
Der Neufundländer ist ein liebenswürdiger sanfter Riese, bekannt für seine Hingabe, seine Geduld mit Kindern und seine bemerkenswerten Wasserrettungsinstinkte.
Wie das Fell des Neufundländer aufgebaut ist und was das für die Pflege bedeutet.
Kritisch: Ein Neufundländer sollte nicht geschoren werden.
Die Unterwolle hält Hitze ebenso ab wie Kälte, und das Deckhaar schützt die Haut vor Sonne und Insektenstichen. Wird das ganze Fell abgeschoren, fällt beides weg. Es wächst oft lückenhaft, weich oder in anderer Farbe nach, und bei manchen Tieren kehrt das Deckhaar nie richtig zurück. Bürsten Sie die Unterwolle aus, statt sie abzuschneiden.
Vorsicht: Das Fell eines Neufundländer verfilzt leicht.
Feines oder langes Haar verknotet unsichtbar am Fellgrund, wo sich die Filzknoten zusammenziehen und an der Haut ziehen. Gebürstet werden muss abschnittsweise bis auf die Haut, nicht nur an der Oberfläche.
Hinweis: Ein Neufundländer stößt seine Unterwolle in starken Schüben ab.
Die Unterwolle löst sich über einige Wochen in starken Schüben. Ein Unterwollharke oder ein Bad mit anschließendem gründlichem Föhnen entfernt sie weit schneller als tägliches Bürsten. Das Fell kurz zu scheren ist dafür keine Abkürzung.
Der Neufundländer ist ein riesiger Arbeitshund aus Kanada: ruhig, anhänglich, kinderlieb und mit ausgeprägtem Rettungsinstinkt im Wasser.
Der Neufundländer stammt von der gleichnamigen kanadischen Insel und zählt zu den schwersten Hunderassen überhaupt. Rüden bringen meist 130 bis 150 Pfund auf die Waage, Hündinnen 100 bis 120 Pfund. Trotz dieser Grösse ist das Wesen auffallend gelassen: Man beschreibt die Rasse gerne als Arbeitshund, der zu Hause zur Ruhe kommt.
Ursprünglich arbeitete der Neufundländer an der Seite von Fischern. Das dichte Doppelhaar, die Schwimmhäute zwischen den Zehen und die kräftigen Schultern sind auf kaltes Wasser ausgelegt. Der Hund schwimmt ausdauernd über weite Strecken, und es gibt zahlreiche belegte Fälle, in denen Neufundländer Menschen und Ausrüstung aus dem Wasser gezogen haben. Dieselbe Kraft wurde an Land genutzt, um Karren und Netze zu ziehen.
Zu Hause zeigt sich der Neufundländer geduldig und zugetan. Er baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf und gilt als aussergewöhnlich tolerant gegenüber Kindern, was ihm den Ruf eines umsichtigen Familienbegleiters eingebracht hat. Der Preis dafür ist der Aufwand, den ein 100 bis 150 Pfund schwerer Hund mit sich bringt: Platzbedarf, Futterkosten, Fellpflege und eine gewisse Gelassenheit gegenüber Sabber.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Herkunft | Kanada |
| Grösse | Riesenrasse (100 bis 150 Pfund) |
| Lebenserwartung | 9 bis 10 Jahre |
| Gruppe/Aufgabe | Arbeitshund (Wasserrettung, Zugarbeit) |
| Verträglichkeit | Kinder, Familien, andere Haustiere bei guter Sozialisierung |
Der Neufundländer passt zu einem Haushalt mit Platz für einen grossen Hund und der Bereitschaft, aufwendige Fellpflege sowie eine hohe Futterrechnung zu stemmen. Er eignet sich für Leute, die einen ruhigen, treuen Begleiter suchen und keinen Sporthund mit hohem Bewegungsdrang. Familien mit Kindern kommen mit der Rasse oft gut zurecht, weil sie geduldig ist. Weniger geeignet ist der Neufundländer für kleine Wohnungen, sehr heisse Regionen oder Halter, die mit Sabber und Fellwechsel wenig anfangen können.
Der Neufundländer entstand an Kanadas Atlantikküste als Arbeitshund der Fischer und wurde später zum anerkannten Begleithund, geschätzt für seine Wasserarbeit.
