Meerschweinchen
Cavia porcellus
Freundlich, gesprächig und unkompliziert – zärtliche Kleintiere, die Gesellschaft brauchen.
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The Meerschweinchen's place in the tree of life, from domain down to species.
- DomäneEukaryotaEukaryoten
- ReichAnimaliaTiere
- StammChordataChordatiere
- KlasseMammaliaSäugetiere
- OrdnungRodentiaNagetiere
- FamilieCaviidaeMeerschweinchen
- GattungCaviaMeerschweinchen
- ArtCavia porcellusMeerschweinchen
Meerschweinchen colors, patterns and markings
Every color, pattern and marking the taxonomy records for Meerschweinchen, by part of the body. Each breed page shows which clubs accept which ones.
Fell
Color of the fur or hair.
Colors
Das Meerschweinchen
Kompakt, tagaktiv und auf Gesellschaft angewiesen: Das Meerschweinchen gehört in österreichischen Haushalten zu den beliebtesten Kleintieren – und darf nach dem Tierschutzgesetz nicht allein gehalten werden.
Das Meerschweinchen (Cavia porcellus, Familie Caviidae) stammt aus dem Hochland der Anden Südamerikas und wird seit über 3.000 Jahren vom Menschen gehalten. Eine eigenständige Wildform gibt es nicht – die Art existiert ausschließlich als Haustier. In Österreich zählt es zu den besonders beliebten Kleintieren: Familien in Wien, Graz und Linz schätzen es als geduldiges, kommunikatives Tier, das auch in einer Stadtwohnung artgerecht untergebracht werden kann.
Ausgewachsene Meerschweinchen wiegen zwischen 700 und 1.200 g, werden 20 bis 30 cm lang und haben keinen Schwanz. Die Lebenserwartung liegt bei 5 bis 7 Jahren. Sie sind tagaktiv und erkunden ihre Umgebung in kurzen, lebhaften Schüben – unterbrochen von Ruhephasen, die sie bevorzugt in Verstecken verbringen. Als Herdentiere sind sie dauerhaft auf den Kontakt mit Artgenossen angewiesen.
Die Kommunikation ist bemerkenswert vielfältig: das schrill-freudige Pfeifen beim Anblick von Futter (bekannt als Wheeken), leises Schnurren bei Wohlbefinden und das so genannte Popcornen – spontane Sprünge und Drehungen aus purer Begeisterung. Zudem gehören Meerschweinchen zu den wenigen Säugetieren, die Vitamin C (Ascorbinsäure) nicht selbst herstellen können. Täglich frisches Gemüse ist deshalb keine Kür, sondern überlebenswichtig.
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Cavia porcellus |
| Familie | Caviidae |
| Körpergewicht | 700 bis 1.200 g |
| Körperlänge | 20 bis 30 cm |
| Schwanz | nicht vorhanden |
| Lebenserwartung | 5 bis 7 Jahre |
| Aktivitätsprofil | tagaktiv |
| Mindesthaltung (AT-Recht) | mindestens 2 Tiere |
| Pflegeaufwand | mittel |
Rassen im Überblick
Rund 19 anerkannte Rassen unterscheiden sich hauptsächlich im Felltyp – in österreichischen Zoohandlungen findet man meist kurzfellige Varianten, seltene Langhaarrassen bieten spezialisierte Züchter.
Die Rassenvielfalt beim Meerschweinchen ist größer als oft vermutet. Grundlage der Einteilung ist der Felltyp: kurz und glatt, gerosettiert (mit Wirbelrosetten), langhaarig oder in einer Satin-Variante mit besonderem Glanz. Österreichische Zoohandlungen führen in der Regel American, Abyssinian und Teddy; spezialisierte Züchter, die über Kleintierzuchtverbände der Bundesländer zu finden sind, bieten auch Peruvianer, Texel oder Coronet an.
