
Der Bloodhound ist ein sanfter, anhänglicher Spürhund mit einer unübertroffenen Nase, berühmt für sein zielstrebiges Fährtenarbeit und seinen Charme mit den Hängefalten.
Wie das Fell des Bloodhound aufgebaut ist und was das fĂĽr die Pflege bedeutet.
Der Bloodhound ist ein grosser, sanfter Schweisshund aus Belgien mit dem feinsten Riecher aller Hunderassen und einem ruhigen, anhänglichen Wesen.
Der Bloodhound ist ein grosser Schweisshund, der darauf gezüchtet wurde, eine Fährte über weite Strecken und durch schwieriges Gelände zu verfolgen. Seine Nase gilt als die leistungsfähigste unter allen Hunderassen, und gut ausgebildete Tiere haben schon Spuren aufgenommen, die mehrere Tage alt waren. Gebaut ist die Rasse für Ausdauer statt für Tempo: Die Haut liegt locker, die Ohren hängen lang herab, und das Gesicht ist tief gefurcht.
Trotz seiner Arbeit als Fährtenhund zeigt sich der Bloodhound zu Hause gelassen und gutmütig. Mit Kindern ist er in der Regel geduldig, und auch andere Hunde toleriert er meist gut. Genau jene Konzentration, die ihn beim Verfolgen einer Spur so zuverlässig macht, wirkt beim Training schnell wie Sturheit: Ist ein Bloodhound erst einmal auf einer Fährte, hört er auf Kommandos oft erst wieder, wenn die Spur endet.
Ausgewachsene Tiere sind schwer und kräftig, Rüden bringen häufig 90 bis 110 Pfund auf die Waage. Sie sabbern, haaren und brauchen täglich Bewegung, weshalb sich die Rasse vor allem für Halterinnen und Halter mit genügend Platz eignet, die auch mal etwas Unordnung in Kauf nehmen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Herkunft | Belgien |
| Grösse | Gross |
| Lebenserwartung | 10 bis 12 Jahre |
| Gruppe/Aufgabe | Schweisshund, Fährten- und Spursuche |
| Verträglichkeit | Kinder und andere Hunde, unter Aufsicht |
Der Bloodhound passt in einen aktiven Haushalt mit einem sicher eingezäunten Garten und Zeit für tägliche Spaziergänge. Gut aufgehoben ist er bei Menschen, die einen ruhigen, anhänglichen Begleiter schätzen und beim langsamen, geruchsgetriebenen Training geduldig bleiben. Wer einen Hund sucht, der aufs Wort gehorcht, keinen Sabber und keine Haare erträgt oder keine Möglichkeit hat, einen Hund einzuzäunen, der jeder offenen Gartentür seiner Nase nach folgt, ist mit dieser Rasse schlecht beraten.
Der Bloodhound geht auf mittelalterliche Schweisshunde zurück, die vor allem in Belgien geprägt und später in Grossbritannien weiterentwickelt wurden.
Der Bloodhound stammt von Schweisshunden ab, die im mittelalterlichen Europa gehalten wurden, und wird besonders mit Klosterzuchten im heutigen Belgien in Verbindung gebracht. Hunde dieses Typs wurden für ihre Fähigkeit geschätzt, eine Fährte über die Nase zu verfolgen, und über Jahrhunderte hinweg wurden sorgfältige Zuchtaufzeichnungen geführt.
Schon lange vor der Neuzeit gelangte die Rasse nach England, wo man sie zur Jagd auf Rotwild und anderes Wild auf den grossen Gütern einsetzte. Mit der Zeit verfeinerten englische Züchter den Typ zum schweren, faltigen Hund, wie man ihn heute kennt, und prägten massgeblich sein einheitliches Erscheinungsbild.
Im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert etablierte sich der Bloodhound als Arbeitshund für die Fährtensuche, eingesetzt bei der Suche nach vermissten Personen und beim Verfolgen von Spuren gesuchter Personen. Sein Ruf für Zuverlässigkeit war so gefestigt, dass die Spur eines gut ausgebildeten Bloodhounds in manchen Gerichtsverfahren als Beweismittel zugelassen wurde.
