United Pet Club
Taube

Afrikanisches Möwchen

Das African Owl ist eine charmante kurzschnäbelige Formtaube, geschätzt für ihren winzigen Schnabel, ihr gekräuseltes Brustgefieder und ihr sanftes, fügsames Wesen.

Size
Klein
Lifespan
8–12 years
Origin
Tunesien
Temperament
Sanft
Standard colors
Schwarz, Weiss und Blau and 10 more
Key Traits
SanftRuhigFügsamAnhänglich

Characteristics

Energy Level5
Trainability3
Good With Kids3
Good With Pets5
Grooming Needs2

Afrikanisches Möwchen colors and patterns

What each club's breed standard says about every Afrikanisches Möwchen color and pattern. Point at a ruling to see the club's own wording.

Breed standards describe the Afrikanisches Möwchen in Schwarz, Weiss, Blau, Lavendel, Silber, Braun, Braunfalbe, Khakifarben, Rot, Rotfahl, Rotfahl mit Binden, Gelb und Creme. Standard patterns: Einfarbig, Grizzle, Gehämmert, Mit Binden, Ausbreitungsfaktor, Schecke und Mandelfarbig.

Gefieder: rulings by club
Color or patternNPABDRG
SchwarzStandardgemäss (“black; blue; almond”)Standardgemäss (“Schwarz; Schwarz-gescheckt; Andalusierfarbig; Blau mit Binden; Blau-gehämmert; Andalusierfarbig-gescheckt; Blau-gescheckt mit Binden”)
WeissStandardgemäss (“white; grizzle; almond”)Standardgemäss (“Weiß; Schwarz-gescheckt; Andalusierfarbig-gescheckt; Dun-gescheckt; Braun-gescheckt; Khaki-gescheckt; Rot-gescheckt; Gelb-gescheckt”)
BlauStandardgemäss (“blue”)Standardgemäss (“Andalusierfarbig; Blau mit Binden; Blau-gehämmert; Andalusierfarbig-gescheckt; Blau-gescheckt mit Binden; Blau-gehämmert-gescheckt”)
LavendelStandardgemäss (“lavender”)No ruling
SilberStandardgemäss (“silver”)Standardgemäss (“Blaufahl mit Binden; Blaufahl-gehämmert; Blaufahl-gescheckt mit Binden; Blaufahl-gehämmert-gescheckt; Blaufahl-schimmel mit Binden”)
BraunStandardgemäss (“brown”)Standardgemäss (“Braun; Braunfahl mit Binden; Braunfahl-gehämmert; Braun-gescheckt; Braunfahl-gescheckt mit Binden; Braunfahl-gehämmert-gescheckt”)
BraunfalbeStandardgemäss (“dun; silver”)Standardgemäss (“Dun; Dun-gescheckt; Blaufahl mit Binden; Blaufahl-gehämmert; Blaufahl-gescheckt mit Binden; Blaufahl-gehämmert-gescheckt; Blaufahl-schimmel mit Binden”)
KhakifarbenStandardgemäss (“khaki”)Standardgemäss (“Khaki; Khakifahl mit Binden; Khakifahl-gehämmert; Khaki-gescheckt; Khakifahl-gescheckt mit Binden; Khakifahl-gehämmert-gescheckt”)
RotStandardgemäss (“red”)Standardgemäss (“Rot; Rot-gescheckt”)
RotfahlStandardgemäss (“ash red”)Standardgemäss (“Rotfahl mit Binden; Rotfahl-gehämmert; Rotfahl-gescheckt mit Binden; Rotfahl-gehämmert-gescheckt”)
Rotfahl mit BindenStandardgemäss (“mealy”)No ruling
GelbStandardgemäss (“yellow; almond; cream”)Standardgemäss (“Gelb; Gelb-gescheckt; Gelbfahl mit Binden; Gelbfahl-gehämmert; Gelbfahl-gescheckt mit Binden; Gelbfahl-gehämmert-gescheckt”)
CremeStandardgemäss (“cream”)Standardgemäss (“Gelbfahl mit Binden; Gelbfahl-gehämmert; Gelbfahl-gescheckt mit Binden; Gelbfahl-gehämmert-gescheckt”)
Patterns
EinfarbigStandardgemäss (“white; black; dun; red; yellow”)Standardgemäss (“Weiß; Schwarz; Dun; Braun; Khaki; Rot; Gelb”)
GrizzleStandardgemäss (“grizzle”)Standardgemäss (“Blau-schimmel mit Binden; Blaufahl-schimmel mit Binden”)
GehämmertStandardgemäss (“check”)Standardgemäss (“Blau-gehämmert; Blaufahl-gehämmert; Braunfahl-gehämmert; Khakifahl-gehämmert; Rotfahl-gehämmert; Gelbfahl-gehämmert; Blau-gehämmert-gescheckt”)
Mit BindenStandardgemäss (“blue; silver; mealy; cream”)Standardgemäss (“Blau mit Binden; Blaufahl mit Binden; Braunfahl mit Binden; Khakifahl mit Binden; Rotfahl mit Binden; Gelbfahl mit Binden; Blau-gescheckt mit Binden”)
AusbreitungsfaktorStandardgemäss (“lavender”)Standardgemäss (“Andalusierfarbig; Andalusierfarbig-gescheckt”)
ScheckeAlternativ (“pieds”)Standardgemäss (“Schwarz-gescheckt; Dun-gescheckt; Braun-gescheckt; Khaki-gescheckt; Rot-gescheckt; Gelb-gescheckt; Blau-gescheckt mit Binden”)
MandelfarbigStandardgemäss (“almond”)No ruling
HohligAlternativ (“aoc”)No ruling
Augen: rulings by club
Color or patternNPA
DunkelbraunStandardgemäss (“either bull or gravel; bull or claret”)
RotStandardgemäss (“currant red; bull or claret”)
OrangeStandardgemäss (“either bull or gravel”)
Schnabel: rulings by club
Color or patternNPA
SchwarzStandardgemäss (“for blacks and blues, black”)
HornfarbenStandardgemäss (“for duns, silvers, browns, and khakis, light horn color”)
RosaStandardgemäss (“for reds, yellows and whites, flesh color”)
Beine und Füsse: rulings by club
Color or patternNPA
RotStandardgemäss (“color bright red”)