Für den Einstieg und besonders für Familien mit Kindern empfehlen sich kurzfellige Rassen: Sie sind pflegeleicht, robust im Alltag und in der Regel unkompliziert im Umgang.
| Felltyp | Rassen | Pflegeaufwand |
|---|---|---|
| Kurz und glatt | American, American Crested, Himalayan, Self, Dalmatiner | gering |
| Gerosettiert / Rau | Abyssinian, Teddy, Rex | mittel |
| Langhaarig | Peruvianer, Silkie/Sheltie, Texel, Coronet, Alpaka, Merino | hoch |
| Satin-Variante | Satin (verschiedene Grundrassen möglich) | wie Grundrasse |
Herkunft und Geschichte
Das Meerschweinchen stammt nicht aus Guinea und ist kein Schwein – hinter dem eigentümlichen deutschen Namen steckt eine jahrtausendealte Geschichte aus den Anden, spanischen Handelsschiffen und europäischen Adelshöfen.
In den Hochanden Südamerikas – in heutigen Peru, Bolivien und Ecuador – hielten indigene Völker das Meerschweinchen bereits vor mehr als 3.000 Jahren. Es diente als Nahrungsquelle, als Opfertier bei Ritualen und hatte eine feste kulturelle Bedeutung. Cavia porcellus existiert ausschließlich als domestizierte Form; ein wildlebendes Gegenstück gibt es nicht.
Im 16. Jahrhundert brachten spanische Händler und Entdecker die Tiere nach Europa, wo sie rasch zu begehrten Exotica an Adelshöfen wurden. Über den Seeweg gelangten sie – möglicherweise als 'Über-Meer-Schweinchen' aus fernen Ländern – zu ihrem deutschen Namen, der weder auf Guinea noch auf Schweine verweist. Die Etymologie ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Im 19. Jahrhundert wurden Meerschweinchen in Europa zu einem verbreiteten Heimtier und gleichzeitig zu einem wichtigen Labortier. Der Ausdruck 'Versuchsmeerschweinchen' hat hier seinen Ursprung. Im Laufe des 20. Jahrhunderts etablierten sich in Österreich Rassekaninchen- und Meerschweinchenzuchtvereine auf Landesebene, die bis heute die Rassenvielfalt erhalten und standardisieren.
Aussehen und Körperbau
Gedrungener Körper, kein Schwanz, seitlich sitzende Augen und ein Fell, das von kurzglatt bis üppig-lockig reicht – das Meerschweinchen bietet mehr optische Vielfalt als sein Ruf vermuten lässt.
Meerschweinchen haben einen kompakten, walzenförmigen Körper, vier kurze Beine und keinen äußerlich sichtbaren Schwanz. Ihre Augen sitzen seitlich am Kopf – typisch für Beutetiere, die ein breites Gesichtsfeld brauchen. Der Kopf ist rund und breit, die Ohren sind klein und nach unten anliegend. Die Zähne sind offen bewurzelt und wachsen lebenslang nach – ein wichtiger Grund dafür, warum unbegrenzt Heu zur Verfügung stehen muss.
Die Farbpalette reicht von reinweiß und schwarz über beige, braun und rotbraun bis hin zu zweifarbigen und dreifarbigen Musterungen. Beim Dalmatiner-Typ finden sich dunkle Tupfen auf hellem Grund; beim Himalayan sind Nase, Ohren, Pfoten und Rückenpartie dunkel, der Rest des Körpers weiß. Die Felllänge variiert je nach Rasse erheblich: von glattem Kurzhaar beim American bis zu langen, am Boden schleifenden Locken beim Texel.
| Merkmal | Werte |
|---|---|
| Körperlänge | 20 bis 30 cm |
| Körpergewicht | 700 bis 1.200 g (Weibchen meist leichter) |
| Schwanz | nicht sichtbar, verkümmert |
| Augen | seitlich, dunkel, gut entwickelt |
| Ohren | kurz, anliegend |
| Zähne | offene Wurzeln, lebenslang nachwachsend |
Verhalten und Charakter
Meerschweinchen sind neugierig, lernfähig und äußerst kommunikativ – wer ihre Lautsprache kennt, erlebt sie als echte Persönlichkeiten.