Der Name verweist auf den Status der Rasse als Hund von reinem, verbürgtem Blut, also auf die lückenlose Abstammung, nicht auf eine Vorliebe für Blut. Der Bloodhound ist bis heute eine anerkannte Rasse und wird sowohl als Arbeitshund in der Fährtensuche als auch als Familienhund gehalten. In der Schweiz vertritt die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) die Rassehunde als nationaler Dachverband.
Der Bloodhound ist ein grosser, schwerer Hund mit loser Haut, lang herabhängenden Ohren, tiefliegenden Augen und kurzem, dichtem Fell in wenigen Standardfarben.
Der Bloodhound zählt zu den grösseren Hunderassen unter den Schweisshunden, mit einem kräftigen, tiefen Brustkorb und einem langen Kopf. Die Haut liegt locker und dünn und wirft Falten um Kopf und Hals, während die langen Ohren beim Hängen einrollen und sich falten. Tiefliegende Augen und ausgeprägte Stirnfalten verleihen der Rasse ihren typischen, ernsten Ausdruck. Die Rute ist lang und wird mit leichter Krümmung hoch getragen.
| Merkmal | Standard |
|---|---|
| Grösse (Widerristhöhe) | 23 bis 27 Zoll |
| Gewicht | 80 bis 110 Pfund |
| Fell | Kurz, dicht und witterungsbeständig |
| Farben | Schwarz-Loh, Leberfarben-Loh und Rot |
| Augen | Tiefliegend, haselnuss- bis gelbfarben, mit lockeren unteren Lidern |
Das Fell ist kurz und fühlt sich hart an, was die Pflege im Alltag einfach macht, auch wenn die Rasse trotzdem haart. Anerkannt sind die Farben Schwarz-Loh, Leberfarben-Loh und Rot. Vereinzelt zeigen sich kleine weisse Abzeichen an Brust, Pfoten und Rutenspitze. Die lose Haut und die hängenden Ohren sind keine Zierde, sondern Arbeitsmerkmale: Sie helfen, den Geruch beim Fährtenlesen einzufangen und zur Nase zu leiten.
Der Bloodhound ist zu Hause sanft und anhänglich, zeigt draussen aber dank seines starken Spürtriebs eine eigenständige, schwer abrufbare Konzentration.
Der Bloodhound ist für sein mildes, anhängliches Wesen bekannt. In der Familie zeigt er sich geduldig und gutmütig, und angesichts seiner Grösse kommt er meist gut mit Kindern zurecht, solange man den Kontakt beaufsichtigt. Fremden gegenüber ist er eher freundlich als misstrauisch, weshalb er kein geborener Wachhund ist.
Mit anderen Hunden versteht sich die Rasse in der Regel gut, und auch mit anderen Haustieren, mit denen sie aufwächst, kann sie zusammenleben. Der Instinkt, einer sich bewegenden Spur zu folgen, führt allerdings dazu, dass kleine Tiere gejagt werden können. Das prägende Verhaltensmerkmal ist der einseitige Fokus: Hat sich ein Bloodhound einmal auf eine Fährte festgebissen, verfolgt er sie mit grosser Ausdauer und lässt sich nur schwer umlenken. Im Alltagstraining wirkt genau das schnell wie Sturheit.
Bloodhounds sind lautfreudig und geben einen tiefen SpĂĽrlaut von sich, besonders bei der Arbeit an einer Spur oder wenn sie alleine gelassen werden. Zudem reagieren sie feinfĂĽhlig: Auf harsche Korrekturen reagieren sie schlecht, auf ruhige, konsequente FĂĽhrung dagegen gut.
| Eigenschaft | Bewertung |
|---|---|
| Anhänglichkeit | 5 |
| Energie | 3 |
| Erziehbarkeit | 2 |
| Lautstärke | 4 |
| Fellverlust | 3 |
Der Bloodhound braucht einfache Fellpflege, tägliche Bewegung und regelmässige Reinigung von Ohren und Gesichtsfalten sowie einen sicher eingezäunten Auslauf.
Am besten kommt der Bloodhound in einem Zuhause mit sicher eingezäuntem Garten und genügend Platz zurecht. Freier Auslauf ohne Leine im offenen Gelände eignet sich für die Rasse nicht, und ihr tiefer Spürlaut trägt weit, was in dicht besiedeltem Wohnraum ins Gewicht fällt. Sabber und Haare gehören zum Alltag dazu, darauf sollte der Haushalt eingestellt sein.
