektion auf schnelles Wachstum und mageres Fleisch praegte das 20. Jahrhundert, wodurch sich die Erzeugung auf wenige kommerzielle Rassen konzentrierte. Gleichzeitig nahm das Interesse an alten Nutzrassen und an kleineren, als Haustier gehaltenen Schweinen zu, wodurch aeltere Typen erhalten blieben, die sonst wohl in Vergessenheit geraten waeren.
Koerperbau und Aussehen des Schweins
Charakteristisch fuer das Schwein sind ein gedrungener, tonnenfoermiger Koerper, ein flacher beweglicher Ruessel, kleine Augen und ein spaerliches Borstenkleid, wobei Groesse und Farbe je nach Rasse stark schwanken.
Auf kurzen Beinen ruht ein schwerer, tonnenfoermiger Koerper mit grossem Kopf, dazu kommt der charakteristische flache Ruessel, mit dem gewuehlt wird. Dick ist die Haut, das Fell meist spaerlich und borstig, wobei manche Rassen ein dichteres oder lockiges Fell aufweisen. Klein im Verhaeltnis zum Kopf sind die Augen, die Ohren stehen je nach Rasse aufrecht oder klappen nach vorn. Enorm variiert die Groesse im erwachsenen Zustand, von kompakten Heimtiertypen bis hin zu sehr grossen Mastrassen.
| Merkmal | Typischer Bereich |
|---|---|
| Groesse | Rund 50 cm Schulterhoehe bei Minischweinen, ueber 100 cm bei grossen Rassen |
| Gewicht | Etwa 60 kg bei Minirassen, 350 kg oder mehr bei grossen Nutzrassen |
| Fell oder Behaarung | Dicke Haut mit spaerlichem Borstenfell; bei manchen Rassen wollig oder lockig |
| Farben | Weiss, Schwarz, Rot, Ingwerfarben und Kombinationen wie Guertel- oder Fleckenzeichnung |
| Besondere Merkmale | Flacher Wuehlruessel, kurze Beine, geringelte oder gerade Rute, aufrechte oder gefaltete Ohren |
Von Rasse zu Rasse zeigt sich das Erscheinungsbild sehr unterschiedlich. Hochgewachsen und kraeftig bemuskelt praesentieren sich grosse kommerzielle Rassen, waehrend Heimtierrassen wie das Haengebauchschwein klein bleiben und einen haengenden Bauch samt kurzen Beinen aufweisen. Beim Fell reicht die Spanne vom glatten Weiss des Yorkshire ueber die ingwerfarbenen Borsten des Tamworth bis zum lockigen Vlies des Mangalitsa. Farbmuster wie der Guertel beim Hampshire oder die Flecken beim Gloucestershire Old Spot gelten als rassetypisch.
Verhalten und Temperament des Schweins
Neugierig, intelligent und ausgesprochen gesellig zeigt sich das Schwein im Gruppenleben, in der lautstarken Verstaendigung und im staendigen Wuehlen und Erkunden seiner Umgebung.
Zu den intelligenteren Haustieren zaehlt das Schwein zweifellos. Seine Umgebung erkundet es neugierig mit dem Ruessel, dem Geruchssinn und dem Gedaechtnis fuer Futterstellen. Wuehlen, also das Stossen und Graben mit dem Ruessel, entspringt einem starken Instinkt, der beim Auffinden von Futter und beim Erkunden hilft, und dieses Verhalten bleibt in jeder Haltungsform bestehen.
In sozialer Hinsicht leben Schweine in Gruppen mit ausgepraegter Rangordnung, wobei sich zwischen vertrauten Tieren dauerhafte Beziehungen entwickeln. Enge Bindungen bestehen zwischen Sauen und ihren Ferkeln, und innerhalb einer Gruppe erkennen sich die Tiere gegenseitig. Ueber ein breites Spektrum an Grunz- und Quieklauten sowie weiteren Toenen verstaendigen sich Schweine untereinander, wobei Zufriedenheit, Alarm, Hunger oder Stress signalisiert wird. Zur Regulierung der Koerpertemperatur und zur Hautpflege suhlen sie sich in Schlamm oder Wasser, ein voellig normales Verhalten, das nicht mit Unsauberkeit zu verwechseln ist. Bei ausreichend Platz trennen Schweine ueblicherweise Schlaf- und Kotbereich sauber voneinander.
| Aspekt | Typisch |
|---|---|
| Geselligkeit | Hoch; Gesellschaft wird bevorzugt, Einzelhaltung schlecht vertragen |
| Aktivitaetsniveau | Maessig; aktive Futtersuche wechselt sich mit Ruhen und Suhlen ab |
| Lautaeusserungen | Haeufig; breites Spektrum an Grunz- und Quieklauten |
| Umgang mit Menschen | Bindet sich leicht, kann ohne klare Grenzen aber aufdringlich oder dominant werden |
| Umgang mit anderen Tieren | Am besten mit Artgenossen; bei kleineren Haustieren ist genaue Aufsicht geboten |
Schweinehaltung: Pflege im Alltag
Sicheres Aussengehege, taegliches Fuettern und Reinigen, Schutz vor Hitze sowie ein konsequenter Umgang sind fuer Schweine unerlaesslich, weshalb die Haltung recht aufwendig ausfaellt.