Als Beutetiere verbergen Meerschweinchen Schwäche instinktiv und brauchen stets Rückzugsmöglichkeiten. Mit geduldigem, ruhigem Umgang werden sie jedoch recht zutraulich und lassen sich auf der Hand halten. Abrupte Bewegungen, laute Geräusche und festgehaltene Tiere setzen sie unter Stress. Für Kinder ab etwa sechs Jahren eignen sie sich gut, wenn Erwachsene die Hauptverantwortung übernehmen.
Das Lautrepertoire ist reich: Das freudige Pfeifen (Wheeken) beim Anblick von Futter ist unverkennbar. Leises Schnurren signalisiert Wohlbefinden beim Kraulen. Ein tiefes, rollendes Grollen zwischen Tieren ist ein Rangordnungs- oder Warnzeichen. Meerschweinchen sind tagaktiv, arbeiten aber in Schüben: intensive Erkundungsphasen wechseln mit Ruhephasen.
Nicht geeignet ist die gemeinsame Haltung mit Kaninchen: Kaninchen können Bordetella-Bakterien tragen, die bei Meerschweinchen gefährliche Atemwegsinfektionen auslösen, und können durch Tritte schwere Verletzungen verursachen.
Haltung und tägliche Pflege
Die tägliche Grundversorgung dauert etwa 15 bis 20 Minuten – sie ist überschaubar, muss aber jeden Tag ohne Ausnahme erfolgen.
Die tägliche Routine umfasst: unbegrenztes Heu, frisches Gemüse mit Vitamin C, sauberes Wasser und das Entfernen von nassen oder stark verschmutzten Einstreu-Stellen. Futternäpfe werden täglich gespült. Einmal wöchentlich wird das gesamte Gehege gereinigt und neu eingestreut. Krallen wachsen regelmäßig nach und sollten je nach Tier alle vier bis acht Wochen kontrolliert werden – bei Bedarf kürzt das ein Kleintier-Tierarzt.
In Österreich, insbesondere in Stadtwohnungen, ist das Raumklima für Meerschweinchen ganzjährig gut geeignet. Die Tiere mögen stabile Temperaturen zwischen 18 und 22 °C und sind empfindlich gegenüber Zugluft, direkter Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen. Eine Außenhaltung ist in österreichischen Wintern absolut nicht möglich und auch im Sommer mit erheblichen Risiken verbunden. Das Gehege sollte dauerhaft im Innenbereich geplant werden.
Bei der Fellpflege gibt es erhebliche Rassenunterschiede: Kurzfellige Tiere wie American oder Teddy kommen mit gelegentlichem Bürsten aus. Langhaarige Rassen wie Peruvianer oder Texel brauchen tägliche Pflege, um Verfilzungen zu verhindern.
| Häufigkeit | Aufgabe |
|---|---|
| Täglich | Heu unbegrenzt nachfüllen |
| Täglich | Frisches Gemüse (Vitamin C) anbieten |
| Täglich | Wasser wechseln, Behälter reinigen |
| Täglich | Nasse oder stark verschmutzte Einstreu entfernen |
| Wöchentlich | Gehege vollständig reinigen und neu einstreuen |
| Regelmäßig | Krallen kontrollieren, bei Bedarf kürzen lassen |
| Regelmäßig | Gewicht kontrollieren (Küchenwaage) |
Ernährung
Heu bildet die Basis, frisches Gemüse liefert Vitamin C – die Ernährung des Meerschweinchens ist einfach zu verstehen, muss aber täglich konsequent eingehalten werden.
Timothee-Heu oder hochwertiges Wiesenheu muss immer in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen. Es hält die Zähne kurz, liefert lebensnotwendige Ballaststoffe und sollte mengenmäßig den Großteil der Nahrung ausmachen. Frisches Gemüse ergänzt die Ration täglich – mit besonderem Blick auf den Vitamin-C-Gehalt. Geeignet sind rote Paprika (sehr reich an Vitamin C), Petersilie, Brokkoli, Feldsalat und Romanasalat. Zu meiden sind Eisbergsalat (zu wässrig) und Kohlrabi in großen Mengen.