What the rulings mean

Standardgemäss
Described by the club's breed standard.
Alternativ
Registrable with the club but not described by its breed standard, such as an AKC alternate color.

Color changes

How a Afrikanisches Möwchen's colors can change over its life.

  • Mandelfarbigchanges toSchwarz

    Gefieder · Fortschreitend

  • Rotchanges toBlau

    Gefieder · Mit dem Alter

Sources

Each ruling comes from the club's published breed standard or color list.

Über das Afrikanische Mövchen

Das Afrikanische Mövchen stammt aus Tunesien: eine kleine, rundköpfige Schautaube mit winzigem Schnabel, gekraustem Brustgefieder und ausgesprochen ruhigem, zutraulichem Wesen.

Das Afrikanische Mövchen, im englischen Sprachraum als African Owl bezeichnet, ist eine kleine Ziertaube, die für Ausstellungen gezüchtet wird und nicht für den Flugsport oder die Fleischproduktion gehalten wird. Sie gehört zur Gruppe der Mövchen, einer Familie von Rassetauben mit rundem, kurzem Kopf und kurzem Gesicht, die der Gruppe ihren Namen gegeben haben. Ausgewachsene Tiere sind gedrungen gebaut: ein kurzer Körper, eine hoch gewölbte Stirn und ein sehr kleiner Schnabel, der in einem breiten Kopf sitzt.

Das markanteste Merkmal ist das Jabot, ein Federstreifen an der vorderen Brust, der sich beidseitig nach aussen dreht und in der Mitte einen Scheitel bildet. Zusammen mit dem kurzen Gesicht grenzt dieses Merkmal das Afrikanische Mövchen von grösseren Mövchenrassen wie dem Englischen Mövchen sowie vom eng verwandten Orientalischen Mövchen ab.