Taegliche Pflege
- Frisches Wasser jederzeit sowie eine abgemessene, ausgewogene Tagesration bereitstellen
- Das Tier auf Verletzungen, Lahmheit sowie Veraenderungen bei Appetit oder Verhalten kontrollieren
- Schlaf- und Kotbereich saeubern und verschmutzte Einstreu entfernen
- Moeglichkeiten zum Wuehlen und zur Futtersuche bieten, damit die natuerlichen Instinkte ausgelebt werden koennen
Umgebung
- Ausbruchssichere Einzaeunung, denn Schweine sind kraeftig und koennen Barrieren anheben oder eindruecken
- Ein trockener, zugluftfreier Unterstand mit sauberer Einstreu, etwa Stroh
- Eine Suhle oder ein schattiger Platz zur Abkuehlung, weil Schweine rasch ueberhitzen
- Ein Bereich, in dem gewuehlt werden darf, denn es passiert ohnehin
Fellpflege und Umgang
An Fellpflege braucht ein Schwein wenig, die Haut sollte man aber auf Trockenheit, Sonnenbrand, Parasiten und Verletzungen kontrollieren. Klauen und Hauer benoetigen gelegentlich die Aufmerksamkeit einer Halterin oder eines Tierarztes. Von klein auf sollte der Umgang mit dem Schwein ruhig und konsequent erfolgen, denn ausgewachsene Tiere sind schwer und kraeftig und reagieren auf grobe oder unbestaendige Behandlung schlecht.
Ernaehrung und Fuetterung beim Schwein
Als Allesfresser bekommen Schweine hauptsaechlich ausgewogenes Fertigfutter oder Getreide, ergaenzt durch Gruenfutter und Gemuese, wobei die Menge je nach Alter, Gewicht und Verwendungszweck angepasst wird.
Als Allesfresser nimmt das Schwein ein breites Futterspektrum zu sich, fuer den Erhalt der Gesundheit und zur Vermeidung von Uebergewicht ist jedoch eine ausgewogene Ration erforderlich. Meist wird ein dem Alter entsprechendes Fertigfutter oder eine getreidebasierte Ration verfuettert, ergaenzt um Gruenfutter, Gras und geeignetes Gemuese. Besonders bei Heimtierschweinen kommt es leicht zu Ueberfuetterung, weshalb Portionen abgemessen und die Koerperkondition im Auge behalten werden sollten. Wichtiger als die Menge sind Futterqualitaet und Ausgewogenheit.
| Lebensphase | Ernaehrung | Hinweise |
|---|---|---|
| Ferkel | Zunaechst Sauenmilch, danach Startfutter | Schrittweise an Festfutter gewoehnen; Wasserzugang stets gewaehrleisten |
| Aufzucht | Ausgewogenes Aufzuchtfutter mit Gruenfutter | Menge an das Wachstumstempo anpassen, uebermaessige Verfettung vermeiden |
| Erwachsen | Erhaltungsfutter samt Gruenfutter und Gemuese | Portionen abmessen; Koerperkondition zur Vorbeugung von Uebergewicht kontrollieren |
| Zuchtsau | Hoeheres Naehrstoffangebot rund um Traechtigkeit und Saeugezeit | Futtermenge gegen Ende der Traechtigkeit und waehrend der Laktation erhoehen |
Kleine Portionen Obst oder Gemuese eignen sich als Leckerli fuer Training und Beschaeftigung, sollten in der Ration aber nur eine geringe Rolle spielen. Futterumstellungen sollten stets schrittweise erfolgen. Sauberes, frisches Wasser muss durchgehend zur Verfuegung stehen, wobei der Bedarf bei heissem Wetter und waehrend der Saeugezeit deutlich steigt.
Gesundheit beim Schwein: haeufige Probleme
Als robust gilt das Schwein, dennoch neigt es zu Uebergewicht, Lahmheit, Hautproblemen, Parasiten und Atemwegserkrankungen; bei guter Pflege werden Heimtiertypen meist 12 bis 18 Jahre alt.