Pellets können in kleiner Menge ergänzend gegeben werden. Manche erfahrene Halter verzichten ganz darauf, wenn das Gemüseangebot ausreichend vielfältig ist. Müslimischungen mit Saaten, Nüssen oder Trockenfrüchten sind ungeeignet – sie werden selektiv gefressen und führen zu Mangelernährung.
Frisches Wasser ist immer zugänglich zu halten – über eine Trinkflasche mit Metallröhrchen oder einen stabilen Keramiknapf.
| Lebensmittel | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Timothee-Heu / Wiesenheu | sehr gut | Grundnahrungsmittel, unbegrenzt anbieten |
| Rote Paprika | sehr gut | besonders viel Vitamin C |
| Petersilie | gut | vitamin-C-reich, täglich geeignet |
| Brokkoli | gut | in Maßen, kann Blähungen verursachen |
| Feldsalat / Romanasalat | gut | kein Eisbergsalat |
| Möhren | in Maßen | zuckerhaltig, nur als Ergänzung |
| Obst | selten | hoher Zuckergehalt, nur als seltene Abwechslung |
| Schokolade | verboten | giftig |
| Zwiebeln / Knoblauch | verboten | giftig |
| Rohe Kartoffeln | verboten | giftig |
| Rhabarber | verboten | giftig |
| Müslimischungen | nicht geeignet | selektives Fressen, Mangelernährung |
Gesundheit und Vorsorge
Meerschweinchen verbergen Krankheit instinktiv – regelmäßiges Wiegen und genaues Beobachten des Fressverhaltens ist die wichtigste Frühwarnung.
Als Beutetiere zeigen Meerschweinchen Schwäche so lange wie möglich nicht. Bis äußere Symptome sichtbar werden, kann eine Erkrankung bereits weit fortgeschritten sein. Das wöchentliche Wiegen mit einer Küchenwaage ist deshalb eine einfache, aber äußerst wertvolle Routinemaßnahme: Verliert ein Tier innerhalb einer Woche mehr als 50 g, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
In Wien und anderen österreichischen Städten gibt es zunehmend Kleintierpraxen mit Erfahrung an Exotentieren. Nicht jede allgemeinmedizinische Tierarztpraxis ist mit der Anatomie und den spezifischen Erkrankungen von Meerschweinchen vertraut – es lohnt sich, vorab eine Praxis zu finden, die explizit Kleinsäuger behandelt. Manche Universitätskliniken (z.B. Wien) haben spezialisierte Heimtier-Ambulanzen.
| Erkrankung | Hauptursache | Typische Anzeichen |
|---|---|---|
| Skorbut | Vitamin-C-Mangel | Schwellungen, struppiges Fell, Bewegungsunlust |
| Zahnüberwachstum | Futtermangel oder Gendefekt | Gewichtsverlust, Sabber, Fressunlust |
| Atemwegsinfektionen | Zugluft, Bordetella-Bakterien | Niesen, Nasenausfluss, Atemnot |
| Blähbauch | Falsche Ernährung, Darminfektion | Aufgeblähter Bauch, Schmerzverhalten |
| Milbenbefall | Ektoparasiten | Intensiver Juckreiz, Krusten, Haarausfall |
| Blasensteine | Mineralstoffüberschuss | Blut im Urin, Schmerzverhalten beim Urinieren |
Gehege und Einrichtung
Große Bodenfläche, solider Untergrund und ausreichend Verstecke sind die drei wesentlichen Anforderungen an ein artgerechtes Meerschweinchen-Gehege.
Meerschweinchen brauchen viel Bodenfläche zum Laufen, Erkunden und Fressen. Für zwei Tiere gilt eine Fläche von mindestens 2 m² als Richtwert – mehr ist ausdrücklich empfehlenswert. Etagen, Rampen oder mehrstöckige Konstruktionen sind ungeeignet: Meerschweinchen sind keine Kletterer, und Stürze von Höhen können tödliche Verletzungen verursachen. Das Gehege muss eingeschossig und bodeneben sein.