Die Rasse ist nach der Insel Neufundland vor der kanadischen OstkĂĽste benannt. Dort entwickelte sie sich im 18. Jahrhundert in den Fischergemeinden, die das kalte Nordatlantikwasser befischten. Die genaue Abstammung ist nicht lĂĽckenlos dokumentiert, gilt aber allgemein als auf den Arbeitshunden der Insel begrĂĽndet.
Fischer schätzten die Hunde für die Arbeit im Wasser. Der Neufundländer zog Netze und Leinen ein, holte über Bord gegangene Gegenstände und Ausrüstung zurück und half Menschen, die ins Wasser gefallen waren. Schwimmhäute, ein wasserabweisendes Fell und eine kräftige Schwimmkraft machten ihn für diese Aufgabe im kalten Wasser geeignet.
Im 19. Jahrhundert wurde die Rasse in Grossbritannien bekannt, wo sie von bekannten Persönlichkeiten gehalten und in Gemälden sowie in der Literatur jener Zeit dargestellt wurde. Dieser Bekanntheitsgrad half, den Neufundländer über seine Rolle als Arbeitshund hinaus zu etablieren, und begünstigte seine Entwicklung zum Begleit- und Ausstellungshund.
Der Neufundländer gehörte in den späten 1800er-Jahren zu den ersten von Rassehundeverbänden anerkannten Rassen. In der Schweiz vertritt die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) als nationaler Dachverband die Rassehundezucht. Heute lebt der Neufundländer vor allem als Familienhund, wobei Wasserrettung und Zugarbeit in einigen Rasseclubs weiterhin gepflegt werden und Teil seines anerkannten Wesens bleiben.
Der Neufundländer ist massig und schwerknochig, mit breitem Kopf, dichtem wasserabweisendem Doppelhaar und Schwimmhäuten zum Schwimmen.
Der Neufundländer ist gross und kraftvoll gebaut, mit starkem Knochenbau und einem breiten, tiefen Rumpf. Der Kopf wirkt wuchtig mit breitem Schädel, der Ausdruck ist sanft. Der Körperbau ist auf Kraft und Ausdauer ausgelegt, nicht auf Schnelligkeit. Schwimmhäute und eine kräftige Rute unterstützen das Schwimmen, wobei die Rute im Wasser wie ein Steuer wirkt.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Grösse | Rüden ca. 28 Zoll, Hündinnen ca. 26 Zoll Schulterhöhe |
| Gewicht | RĂĽden 130 bis 150 Pfund, HĂĽndinnen 100 bis 120 Pfund |
| Fell | Dichtes, wasserabweisendes Doppelhaar, glatt und mässig lang |
| Farben | Schwarz, Braun, Grau sowie Schwarz-Weiss (Landseer) |
| Augen | Dunkelbraun, eher klein, tiefliegend |
Das Deckhaar ist grob und wasserabweisend, darunter liegt eine weiche, dichte Unterwolle. Am häufigsten ist die Farbe Schwarz. Auch einfarbiges Braun und Grau sind zugelassen. Die schwarz-weisse Zeichnung, Landseer genannt, hat einen weissen Grundton mit schwarzen Abzeichen und ist nach dem Maler benannt, der die Rasse festgehalten hat. Das Doppelhaar haart das ganze Jahr über gleichmässig und beim Fellwechsel deutlich stärker.
Der Neufundländer ist ruhig, freundlich und anhänglich, mit ausgeprägter Geduld gegenüber Kindern und einer gelassenen Art gegenüber Fremden und Tieren.
Der Neufundländer gilt als sanft und ausgeglichen. In der Wohnung ist er ruhig und baut eine enge Bindung zu seiner Familie auf. Er sucht die Nähe des Menschen und kann unglücklich werden, wenn er über längere Zeit allein bleibt.
Gegenüber Kindern zeigt sich der Neufundländer meist geduldig und tolerant, ein wesentlicher Grund für seinen guten Ruf als Familienhund. Wegen seiner Grösse lohnt sich bei sehr kleinen Kindern trotzdem eine gewisse Aufsicht, einfach weil der Hund schwer ist. Fremden gegenüber ist die Rasse eher freundlich oder höflich zurückhaltend statt misstrauisch, weshalb sie kein ausgeprägter Wachhund ist, auch wenn ihre Grösse allein schon abschreckend wirkt.
