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Azotämie bei Haustieren

Azotämie ist ein Laborbefund, keine sichtbare Krankheit, der sich als erhöhter Harnstoff und Kreatinin im Blutbild zeigt. Er bedeutet, dass die Nieren Abfallstoffe nicht mehr so wirksam aus dem Blut filtern wie sie sollten, sei es durch Dehydrierung, Nierenschädigung oder eine Verlegung im Abfluss. Hat der Tierarzt Azotämie im Blutbild Ihres Haustiers festgestellt, sind weitere Untersuchungen nötig, um die Ursache einzugrenzen.

Body system: Harnsystem

Was es ist

Azotämie ist eher ein Laborbefund als etwas, das ein Besitzer zu Hause bemerkt: Zwei Abfallprodukte, Blutharnstoffstickstoff und Kreatinin, liegen im Blutbild über dem Normalbereich. Beide werden normalerweise von den Nieren herausgefiltert, sodass ein Anstieg bedeutet, dass die Filtration irgendwo ins Stocken geraten ist. Tierärzte unterteilen Azotämie je nach Ursprung des Problems in drei Formen: prärenal, also verminderte Durchblutung der Nieren; renal, also Schädigung des Nierengewebes selbst; und postrenal, also Harn, der nach der Bildung nicht abfliessen kann, meist durch eine Verlegung oder einen Riss.

Häufige Ursachen

Dehydrierung durch Erbrechen, Durchfall oder schlicht zu geringe Trinkmenge ist die häufigste prärenale Ursache und lässt sich oft mit Infusionen umkehren. Chronische Niereninsuffizienz verursacht eine langsamere, renale Form, da funktionsfähiges Gewebe nach und nach verloren geht. Eine akute Nierenschädigung durch Giftstoffe wie Frostschutzmittel, Weintrauben bei Hunden oder Lilien bei Katzen kann einen plötzlichen, schweren Anstieg auslösen. Herzinsuffizienz kann die Durchblutung so weit einschränken, dass selbst bei gesunden Nieren eine Azotämie entsteht, und eine verlegte oder gerissene Blase verursacht die postrenale Form.

Wann es ein Notfall ist

Ein plötzlicher Anstieg dieser Werte, besonders zusammen mit Erbrechen, vermindertem Appetit oder verringertem Harnabsatz, braucht rasche Abklärung statt einer routinemässigen Nachkontrolle. Postrenale Azotämie durch eine verlegte oder gerissene Blase ist ein echter Notfall, da die Werte innerhalb weniger Stunden gefährlich ansteigen können. Chronische, stabile Azotämie bei einem älteren Tier mit Nierenerkrankung wird auf einer langsameren Zeitachse behandelt, doch jede plötzliche Verschlechterung sollte umgehend gemeldet werden.

Was der Tierarzt tut

Da eine einzelne Blutabnahme die drei Formen nicht immer sicher unterscheiden kann, kombiniert der Tierarzt das Blutbild mit einer Harnuntersuchung und achtet besonders auf die Harnkonzentration. Blutdruckmessung, Bildgebung und ein neuerer Nierenmarker namens SDMA helfen, das Bild zu schärfen. Prärenale Azotämie spricht meist innerhalb ein bis zwei Tagen auf intravenöse Infusionen an, während postrenale Ursachen eine direkte Behebung der Verlegung oder des Risses benötigen, oft durch Katheterisierung oder Operation.

Heimpflege und Vorbeugung

Bei einem Tier mit diagnostizierter Nierenerkrankung helfen eine verordnete nierenschonende Diät und ständiger Zugang zu frischem Wasser, die Azotämie stabil zu halten. Medikamente sollten zuerst mit dem Tierarzt besprochen werden, da mehrere gängige Wirkstoffe die Nierenfunktion verschlechtern können. Regelmässige Blutbildkontrollen lassen den Tierarzt einen ansteigenden Trend frühzeitig erkennen. Giftige Pflanzen, Frostschutzmittel und Weintrauben ausser Reichweite zu halten, verhindert eine der plötzlicheren Ursachen dieses Befunds.

This content is for educational purposes and is not a substitute for professional veterinary advice. If you are worried about your pet, contact your veterinarian.