Einen grossen Teil seiner Beliebtheit verdankt das Afrikanische Mövchen seinem Wesen. Zutraulich, sanft und ruhig, gewöhnt es sich in einem sorgfältig geführten Schlag rasch ein. Es handelt sich um eine stille Taube, die sich anfassen lässt, ohne in Panik zu geraten, weshalb sie sich auch für Einsteigerinnen und Einsteiger eignet, die eine pflegeleichte Ausstellungstaube suchen.

Afrikanisches Mövchen auf einen Blick
MerkmalDetail
HerkunftTunesien
GrösseKlein
Lebenserwartung8-12 Jahre
Gruppe/RolleRassetaube, Mövchengruppe, Ausstellung
Geeignet fürRuhige Schläge, aufmerksame Betreuung, Einsteigerinnen und Einsteiger sowie erfahrene Züchterinnen und Züchter

Für wen sich die Rasse eignet

Das Afrikanische Mövchen passt zu Taubenhaltenden, die eine kleine, sanfte Taube zum Ausstellen oder einfach aus Freude an der Haltung suchen. Weil der kurze Schnabel die Fütterung der Nestlinge durch die Eltern einschränkt, sollten Zuchtwillige von Anfang an Ammenpaare einer langschnäbligeren Rasse bereithalten. Wer eine robuste Freiflugvoliere oder eine reine Flugtaube sucht, greift besser zu einer Nutz- oder Brieftaube.

Geschichte und Herkunft

Ursprünglich aus Tunesien, gelangte das Afrikanische Mövchen im 19. Jahrhundert nach Europa, wo Zuchtvereine Kopfform und Jabot zum heutigen Ausstellungsstandard verfeinerten.

Die Wurzeln des Afrikanischen Mövchens liegen bei den kurzgesichtigen Mövchentauben Nordafrikas. Als Ursprungsland gilt Tunesien, von wo frühe Bestände über den Mittelmeerhandel in andere Gegenden gelangten. Mövchentauben als Rassegruppe sind alt: Gekrauste, kurzgesichtige Formen lassen sich in Europa und im Nahen Osten seit Jahrhunderten nachweisen.

Nach Europa kam die Rasse im Verlauf des 19. Jahrhunderts, zunächst nach Grossbritannien und von dort auf das Festland. Unterwegs selektionierten Züchterinnen und Züchter gezielt auf einen kürzeren Schnabel, einen runderen Kopf und ein saubereres Jabot, als es die ursprünglich eingeführten Vögel zeigten. Aus einem regionalen Schlag wurde so über mehrere Generationen eine eigenständige Ausstellungsrasse.

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert setzten Rasseclubs und Ausstellungsstandards jene Bewertungspunkte fest, nach denen Preisrichterinnen und Preisrichter bis heute urteilen: Kopfform, Schnabellänge, Jabot und eine kurze Liste zugelassener Farben. In dieser Phase entwickelte sich das Afrikanische Mövchen zu einem der kleineren und am feinsten herausgezüchteten Mitglieder der Mövchengruppe.

Bis heute bleibt die Rasse eine Spezialistin für Ausstellungen und kein verbreiteter Allerweltsvogel im Schlag. Gehalten wird sie von Züchterinnen und Züchtern, die an Taubenschauen ausstellen, sowie von Liebhaberinnen und Liebhabern, die ihr Äusseres und ihr ruhiges Wesen schätzen.

Erscheinungsbild und Rassestandard

Klein und rundlich präsentiert sich das Afrikanische Mövchen mit kurzem Gesicht, winzigem Schnabel, hoher Stirn und Brustjabot, gezeigt in einer begrenzten Palette reiner Farben.

Der Gesamteindruck ist der eines kleinen, kompakten und rundlichen Vogels. Der Kopf ist breit und hoch mit stark gewölbter Stirn, und die Kürze des Gesichts bildet das entscheidende Merkmal des Typs. Der Schnabel ist kurz und fein und sitzt tief im breiten Kopf. Der Hals ist kurz, der Körper gedrungen, und auf kurzen Beinen steht der Vogel recht aufrecht.

Das Jabot verläuft an der Vorderbrust nach unten; die Federn drehen sich beidseitig nach aussen und bilden dabei einen Mittelscheitel. Bei der Beurteilung zählen ein sauberes, gleichmässiges Jabot und ein wirklich kurzes Gesicht am schwersten.

