Pyometra
Also known as: Gebärmuttervereiterung
Die Pyometra ist eine lebensbedrohliche bakterielle Infektion der Gebärmutter bei unkastrierten Weibchen, die sich meist innerhalb weniger Wochen nach einer Läufigkeit unter dem Einfluss von Progesteron entwickelt. Eiter sammelt sich in der Gebärmutter an, und ins Blut freigesetzte Toxine können Sepsis, Nierenschädigung und Tod verursachen. Man unterscheidet die offene Form (geöffneter Muttermund, sichtbarer Ausfluss) von der geschlossenen Form (verschlossener Muttermund, kein Ausfluss), wobei die geschlossene Form gefährlicher ist. Die notfallmässige chirurgische Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken ist die Therapie der Wahl.
Quick facts
- Type:
- Infectious
- Typical onset:
- Acute
- Body systems:
- Reproductive, Immune
- Affected species:
- CAT, DOG, FERRET, GUINEA_PIG, RABBIT
- Reference codes:
- ICD11 GA01.01
Überblick
Die Pyometra ist eine schwere Infektion, bei der sich die Gebärmutter mit Eiter füllt. Sie tritt fast ausschliesslich bei unkastrierten Weibchen auf und zeigt sich typischerweise in den Wochen nach einer Läufigkeit. Ohne rasche Behandlung kann sie tödlich verlaufen.
Ursachen
Nach einer Läufigkeit lässt das Hormon Progesteron die Gebärmutterschleimhaut verdicken und Flüssigkeit absondern, wodurch ein ideales Milieu für Bakterien wie E. coli entsteht, die aus der Scheide aufsteigen. Wiederholte Hormonzyklen ohne Trächtigkeit verschlimmern diese Veränderungen im Laufe der Zeit.
Symptome
Häufige Symptome sind Mattigkeit, schlechter Appetit, vermehrtes Trinken und Harnabsatz, ein geschwollener Bauch und Scheidenausfluss. Bei der geschlossenen Pyometra fehlt der Ausfluss, und die Tiere können sich rasch verschlechtern und einen Schock entwickeln.
Diagnose
Die Diagnose stützt sich auf die Anamnese einer kürzlichen Läufigkeit, die körperliche Untersuchung, Blutwerte mit Entzündungszeichen sowie Bildgebung wie Ultraschall oder Röntgen, die eine flüssigkeitsgefüllte Gebärmutter bestätigen.
Behandlung und Management
Eine notfallmässige Operation zur Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken, kombiniert mit intravenöser Flüssigkeit und Antibiotika, bietet das beste Ergebnis. Bei wertvollen Zuchttieren kann eine medikamentöse Behandlung mit Hormonen versucht werden, birgt aber ein hohes Rückfallrisiko.
Vorbeugung
Eine Kastration, bevor die Erkrankung auftritt, verhindert die Pyometra vollständig und ist die zuverlässigste vorbeugende Massnahme. Die Kastration beseitigt zudem das zukünftige Rückfallrisiko und verringert bei früher Durchführung das Risiko von Gesäugeerkrankungen.
Wann tierärztliche Hilfe nötig ist
Jedes unkastrierte Weibchen, das in den Wochen nach einer Läufigkeit erkrankt, besonders mit einem geschwollenen Bauch oder Scheidenausfluss, sollte umgehend untersucht werden, da Verzögerungen die Prognose deutlich verschlechtern.
Sources & references
- Merck Veterinary Manual — Describes cystic endometrial hyperplasia-pyometra complex in small animals, including progesterone-driven pathogenesis and surgical management.
- Cornell University CVM — Owner-oriented overview of canine pyometra, emphasizing the emergency nature of closed pyometra and the role of spaying in prevention.
- ICD-11
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