Brieftaube
Die Racing Homer ist der Spitzenathlet der Taubenwelt, gezüchtet für ihren außergewöhnlichen Heiminstinkt, ihre Geschwindigkeit und ihre unermüdliche Ausdauer.
- Size
- Mittel
- Lifespan
- 10–15 years
- Origin
- Belgien
- Temperament
- Arbeitsam
- Standard colors
- Schwarz, Weiß und Blau and 6 more
Characteristics
Brieftaube colors and patterns
What each club's breed standard says about every Brieftaube color and pattern. Point at a ruling to see the club's own wording.
Breed standards describe the Brieftaube in Schwarz, Weiß, Blau, Silber, Braunfalbe, Rot, Rotfahl, Rotfahl mit Binden und Gelb. Standard patterns: Einfarbig, Grizzle, Gesäumt, Weißgetupft, Getupft, Splash, Gehämmert, Mit Binden, Schecke und Schildig.
| Color or pattern | NPA | RPRA |
|---|---|---|
| Schwarz | Standardgemäß (“Black; Blue”) | Alternativ (“blue; blue chequer; dark chequer; blue pied”) |
| Weiß | Standardgemäß (“White; Pied Splashed; Grizzled Spangled; Mottle Tortoise; Saddled”) | Alternativ (“blue pied”) |
| Blau | Standardgemäß (“Blue”) | Alternativ (“blue; blue chequer; dark chequer; blue pied”) |
| Silber | Standardgemäß (“Silver”) | No ruling |
| Braunfalbe | Standardgemäß (“Dun; Silver”) | No ruling |
| Rot | Standardgemäß (“Red”) | No ruling |
| Rotfahl | Standardgemäß (“Red”) | No ruling |
| Rotfahl mit Binden | Standardgemäß (“Mealy”) | No ruling |
| Gelb | Standardgemäß (“Yellow”) | No ruling |
| Braun | Alternativ (“AOC (brown, khaki, opal, indigo, etc.)”) | No ruling |
| Khakifarben | Alternativ (“AOC (brown, khaki, opal, indigo, etc.)”) | No ruling |
| Indigo | Alternativ (“AOC (brown, khaki, opal, indigo, etc.)”) | No ruling |
| Dominant Opal | Alternativ (“AOC (brown, khaki, opal, indigo, etc.)”) | No ruling |
| Rezessiv Opal | Alternativ (“AOC (brown, khaki, opal, indigo, etc.)”) | No ruling |
| Patterns | ||
| Einfarbig | Standardgemäß (“Solid Self”) | No ruling |
| Grizzle | Standardgemäß (“Grizzled Spangled”) | No ruling |
| Gesäumt | Standardgemäß (“Laced”) | No ruling |
| Weißgetupft | Standardgemäß (“Mottle Tortoise”) | No ruling |
| Getupft | Standardgemäß (“Grizzled Spangled”) | No ruling |
| Splash | Standardgemäß (“Pied Splashed”) | No ruling |
| Gehämmert | Standardgemäß (“Checkered”) | Alternativ (“blue chequer”) |
| Mit Binden | Standardgemäß (“Barred”) | Alternativ (“blue”) |
| Schecke | Standardgemäß (“Pied Splashed; Saddled”) | Alternativ (“blue pied”) |
| Schildig | Standardgemäß (“Saddled”) | No ruling |
| Dunkelgehämmert | No ruling | Alternativ (“dark chequer”) |
| Ausbreitungsfaktor | No ruling | No ruling |
| Color or pattern | NPA |
|---|---|
| Schwarz | Standardgemäß (“dark in dark colored birds”) |
| Rosa | Standardgemäß (“somewhat pink in lighter colored specimens”) |
| Color or pattern |
|---|
| Rot |
What the rulings mean
- Standardgemäß
- Described by the club's breed standard.
- Alternativ
- Registrable with the club but not described by its breed standard, such as an AKC alternate color.
Color changes
How a Brieftaube's colors can change over its life.
Rotchanges toBlau
Gefieder · Mit dem Alter
Sources
Each ruling comes from the club's published breed standard or color list.
Über den Racing Homer
Der Racing Homer ist eine mittelgroße Brieftaube aus Belgien, gezüchtet auf ausgeprägten Heimfindesinn, Tempo und Ausdauer über weite Distanzen.