Afrikanisches Mövchen: Rassestandard im Überblick
MerkmalStandard
Grösse/HaltungKlein, kompakt, recht aufrecht
GewichtLeicht, etwa 230-280 g
GefiederGlatt anliegendes Körpergefieder mit Brustjabot
FarbenEinfarbige Schläge wie Weiss, Blau, Silber, Schwarz und Rot, dazu gescheckte Zeichnungen
AugenBei weissen Tieren dunkel, bei farbigen Tieren orange bis rot

Gefieder und Farben

Das Körpergefieder ist kurz und liegt glatt an, mit Ausnahme des Brustjabots. Weiss ist eine verbreitete, beliebte Farbe, doch die Rasse kommt auch einfarbig in Blau, Silber, Schwarz und Rot sowie in gescheckten Spielarten vor. Farbige Tiere zeigen meist ein orange bis rotes Auge, während weisse Tiere ein dunkles Auge haben. Reine Farbe, ein durchgehendes Jabot und ein wirklich kurzes Gesicht wiegen bei der Beurteilung schwerer als die Grösse.

Wesen und Verhalten

Zutraulich, sanft, ruhig und gutmütig: Das Afrikanische Mövchen lässt sich unkompliziert handhaben und ist im Schlag eine ausgesprochen ruhige Erscheinung.

Unter den Ziertauben zählt das Afrikanische Mövchen zu den ruhigeren Rassen. Es ist zutraulich und sanft, und die meisten Tiere ertragen regelmässiges Anfassen, ohne in Panik zu geraten. Das erklärt teilweise, weshalb man die Rasse so oft an Ausstellungen antrifft. Ein eingewöhnter Vogel sitzt ruhig sowohl in der Hand als auch auf der Sitzstange im Schaukäfig.

Wird ein Afrikanisches Mövchen von Jugend an regelmässig angefasst, wird es gegenüber seiner Halterin oder seinem Halter zahm und selbstsicher. Fremden gegenüber verhält es sich eher zurückhaltend als aggressiv und zieht sich lieber zurück, als eine Auseinandersetzung zu suchen. In einem gemischten Schlag lebt es friedlich mit anderen Tauben, wobei der kurze Schnabel am Futterplatz gegenüber grösseren, langschnäbligeren Rassen zum Nachteil gerät.

Für eine Taube gilt die Rasse als leise. Beim Balzen und am Nest gurren die Vögel leise, tagsüber sind sie aber nicht auffällig laut. Ruhiges, gleichbleibendes Handling hält sie zahm und senkt den Stress vor Ausstellungen.

Afrikanisches Mövchen: Wesensmerkmale im Überblick (1 = niedrig, 5 = hoch)
MerkmalBewertung
Anhänglichkeit5
Energie2
Trainierbarkeit3
Lautstärke2
Federverlust3

Pflege und Gefiederpflege

Ein sauberer, trockener Schlag, tägliche Bewegung und regelmässige Bäder fürs Jabot gehören dazu, ebenso wie besondere Aufmerksamkeit für den kurzen Schnabel bei der Fütterung.

Die tägliche Pflege orientiert sich an den allgemeinen Regeln der Taubenhaltung, ergänzt um einige Besonderheiten für einen kleinen, kurzgesichtigen Vogel. Jabot und kurzes Gesicht verlangen von Halterinnen und Haltern mehr Aufmerksamkeit bei Gefiederpflege und Fütterung, als dies bei einer gewöhnlichen Nutztaube nötig wäre.

Gefiederpflege

  • Zwei- bis dreimal wöchentlich ein flaches Bad anbieten, damit Jabot und Körpergefieder sauber bleiben.
  • Das Jabot auf Schmutz und getrockneten Kot untersuchen, die die Brustfedern verkleben.
  • Zu lang gewachsene Krallen kürzen und den kurzen Schnabel auf Überwuchs oder Verletzungen kontrollieren.
  • Beim routinemässigen Anfassen auf äussere Parasiten achten und den Schlag bei Bedarf behandeln.

Bewegung

  • Täglich Bewegungsraum in einem geräumigen Schlag oder einer überdachten Voliere bieten.
  • Die Rasse fliegt nicht besonders gut und wird deshalb meist gehalten statt freigelassen.
  • Sitzstangen und Bodenfläche einplanen, damit sich die Tiere strecken, laufen und baden können.