Mit anderen Haustieren kommt der Neufundländer in der Regel gut zurecht, wenn er mit ihnen aufwächst oder früh sozialisiert wird. Er ist keine energiegeladene Rasse und zeigt normalerweise wenig Jagdtrieb. Die auffälligsten Eigenheiten bleiben sein Bedürfnis nach Gesellschaft und sein Hang zum Sabbern.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Anhänglichkeit | 5 |
| Energie | 2 |
| Erziehbarkeit | 4 |
| Bellfreudigkeit | 2 |
| Fellwechsel | 5 |
Die Pflege des Neufundländers dreht sich um intensive Fellpflege, moderate Bewegung, ein kühles Zuhause und den Umgang mit den Bedürfnissen einer Riesenrasse.
Der Neufundländer fühlt sich in einem kühlen Klima und einem Zuhause mit Bewegungsfreiheit am wohlsten. Das dichte Fell macht heisse, schwüle Tage zu einer echten Belastung, darum sind Schatten, frisches Wasser und in warmen Regionen auch eine Klimaanlage wichtig. Als Wohnungshund kommt er dank seiner Ruhe gut zurecht, braucht aber genügend Platz, um sich seiner Grösse entsprechend hinzulegen und zu drehen.
In mehreren Kantonen ist zudem ein obligatorischer Hundekurs fĂĽr neue Halterinnen und Halter vorgeschrieben, was bei einer so grossen Rasse besonders sinnvoll ist, um LeinenfĂĽhrung und Grundgehorsam frĂĽhzeitig zu festigen.
Neufundländer brauchen ein ausgewogenes Futter für grosse Rassen in abgemessenen Portionen, bei Welpen mit kontrolliertem Wachstum zum Schutz der Gelenke.
Der Neufundländer braucht ein vollwertiges Futter, das für grosse oder Riesenrassen konzipiert ist. Weil der Hund schwer ist, entlastet ein gesundes Gewicht Gelenke und Herz spürbar. Futter abmessen statt zur freien Verfügung stellen, und die Menge an Aktivität und Körperzustand des einzelnen Hundes anpassen. Welpen sollten ein Aufzuchtfutter für grosse Rassen erhalten, das ein langsames, gleichmässiges Wachstum unterstützt statt einer raschen Gewichtszunahme.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | 4 bis 6 Tassen, Aufzuchtfutter fĂĽr grosse Rassen | 3 bis 4 |
| Welpe (6 bis 12 Monate) | 5 bis 7 Tassen | 2 bis 3 |
| Erwachsen | 4 bis 6 Tassen | 2 |
| Senior | 3 bis 5 Tassen, an die Aktivität angepasst | 2 |
Leckerli sollten höchstens rund zehn Prozent der Tagesration ausmachen, um eine Gewichtszunahme zu vermeiden. Manche Halter setzen angesichts der Rassegrösse auf Gelenkpräparate wie Glucosamin und Chondroitin sowie auf Fischöl für Fell und Haut. Jede Nahrungsergänzung vorher mit dem Tierarzt oder der Tierärztin besprechen, da der Bedarf von Hund zu Hund unterschiedlich ist.
Der Neufundländer wird typischerweise 9 bis 10 Jahre alt und neigt zu Riesenrassen-Problemen wie Hüft- und Ellbogendysplasie, Herzerkrankungen und Magendrehung.
Der Neufundländer wird im Schnitt 9 bis 10 Jahre alt, was für eine Riesenrasse üblich ist. Insgesamt gilt die Rasse als robust, doch ihre Grösse bringt spezifische Risiken für Gelenke, Herz und Verdauung mit sich. Welpen von Züchtern zu kaufen, die ihre Zuchttiere untersuchen lassen, und den Hund auf gesundem Gewicht zu halten, senken beide das Risiko.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| HĂĽft- und Ellbogendysplasie | Hinken, Steifheit, MĂĽhe beim Aufstehen | Wird von ZĂĽchtern untersucht; Gewichtskontrolle hilft |
| Subaortenstenose | Müdigkeit, Ohnmacht, Herzgeräusch | Eine bei der Rasse vorkommende Herzerkrankung, abgeklärt per kardiologischer Untersuchung |
| Magendrehung (GDV) | Aufgeblähter Bauch, Würgen ohne Erbrechen, Unruhe | Ein medizinischer Notfall: sofort handeln |
| Cystinurie | Harnsteine, Mühe beim Wasserlösen | Eine erbliche Erkrankung; DNA-Test verfügbar |
Der Neufundländer ist klug und arbeitswillig, lässt sich mit geduldigen, belohnungsbasierten Methoden gut erziehen, und frühes Training zahlt sich wegen seiner Grösse aus.