Grundsaetzlich zaehlt das Schwein zu den widerstandsfaehigen Tieren, seine Gesundheit haengt aber stark von Ernaehrung, Unterbringung und regelmaessiger Betreuung ab. Bei Heimtierschweinen tritt Uebergewicht haeufig auf und beguenstigt Probleme an Gelenken, Fuessen und sogar an den Augen. Anfaellig ist das Schwein ausserdem fuer Hautprobleme, Sonnenbrand, innere und aeussere Parasiten sowie Atemwegserkrankungen, insbesondere bei feuchter oder ueberbelegter Unterbringung. Bei guter Haltung erreichen Heimtierschweine ueblicherweise ein Alter von 12 bis 18 Jahren.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Uebergewicht | Uebermaessiges Fettgewebe, Bewegungsschwierigkeiten, Fettfalten ueber den Augen | Entsteht durch Ueberfuetterung; ueber Ernaehrung und Bewegung gegensteuern |
| Lahmheit und Gelenkprobleme | Hinken, Widerwille gegen Aufstehen oder Gehen | Haeufig im Zusammenhang mit Gewicht, Bodenbelag oder uebermaessigem Klauenwachstum |
| Hautprobleme und Sonnenbrand | Trockene, rissige, geroetete oder schuppige Haut | Schatten, Suhlen und Parasitenkontrolle bereitstellen |
| Parasiten | Juckreiz, Gewichtsverlust, schlechtes Fell | Regelmaessiges Entwurmen und Hautkontrollen wirken vorbeugend |
| Atemwegserkrankungen | Husten, erschwerte Atmung, Nasenausfluss | Haeufiger bei feuchter, staubiger oder ueberbelegter Unterbringung |
Vorbeugende Massnahmen
- Abgemessene, ausgewogene Ernaehrung fuettern und schlanke Koerperkondition erhalten
- Saubere, trockene Unterbringung mit guter Belueftung bereitstellen
- Gemeinsam mit dem Tierarzt ein Parasitenkontrollprogramm fuehren
- Klauen- und Hauerpflege sowie regelmaessige Gesundheitschecks nicht vernachlaessigen
- Oertliche Vorgaben zu Impfungen und Bestandsdokumentation einhalten
Zucht und Fortpflanzung beim Schwein
Mit etwa 5 bis 8 Monaten wird das Schwein geschlechtsreif, die Traechtigkeit dauert rund 114 Tage, und ein Wurf umfasst ueblicherweise 8 bis 12 Ferkel, die vor dem Absetzen mehrere Wochen gesaeugt werden.
Bereits mit etwa 5 bis 8 Monaten erreicht das Schwein die Geschlechtsreife, mit der eigentlichen Zucht wird jedoch meist zugewartet, bis das Tier ausgewachsener ist. In einem regelmaessigen Zyklus von rund drei Wochen kommen Sauen in Rausche und sind dabei nur kurzzeitig empfaengnisbereit. Nach der Bedeckung dauert die Traechtigkeit etwa 114 Tage, als Merkregel gelten drei Monate, drei Wochen und drei Tage.
Ueblicherweise umfasst ein Wurf 8 bis 12 Ferkel, wobei die Zahl je nach Rasse und Sau schwankt. Bereits beweglich und saugfaehig kommen Ferkel zur Welt und sind in den ersten Lebenswochen auf die Milch und Waerme der Sau angewiesen. Nach mehreren Wochen werden sie meist abgesetzt und stellen anschliessend auf Festfutter um. Wer verantwortungsvoll zuechten will, muss die Versorgung der Sau, die Kosten und den Platzbedarf fuer die Aufzucht sowie geeignete Abnehmer oder Zwecke fuer die Nachzucht von Anfang an mitbedenken.
| Kennwert | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Etwa 5 bis 8 Monate |
| Rauschezyklus | Etwa 21 Tage |
| Traechtigkeitsdauer | Etwa 114 Tage |
| Wurfgroesse | Ueblicherweise 8 bis 12 Ferkel |
| Absetzalter | Mehrere Wochen, je nach Haltungssystem unterschiedlich |
Ein Schwein anschaffen: das ist zu beachten
Eine langfristige, aufwendige Verpflichtung von 12 bis 18 Jahren stellt ein Schwein dar, mit Bedarf an Aussenflaeche, sicherer Einzaeunung, tieraerztlicher Nutztierbetreuung und laufenden Futterkosten, geeignet fuer vorbereitete, erfahrene Halter.
Passt ein Schwein zu Ihnen?