Umgebung

Ein trockener, zugfreier Schlag mit guter Belüftung und sauberer, trockener Einstreu ist Grundvoraussetzung. Tauben vertragen Kälte besser als Nässe, weshalb Trockenheit im Schlag Vorrang hat. Für jedes Paar sollte genügend Platz für einen eigenen Nistkasten eingeplant werden; Überbelegung ist zu vermeiden, weil sie Krankheiten begünstigt und das Jabot ausfranst. Die schweizerische Tierschutzverordnung (TSchV) schreibt für gehaltene Ziervögel zudem Mindestanforderungen an Fläche, Tageslicht und Belüftung vor, und das kantonale Veterinäramt kann die Haltung kontrollieren.

Ernährung und Fütterung

Eine übliche Körnermischung mit Grit und sauberem Wasser deckt den Bedarf des Afrikanischen Mövchens, wobei kleinere Sämereien dem kurzen Schnabel entgegenkommen.

Das Afrikanische Mövchen frisst dieselbe Grundkost wie andere Ziertauben: eine ausgewogene Mischung aus Getreide und Hülsenfrüchten wie Erbsen, Mais, Weizen, Sorghum und kleinen Sämereien. Weil der Schnabel kurz ist, lassen sich kleinere Körner leichter aufnehmen, weshalb Mischungen mit einem höheren Anteil kleiner Sämereien der Rasse eher entsprechen. Unlösliches Grit sowie eine Mineralstoffquelle oder ein Pickstein unterstützen Verdauung und Schalenbildung, und sauberes, frisches Wasser muss jederzeit bereitstehen.

Allgemeine Fütterungsrichtwerte
LebensphaseMenge pro TagMahlzeiten
Erwachsen, ErhaltungEtwa 25-30 g Körnermischung1-2
ZuchtpaarNach Belieben, eiweissreichere Mischung2
NestlingeGefüttert durch Eltern- oder AmmenpaarNach Bedarf
MauserLeicht erhöht, ausgewogene Mischung2

Leckerlis und Ergänzungsfutter

Kleine Mengen unbedenklicher Grünpflanzen und gelegentlich Ölsaaten eignen sich als Leckerli, dürfen die Körnermischung aber nicht ersetzen. Während Zucht und Mauser unterstützt ein Vitamin- und Mineralstoffpräparat im Wasser oder Futter die Kondition. Die Menge ist so anzupassen, dass die Tiere ihr Idealgewicht halten statt zu verfetten, denn übergewichtige Tauben brüten schlechter und zeigen sich an Ausstellungen weniger vorteilhaft.

Gesundheit und häufige Krankheiten

Bei guter Pflege wird das Afrikanische Mövchen 8-12 Jahre alt und gilt als robust; Gesicht und Jabot verlangen dennoch Sorgfalt bei Fütterung und Atemwegen.

In einem trockenen, sauberen Schlag zeigt sich das Afrikanische Mövchen als robuste kleine Taube, und gut gehaltene Tiere erreichen ein Alter von 8-12 Jahren. Die meisten Gesundheitsprobleme der Rasse betreffen Tauben ganz allgemein, einige wenige hängen mit dem kurzen Gesicht zusammen. Sorgfältige Haltung, Quarantäne für neu zugehende Tiere und regelmässige Beobachtung beugen den meisten Problemen vor.

Häufige Gesundheitsprobleme
ErkrankungAnzeichenHinweis
Gelber Knopf (Trichomoniasis)Gelbliche Beläge im Rachen, SchluckbeschwerdenBei Tauben verbreitet, bei früher Behandlung gut heilbar
AtemwegsinfektionNiesen, Nasenausfluss, erschwerte AtmungHäufig Folge feuchter oder schlecht belüfteter Schläge
KokzidioseDünnflüssiger Kot, Gewichtsverlust, MattigkeitBegünstigt durch schmutzige, feuchte Einstreu
Paramyxovirose (PMV)Verdrehter Hals, Lähmungen, wässriger KotImpfung ist die wichtigste Vorbeugung
Fütterungsprobleme bei NestlingenLangsame Kropfentleerung, schwaches WachstumHängt mit dem kurzen Schnabel zusammen, Ammen helfen