Der Neufundländer ist klug und arbeitet gern mit seiner Bezugsperson zusammen, darum lässt er sich vergleichsweise leicht erziehen. Am besten reagiert er auf ruhige, konsequente Führung und Methoden, die auf Belohnung setzen. Harte Korrekturen wirken bei einem so sensiblen Hund eher kontraproduktiv. Weil der ausgewachsene Hund sehr gross wird, lohnt sich gutes Benehmen schon im Welpenalter: Ein 130 Pfund schwerer Hund, der zieht oder hochspringt, ist schwer zu handhaben, während derselbe Hund mit früher Erziehung problemlos im Alltag zurechtkommt.
Neufundländer erreichen die Zuchtreife mit etwa zwei Jahren, tragen rund neun Wochen und werfen grosse Würfe, die wegen der Rassegrösse sorgfältige Aufzucht brauchen.
Verantwortungsvolle Neufundländer-Zucht wartet, bis der Hund körperlich und geistig ausgereift ist, in der Regel mit etwa zwei Jahren, damit vorher alle Gesundheitschecks abgeschlossen werden können. Empfohlen werden Untersuchungen von Hüften, Ellbogen und Herz sowie ein Test auf erbliche Erkrankungen wie Cystinurie. Die Tragzeit dauert rund 63 Tage, wie bei den meisten Hunden. Die Rasse neigt zu grossen Würfen, und das Werfen bei einer Riesenrasse kann mit zusätzlichen Risiken verbunden sein, weshalb tierärztliche Begleitung ratsam ist.
Die Aufzucht der Welpen braucht Planung. Sie wachsen rasch und benötigen ein Futter für grosse Rassen, das kontrolliertes statt rasches Wachstum unterstützt, um die sich entwickelnden Gelenke zu schonen. Die Hündin braucht kräftige Ernährung und genügend Platz, um einen grossen Wurf zu versorgen. Frühe Sozialisierung durch die Züchterin oder den Züchter legt den Grundstein für das ruhige Wesen, für das die Rasse bekannt ist. Wer sich für einen Welpen interessiert, sollte bei seriösen Züchtern mit längerer Wartezeit rechnen, da gut aufgezogene Würfe einer Riesenrasse nicht häufig fallen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Zuchtreife | Etwa 2 Jahre |
| Tragzeit | Etwa 63 Tage |
| Typische Wurfgrösse | Gross, oft 8 bis 10 Welpen |
| Absetzen | Etwa 6 bis 8 Wochen |
| Empfohlene Gesundheitschecks | HĂĽften, Ellbogen, Herz, Cystinurie |
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Häufige Fragen zum Neufundländer betreffen Grösse, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung für Familien und Verfügbarkeit.
Er ist eine Riesenrasse. RĂĽden wiegen meist 130 bis 150 Pfund und stehen etwa 28 Zoll hoch, HĂĽndinnen wiegen 100 bis 120 Pfund und stehen etwa 26 Zoll hoch.
Ja. Die Rasse ist für ihr geduldiges, sanftes Wesen gegenüber Kindern bekannt. Wegen ihrer Grösse lohnt sich bei sehr kleinen Kindern trotzdem eine gewisse Aufsicht.
Der Aufwand ist mittel bis hoch. Das dichte Doppelhaar braucht mehrmals wöchentlich Bürsten, der Hund sabbert, die Futterkosten sind hoch, und die Rasse braucht ein kühles Umfeld. Der Bewegungsbedarf ist mit 30 bis 60 Minuten täglich eher bescheiden.
Die typische Lebenserwartung liegt bei 9 bis 10 Jahren, was fĂĽr eine Riesenrasse normal ist.
Ja. Die Rasse wurde für die Arbeit im Wasser gezüchtet und hat Schwimmhäute sowie ein wasserabweisendes Fell. Viele Neufundländer schwimmen gerne und gut, was zudem gelenkschonende Bewegung bietet.
Eher nicht ideal. Der Hund ist drinnen ruhig, aber sehr gross, haart stark und braucht ein kĂĽhles Umfeld, darum passt ein Zuhause mit mehr Platz und Zugang nach draussen besser.
Gut aufgezogene Würfe einer Riesenrasse fallen seltener als bei kleineren Rassen, darum haben seriöse Züchter oft Wartelisten. Auch rassespezifische Rettungsorganisationen sind eine Option.