Eine grosse Verantwortung stellt ein Schwein dar. Bis zu 12 bis 18 Jahre koennen Heimtiertypen alt werden, wer sich fuer die Anschaffung entscheidet, sollte also mehr als ein Jahrzehnt taegliche Pflege einplanen. Sicheres Aussengehege und eine stabile Einzaeunung sind notwendig, denn selbst kleine Rassen sind kraeftig und beharrlich. Taeglich Zeit fuer Fuetterung, Reinigung und Zuwendung muss eingeplant werden, und eine Tieraerztin oder ein Tierarzt mit Erfahrung bei Schweinen oder Nutztieren sollte erreichbar sein. Zu den laufenden Kosten zaehlen Futter, Einstreu, Einzaeunung und tieraerztliche Betreuung, und diese bleiben ueber die gesamte Lebenszeit des Tieres bestehen. Vielerorts gelten zudem Vorschriften zur Schweinehaltung, etwa zu Registrierung und Bestandsdokumentation, die vorab in Erfahrung gebracht werden sollten.
| Posten | Typische Kosten |
|---|---|
| Kauf oder Uebernahme | Stark abhaengig von Rasse und Bezugsquelle |
| Unterbringung und Einzaeunung | Hoehere Anfangskosten fuer sicheren Unterstand und Zaun |
| Futter | Laufende monatliche Kosten je nach Groesse und Anzahl der Tiere |
| Einstreu und Zubehoer | Regelmaessig anfallende Kosten |
| Tieraerztliche Betreuung | Routineversorgung plus gelegentlich hoehere Kosten bei Krankheit oder Verletzung |
Woher ein Schwein beziehen
Von verantwortungsvollen Zuechtern, Hoefen sowie aus Auffangstationen oder Gnadenhoefen kann ein Schwein stammen. Eine Bezugsquelle, bei der die Haltungsbedingungen eingesehen werden koennen, die ehrlich ueber die erwartbare Groesse im erwachsenen Zustand und das Wesen informiert und Gesundheits- sowie Herkunftsangaben liefert, ist vorzuziehen. Haeufig suchen Auffangstationen und Gnadenhoefe Plaetze fuer Schweine, besonders fuer Heimtiertypen, die den Erwartungen frueherer Halter entwachsen sind. Bezugsquellen, die die spaetere Groesse eines Schweins herunterspielen, sollten gemieden werden.
Schweinehaltung: haeufig gestellte Fragen
Haeufig gestellte Fragen zur Schweinehaltung betreffen die Eignung als Haustier, Lebenserwartung, Kosten, Pflegeaufwand, Familientauglichkeit sowie Platz- und Rechtsbedarf.
Sind Schweine gute Haustiere?
Bei der richtigen Halterin oder dem richtigen Halter koennen Schweine bereichernde Haustiere sein. Intelligent und gesellig binden sie sich an Menschen, benoetigen aber Platz, taegliche Pflege, sichere Einzaeunung und eine langfristige Verpflichtung, sind also kein pflegeleichtes Haustier.
Wie alt werden Schweine?
Bei guter Pflege erreichen Heimtierschweine ueblicherweise ein Alter von 12 bis 18 Jahren. Diese lange Lebenserwartung ist vor der Anschaffung unbedingt zu bedenken.
Wie viel kostet die Haltung eines Schweins?
Stark schwankend fallen die Kosten aus, umfassen aber den Anschaffungspreis, sichere Unterbringung und Einzaeunung, laufendes Futter und Einstreu sowie tieraerztliche Betreuung. Futter und Unterbringung verursachen langfristig die groessten Kosten.
Ist die Pflege eines Schweins aufwendig?
Ein pflegeintensives Tier ist das Schwein. Aussenflaeche, stabile Einzaeunung, eine ausgewogene abgemessene Ernaehrung, Schutz vor Hitze sowie regelmaessige Gesundheits- und Klauenpflege sind notwendig, was den Aufwand ueber den vieler gaengiger Haustiere hebt.
Vertragen sich Schweine gut mit Familien und Kindern?
Freundlich und kontaktfreudig koennen Schweine sein, sie sind aber kraeftig, koennen ohne klare Grenzen aufdringlich werden und gross heranwachsen. Bei kleinen Kindern sollte der Kontakt beaufsichtigt werden, und Erwachsene sollten konsequente Regeln vorgeben.
Brauchen Schweine Artgenossen als Gesellschaft?
Ausgesprochen sozial sind Schweine, in der Regel kommen sie am besten in Gesellschaft anderer Schweine zurecht. Bei Einzelhaltung braucht ein Schwein reichlich Zuwendung und Beschaeftigung, damit Stress und Langeweile ausbleiben.
Gibt es gesetzliche Vorschriften zur Schweinehaltung?
In vielen Regionen ist die Schweinehaltung reglementiert, etwa durch Registrierungspflicht, Bestandsdokumentation und Fuetterungsvorgaben. Vor der Anschaffung sollten die oertlichen Bestimmungen geprueft werden, da diese auch fuer Heimtierschweine gelten.