Vorbeugung

  • Den Schlag trocken, sauber und gut belüftet halten.
  • Neue oder zurückkehrende Tiere vor der Eingliederung in den Bestand in Quarantäne setzen.
  • Gegen Paramyxovirose impfen, wo die Krankheit vorkommt; das kantonale Veterinäramt gibt Auskunft zu den geltenden Vorgaben.
  • Grit, sauberes Wasser und eine ausgewogene Ernährung ganzjährig sicherstellen.
  • Regelmässig entwurmen und nach tierärztlicher Absprache gegen Parasiten behandeln.

Training und Handling

Ruhig und gelehrig lernt das Afrikanische Mövchen die Routine im Schaukäfig und Handzahmheit durch sanftes, wiederholtes Handling von klein auf.

Beim Afrikanischen Mövchen dreht sich Training vor allem um Zahmheit und Ausstellungskondition, kaum um Flugleistung. Das ruhige, gutmütige Wesen macht die Rasse kooperativ, und wer als Jungtier häufig angefasst wird, entwickelt sich zu einem gelassenen, selbstsicheren Alttier. Für die meisten Halterinnen und Halter zählt vor allem, dass der Vogel ruhig im Schaukäfig steht und sich von einer Preisrichterin oder einem Preisrichter anfassen lässt.

Grundlagen

  1. Nestlinge behutsam anfassen, sobald sie befiedert und sicher auf den Beinen sind, zunächst in kurzen Einheiten.
  2. Den Vogel in der Nähe des Futternapfs an die Hand gewöhnen, damit er sie mit Futter verknüpft.
  3. Das Hochheben und Halten im Ausstellungsgriff üben, bis der Vogel dabei ruhig bleibt.
  4. Einen Übungs- oder Schaukäfig einführen, damit sich der Vogel ans Niederlassen und Aufbaumen gewöhnt.
  5. Lieber häufig kurze Einheiten wiederholen als lange Sitzungen ansetzen, und aufhören, solange der Vogel noch ruhig ist.

Haltung und Unterbringung

Ein trockener, belüfteter Schlag mit Nistkästen, Sitzstangen und Bademöglichkeit ist für das Afrikanische Mövchen ebenso wichtig wie Schutz vor Nässe, Raubtieren und Überbelegung.

Das Afrikanische Mövchen ist eine Schlagtaube und gehört in einen trockenen, sicheren Taubenschlag oder eine überdachte Voliere. Da die Rasse in der Regel nicht freifliegt, muss die Unterbringung innerhalb eines geschlossenen Bereichs genügend Platz zum Bewegen, Baden und Nisten bieten. Trockenheit und Belüftung stehen an oberster Stelle, denn Feuchtigkeit und verbrauchte Luft verursachen im Schlag die meisten Gesundheitsprobleme. Die schweizerische Tierschutzverordnung (TSchV) legt für gehaltene Vögel Mindestwerte für Fläche und Tageslicht fest und untersagt zudem die Einzelhaltung geselliger Arten wie der Taube.

Richtwerte für die Schlaghaltung
ParameterEmpfehlung
SchlagtypTrockener, belüfteter Taubenschlag oder überdachte Voliere
Platz pro PaarEigener Nistkasten plus gemeinsame Boden- und Auslauffläche
BelüftungGuter Luftaustausch ohne direkten Zug auf die Tiere
EinstreuSauber und trocken, regelmässig gewechselt
TemperaturVerträgt Kälte bei Trockenheit; vor Hitze und Nässe schützen
SicherheitDraht und feste Bauweise gegen Raubtiere und Ungeziefer

Checkliste für die Einrichtung

  • Nistkästen oder Nistschalen mit Nistmaterial, eines pro Zuchtpaar
  • Sitzstangen in unterschiedlichen Höhen zum Ausruhen
  • Ein flaches Bad, mehrmals wöchentlich angeboten
  • Futter- und Wassergefässe, erhöht und nicht auf dem Boden platziert
  • Grit- und Mineralstoffangebot
  • Raubtiersicherer Draht an sämtlichen Öffnungen

Schlüpfen und Aufzucht der Nestlinge

Die Eier des Afrikanischen Mövchens schlüpfen nach etwa 17-19 Tagen; wegen des kurzen Schnabels setzen viele Züchterinnen und Züchter auf Ammenpaare mit längerem Schnabel.