Der Bloodhound braucht ein vollwertiges Grosshunde-Futter, abgemessen und auf mindestens zwei Mahlzeiten täglich verteilt, um Magendrehungen vorzubeugen.
Als grosser, tiefbrüstiger Hund sollte der Bloodhound ein vollwertiges, ausgewogenes Futter erhalten, das für grosse Rassen entwickelt wurde. Die Portionsgrösse richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivität, und das Futter sollte abgemessen statt frei zugänglich hingestellt werden, denn Übergewicht belastet bei dieser Rasse rasch die Gelenke. Frisches Wasser sollte immer verfügbar sein, und rund um die Mahlzeiten sollte man Bewegung einschränken, um das Risiko einer Magendrehung zu senken.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | Gemäss Grosshunde-Welpenfutter, nach Gewicht | 3 bis 4 |
| Junghund (6 bis 12 Monate) | 3 bis 5 Tassen | 2 bis 3 |
| Erwachsen | 4 bis 8 Tassen | 2 |
| Senior | Nach unten angepasst bei geringerer Aktivität | 2 |
Halten Sie Leckerli auf einen kleinen Anteil der Tagesration begrenzt, um Übergewicht zu vermeiden. Bei grossen, tiefbrüstigen Hunden kann es helfen, aus einem abgemessenen Napf zu füttern und hastige Fresser zu bremsen. In grossen Rassen kommen gelegentlich Gelenkpräparate zum Einsatz, ein solches Ergänzungsfutter sollte aber nur nach Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt begonnen werden.
Der Bloodhound wird meist 10 bis 12 Jahre alt und neigt zu Magendrehung, HĂĽft- und Ellbogendysplasie sowie Ohren- und Hautfaltenproblemen.
Der Bloodhound hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren, was für eine grosse Rasse typisch ist. Grösse und tiefer Brustkorb bringen spezifische Risiken mit sich, allen voran die Magendrehung, ein plötzlicher und lebensbedrohlicher Zustand, bei dem sich der Magen mit Gas füllt und sich verdrehen kann. Die lose Haut und die langen Ohren begünstigen zudem Ohrenentzündungen und Reizungen in den Hautfalten. Verantwortungsvolle Zucht und regelmässige tierärztliche Kontrollen verringern die Auswirkungen vieler erblicher Probleme.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Magendrehung | Geschwollener Bauch, erfolgloses Würgen ohne Erbrechen, Unruhe | Notfall; sofort tierärztliche Hilfe aufsuchen |
| Hüft- und Ellbogendysplasie | Steifheit, Hinken, Widerwillen beim Aufstehen | Häufig bei grossen Rassen; Zuchttiere untersuchen lassen |
| Ohrenentzündungen | Kopfschütteln, Geruch, Ausfluss | Bedingt durch lange, schwere Ohren; regelmässig reinigen |
| Hautfaltenentzündung | Rötung, Geruch, Reizung in den Falten | Gesichtsfalten sauber und trocken halten |
| Augenprobleme | Ausfluss, Reizung, hängende Lider | Lockere untere Lider sammeln Schmutz |
Der Bloodhound ist klug, aber eigenständig und lässt sich nur langsam lenken, weshalb Geduld, Konsequenz und Belohnung statt Zwang gefragt sind.
Der Bloodhound ist intelligent und lernfähig. Gezüchtet wurde er aber dafür, beim Verfolgen einer Spur eigenständig zu arbeiten, und genau das lässt ihn schwer lenkbar wirken und bringt ihm schnell den Ruf der Sturheit ein. Erziehung braucht Geduld und Konsequenz. Auf harsche Führung reagiert die Rasse schlecht, auf ruhige, belohnungsbasierte Methoden dagegen deutlich besser. Der Rückruf ist eine besondere Herausforderung, denn ein Bloodhound auf einer Fährte blendet Kommandos aus. Zuverlässigkeit ohne Leine im offenen Gelände sollte man deshalb nie voraussetzen. Wer früh und stetig sozialisiert, hilft einem grossen, freundlichen Hund dabei, zu einem gut führbaren erwachsenen Tier heranzuwachsen.