Der Boden sollte aus solidem Material bestehen. Drahtgitter- oder Gitterrostböden sind schädlich – die Pfoten können sich verhaken, was zu schmerzhaften Verletzungen und Ballenerkrankungen führt. Geeignete Einstreumaterialien sind Hanfstreu, Bambuseinstreu oder unbehandelte Holzpellets. Jedes Tier braucht mindestens ein eigenes Versteck, das groß genug ist, damit es bequem darin sitzen kann.
Das Gehege steht in Österreich ausschließlich im Innenbereich. Außengehege sind aufgrund der Temperaturschwankungen, der Winterkälte und der Gefahr durch Fressfeinde nicht geeignet.
| Kriterium | Mindestanforderung |
|---|---|
| Bodenfläche (2 Tiere) | mindestens 2 m² |
| Etagen | keine (eingeschossig) |
| Bodenart | solider Untergrund, kein Drahtboden |
| Einstreu | Hanf, Bambus oder unbehandelte Pellets |
| Verstecke | mindestens 1 pro Tier |
| Temperatur | 18 bis 22 °C, keine Zugluft |
| Standort | ausschließlich Innenbereich |
Zucht und Vermehrung
Meerschweinchen sind sehr fruchtbar und werden früh geschlechtsreif – unkontrollierter Nachwuchs überfordert rasch und birgt für Weibchen erhebliche gesundheitliche Risiken.
Weibchen werden bereits mit 4 bis 6 Wochen geschlechtsreif – weshalb gemischtgeschlechtliche Gruppen ohne Kastration sehr schnell außer Kontrolle geraten. Die Tragzeit beträgt 59 bis 72 Tage und endet mit 1 bis 4 Jungtieren, die als Nestflüchter vollständig entwickelt zur Welt kommen: behaart, mit offenen Augen und vollständigem Gebiss. Sie können von Geburt an feste Nahrung aufnehmen, werden aber noch einige Wochen gesäugt.
Ein besonderes gesundheitliches Risiko betrifft Weibchen, die erstmalig nach dem 6. bis 8. Lebensmonat gedeckt werden: Die Schambeinfuge (Symphyse) verhärtet mit zunehmendem Alter und kann sich bei der Geburt nicht mehr ausreichend weiten. Das Sterberisiko bei Mutter und Jungen steigt dabei stark an. Wer nicht züchten möchte, hält gleichgeschlechtliche Paare oder lässt Männchen kastrieren.
Seriöse Züchter in Österreich sind über die Kleintierzuchtverbände der Bundesländer zu finden, die auf artgerechte Haltung und gesunde Elterntiere achten.
Anschaffung und Kosten
Meerschweinchen sind kein Spontankauf: Wer Anschaffungskosten, laufende Ausgaben und die bis zu 7-jährige Verantwortung vorab realistisch plant, tut den Tieren und sich selbst einen Gefallen.
Der erste Schritt sollte die ehrliche Klärung der Rahmenbedingungen sein: Wer kümmert sich täglich – auch im Urlaub? Wo wird das Gehege dauerhaft stehen? Ist die Mitwohner-Situation (Haustiererlaubnis) geklärt? Das gesetzliche Minimum in Österreich sind zwei Tiere; geplant werden sollte also von Anfang an für ein Paar.