Afrikanische Mövchen legen meist zwei Eier pro Gelege, und beide Elterntiere teilen sich das Brutgeschäft. Die Eier schlüpfen nach etwa 17-19 Tagen, dem für Tauben üblichen Zeitraum. Die eigentliche Herausforderung bei dieser Rasse liegt beim Füttern: Der sehr kurze Schnabel erschwert es den Eltern, die Nestlinge wirksam mit Kropfmilch zu versorgen. Viele Züchterinnen und Züchter legen Eier oder frisch geschlüpfte Nestlinge deshalb einem Ammenpaar mit längerem Schnabel unter, damit diese gut gedeihen.

Richtwerte für das Brüten
ParameterWert
TemperaturWird von den Elterntieren gehalten; im Brutapparat etwa 37,5 °C
LuftfeuchtigkeitMässig; im Brutapparat etwa 55-60 Prozent
Tage bis zum SchlupfEtwa 17-19
WendenErfolgt durch die Elterntiere von selbst; im Brutapparat mehrmals täglich von Hand wenden

Ablauf beim Schlüpfen

  1. Das Paar sich einnisten und legen lassen; meist liegt zwischen den beiden Eiern etwa ein Tag.
  2. Beide Elterntiere gemeinsam brüten lassen oder die Eier einem zuverlässigen Ammenpaar unterlegen.
  3. Kontrollieren, ob die Eier während der ganzen Brutzeit bedeckt und warm gehalten werden.
  4. Um den 17. bis 19. Tag auf den Schlupf achten und die Nestlinge dabei nicht stören.
  5. Anhand des gefüllten Kropfs prüfen, ob die Nestlinge gefüttert werden, und bei schwachem Wachstum eine Amme einsetzen.

Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zum Afrikanischen Mövchen betreffen Grösse, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung für Einsteigerinnen und Einsteiger sowie Bezugsquellen.

Wie gross wird ein Afrikanisches Mövchen?

Es handelt sich um eine kleine Ausstellungstaube, leichter als gängige Nutzrassen, mit kompaktem, rundlichem Körper und kurzem Gesicht. Das übliche Gewicht liegt bei etwa 230-280 Gramm.

Wie ist das Wesen des Afrikanischen Mövchens?

Die Rasse gilt als zutraulich, sanft, ruhig und gutmütig. Von klein auf gewöhnte Tiere werden zahm und lassen sich gut anfassen; deshalb sieht man sie so oft an Ausstellungen.

Ist die Haltung des Afrikanischen Mövchens aufwendig?

Nein, der Alltag ist unkompliziert und folgt der üblichen Taubenhaltung. Etwas mehr Aufwand verlangt die Zucht, denn der kurze Schnabel erschwert die Fütterung der Nestlinge und macht häufig ein Ammenpaar nötig.

Wie alt werden Afrikanische Mövchen?

Bei guter Pflege erreicht ein Afrikanisches Mövchen ein Alter von etwa 8-12 Jahren.

Eignen sich Afrikanische Mövchen für Einsteigerinnen und Einsteiger?

Ja, für Haltung und Ausstellung. Ihr ruhiges Wesen und ihre geringe Grösse erleichtern die Pflege erheblich. Wer als Einsteigerin oder Einsteiger züchten möchte, sollte sich vorher mit dem Einsatz von Ammenpaaren vertraut machen.

Wo bekommt man ein Afrikanisches Mövchen?

Es ist eine spezialisierte Ausstellungsrasse, die über Rassetaubenzüchtende, Zuchtvereine und Taubenschauen erhältlich ist, nicht über den allgemeinen Zoohandel. In der Schweiz ist die Rasse selten; der Kontakt zu einem etablierten Zuchtverein oder zu internationalen Züchtenden erhöht die Chance auf gesunde, gut gezüchtete Tiere.

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