Die Zucht von Bloodhounds verlangt ausgewachsene, gesundheitlich getestete Elterntiere sowie sorgfältigen Umgang mit grossen Würfen und raschem Wachstum.
Die Zucht von Bloodhounds ist eine ernsthafte Aufgabe, die erfahrenen Züchterinnen und Züchtern vorbehalten bleiben sollte, die ihre Zuchttiere gesundheitlich untersuchen lassen. Für ihre Grösse erreichen die Tiere körperlich und im Wesen nur langsam die Reife, weshalb man mit der Zucht am besten wartet, bis die Elterntiere ausgewachsen sind und auf Hüfte, Ellbogen und andere erbliche Probleme untersucht wurden. Als grosse Rasse trägt der Bloodhound die üblichen Risiken einer Geburt, die tierärztliche Unterstützung nötig machen kann.
Läufigkeit und eine Tragzeit von rund zwei Monaten folgen dem gewöhnlichen Muster bei Hunden. Die Würfe fallen häufig gross aus, was die Mutter und die Züchterin oder den Züchter stark fordert. Die Welpen wachsen schnell und werden rasch schwer, weshalb eine sorgfältige, auf grosse Rassen abgestimmte Ernährung und kontrollierte Bewegung wichtig sind, um die sich entwickelnden Gelenke zu schützen.
Wer junge Bloodhounds gut aufzieht, setzt auf frühe Sozialisierung, behutsamen Umgang und den Kontakt mit unterschiedlichen Eindrücken, Geräuschen und Menschen. Da die Rasse eher freundlich und vertrauensvoll als wachsam ist, hilft eine stetige frühe Prägung den Welpen dabei, zu ruhigen, ausgeglichenen erwachsenen Hunden heranzuwachsen. In mehreren Kantonen der Schweiz gilt für neue Halterinnen und Halter zudem ein obligatorischer Hundekurs, was bei der Übergabe der Welpen an neue Familien zu berücksichtigen ist.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Etwa 1,5 bis 2 Jahre (Zucht erst nach vollständiger Reife) |
| Tragzeit | Rund 63 Tage |
| Durchschnittliche Wurfgrösse | Gross, oft 8 oder mehr Welpen |
| Absetzalter | Etwa 6 bis 8 Wochen |
| Erwachsenengewicht erreicht | Etwa mit 18 bis 24 Monaten |
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Antworten auf häufige Fragen zu Grösse, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung und Eignung des Bloodhounds als Familienhund.
Der Bloodhound ist eine grosse Rasse. Ausgewachsene Tiere erreichen meist eine Widerristhöhe von 23 bis 27 Zoll und wiegen etwa 80 bis 110 Pfund, wobei Rüden in der Regel grösser sind als Hündinnen.
Ja. Die Rasse ist sanft und gutmütig und kommt meist gut mit Kindern und anderen Hunden zurecht, sofern der Kontakt beaufsichtigt wird. Wegen seiner Grösse sollten kleine Kinder in seiner Nähe stets beobachtet werden, und sein Spürtrieb kann dazu führen, dass er kleine Tiere jagt.
Der Aufwand ist mittel. Das kurze Fell lässt sich einfach bürsten, doch Ohren und Gesichtsfalten brauchen regelmässige Reinigung, die Rasse sabbert und haart, und sie braucht tägliche Bewegung sowie einen sicher eingezäunten Auslauf.
Die typische Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren, was für einen Hund dieser Grösse durchschnittlich ist.
Nicht besonders. Sie sind intelligent, aber eigenständig und lassen sich leicht von Gerüchen ablenken, weshalb Erziehung Geduld und belohnungsbasierte Methoden braucht. Der Rückruf ohne Leine ist unzuverlässig, weshalb ein eingezäunter Bereich oder eine Leine wichtig sind.
Für das richtige Zuhause schon. Er ist anhänglich und geduldig, eignet sich aber vor allem für Halterinnen und Halter mit genügend Platz, die einen grossen, lautfreudigen Hund führen können und Sabber sowie Haare in Kauf nehmen.
Die Rasse geht auf Schweisshunde zurück, die im mittelalterlichen Europa entwickelt wurden, und wird besonders mit Belgien in Verbindung gebracht; die spätere Verfeinerung des modernen Typs erfolgte in Grossbritannien.