Als Bezugsquelle empfehlen sich in erster Linie österreichische Tierschutzvereine und Tierheime: Sie haben regelmäßig Meerschweinchen-Paare abzugeben, die bereits miteinander vergesellschaftet sind. Der Vorteil ist erheblich – die oft schwierige Erstvergesellschaftung entfällt. Alternativ sind spezialisierte Züchter über die Kleintierzuchtverbände der Bundesländer zu finden. Zoohandlungen in Wien, Graz und Linz (z.B. Fressnapf oder Futterhaus) bieten ebenfalls Tiere an, jedoch ohne die oft wertvollen Vorinformationen zum Einzeltier.
| Ausgabe | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Tier (Zoohandlung oder Züchter) | 15 bis 50 EUR pro Tier |
| Tier (Tierheim / Schutzgebühr) | 10 bis 25 EUR pro Tier |
| Gehege inkl. Einrichtung | 80 bis 350 EUR |
| Erstausstattung (Näpfe, Tränke, Verstecke) | 30 bis 70 EUR |
| Heu, monatlich | 10 bis 20 EUR |
| Frisches Gemüse, monatlich | 10 bis 20 EUR |
| Pellets + Einstreu, monatlich | 15 bis 25 EUR |
| Tierarzt (Vorsorge, jährlich) | 40 bis 100 EUR |
| Laufende Kosten gesamt (monatlich) | ca. 35 bis 80 EUR |
Häufige Fragen zum Meerschweinchen
Die wichtigsten Fragen rund um Anschaffung, Haltung und Gesundheit – kompakt beantwortet.
Sind Meerschweinchen gute Haustiere für Familien?
Ja, für Familien mit Kindern ab etwa sechs Jahren eignen sie sich gut. Sie sind neugierig, kommunikativ und werden mit Geduld zutraulich. Die Hauptverantwortung für Fütterung, Pflege und tierärztliche Versorgung sollte jedoch bei Erwachsenen liegen – Meerschweinchen sind keine passiven Kuscheltiere und brauchen verlässliche tägliche Zuwendung.
Wie alt werden Meerschweinchen?
Durchschnittlich 5 bis 7 Jahre, bei sehr guter Haltung gelegentlich auch bis zu 8 Jahren. Die Anschaffung ist also eine Verpflichtung über mehrere Jahre.
Was kostet ein Meerschweinchen in Österreich?
Ein Tier aus dem Tierheim kostet 10 bis 25 EUR Schutzgebühr, vom Züchter oder aus der Zoohandlung 15 bis 50 EUR. Das Gehege inklusive Erstausstattung schlägt mit 110 bis 420 EUR zu Buche; die laufenden Kosten liegen bei etwa 35 bis 80 EUR pro Monat.
Wie aufwendig ist die tägliche Pflege?
Der tägliche Grundaufwand beträgt etwa 15 bis 20 Minuten: Heu, Wasser, Gemüse, Sauberkeit kontrollieren. Die wöchentliche Grundreinigung des Geheges dauert 30 bis 60 Minuten. Der Aufwand ist überschaubar, muss aber verlässlich täglich eingehalten werden.
Darf ich ein einzelnes Meerschweinchen halten?
Nein. Das österreichische Tierschutzgesetz (TSchG) schreibt die Sozialhaltung ausdrücklich vor. Abgesehen von der rechtlichen Pflicht verursacht Einzelhaltung nachweislich Dauerstress, Verhaltensauffälligkeiten und eine verkürzte Lebenserwartung. Mindestens zwei vergesellschaftete Tiere sind in Österreich gesetzlich verpflichtend.
Können Meerschweinchen draußen gehalten werden?
In Österreich ist eine ganzjährige Außenhaltung nicht möglich. Meerschweinchen sind empfindlich gegenüber Kälte, Nässe und starken Temperaturschwankungen. Selbst im Sommer sind Außengehege durch nächtliche Kälte und Überhitzung am Tag riskant. Das Gehege gehört dauerhaft in den Innenbereich.
Brauchen Meerschweinchen täglich Vitamin C?
Ja, zwingend. Meerschweinchen können Ascorbinsäure nicht selbst herstellen. Ein Mangel führt innerhalb weniger Wochen zu Skorbut mit schwerwiegenden Folgen. Rote Paprika, Petersilie, Brokkoli und dunkles Blattgemüse gehören täglich auf den Speiseplan. Vitamin-C-Tropfen im Wasser sind kein Ersatz – sie zersetzen sich rasch und reduzieren zudem die Trinkbereitschaft.