Der Racing Homer ist eine Brieftaube, die für den Wettflug über weite Strecken gezüchtet wurde. Er zählt nicht zu den reinen Schautauben, sondern ist eine Arbeitsrasse, die seit Generationen auf eine Fähigkeit hin selektiert wird: den Weg zurück zum eigenen Schlag zu finden, selbst über Distanzen von mehreren Hundert Kilometern. Bei einem Wettbewerb werden die Tiere an einem festgelegten Ort aufgelassen, und die Rückkehrzeit wird der geflogenen Strecke gegenübergestellt.
Vom Körperbau her ist der Racing Homer mittelgroß, kompakt und muskulös, mit einer tiefen Brust, die die kräftige Flugmuskulatur trägt. Er wirkt aufmerksam und hält sich aufrecht. Weil die Farbe bei der Zucht keine Rolle spielt, kommt die Rasse in sehr vielen Farbschlägen vor. Entscheidend für Züchter sind stattdessen Orientierungsvermögen, Flügelqualität, Erholungsfähigkeit nach dem Flug und der Wille, rasch heimzukehren.
Als typisch für die Rasse gelten die enge Bindung an den eigenen Schlag, Intelligenz, Lernbereitschaft beim Training, Konzentration während des Fluges und eine ausgeprägte Kondition. Damit eignet sich der Vogel für Halter, die eine aktive, trainierbare Taube wollen, und nicht bloß ein Ziertier für den Schlag.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Herkunft | Belgien |
| Größe | Mittel |
| Lebenserwartung | 10 bis 15 Jahre |
| Gruppe/Rolle | Sport- und Arbeitstaube (Brieftaube/Wettflug) |
| Geeignet für | Erfahrene Halter, Schwarmhaltung im Taubenschlag, Familien mit Bereitschaft zu täglichem Training |
Wer sich dafür eignet
Der Racing Homer passt zu Haltern, die sich auf eine feste Tagesroutine einlassen. Der Vogel braucht einen sicheren Schlag, regelmäßige Trainingsflüge mit stufenweise steigender Distanz und eine Fütterung, die auf seine Leistung abgestimmt ist. Wer Freude am Konditionsaufbau und an der Navigation hat, kommt hier auf seine Kosten; wer ein pflegeleichtes Ziertier sucht, ist mit anderen Rassen besser bedient. Auch Einsteiger können die Rasse erfolgreich halten, doch bis zur Wettkampfreife braucht es meist eine Saison oder länger.
Geschichte und Herkunft
Der Racing Homer ist im 19. Jahrhundert in Belgien aus mehreren Brieftaubenschlägen entstanden, von wo sich der Taubensport über Europa und die Welt verbreitet hat.
Tauben überbringen seit Jahrtausenden Botschaften und finden zuverlässig nach Hause, und viele Kulturen haben schon lange vor dem organisierten Sport Brieftauben gehalten. Der Racing Homer als eigene Sportrasse ist jedoch eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts in Belgien.
Belgische Taubenzüchter haben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestehende Brief- und Reisetaubenschläge miteinander gekreuzt, darunter Tiere mit Abstammung von der Antwerpener Smerle und anderen regionalen Brieftauben, und dabei streng auf schnelle, zuverlässige Rückkehr über Distanz selektiert. Der moderne Taubensport hat um 1850 in Belgien seine organisierte Form gefunden: Vereine haben gemeinsame Auflassorte festgelegt und die Rückkehrzeiten gestoppt.
Von Belgien aus hat sich der Sport in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und den Rest Europas ausgebreitet, später auch nach Nordamerika, Asien und andere Regionen. Züchter vor Ort haben belgische Zuchttiere importiert und die Leistungszucht konsequent fortgeführt, weshalb belgische Blutlinien bis heute in vielen Schlägen eine wichtige Rolle spielen.
Im Lauf des 20. Jahrhunderts haben Brieftauben auch praktische Aufgaben übernommen und in beiden Weltkriegen Nachrichten überbracht, wenn andere Verbindungswege ausgefallen sind. Diese Zuverlässigkeit unter widrigen Bedingungen hat den Ruf der Rasse für Orientierung und Ausdauer gefestigt, eine Eigenschaft, die der Wettkampfsport bis heute prüft.
Aussehen und Rassestandard
Der Racing Homer ist eine mittelgroße, muskulöse Taube mit tiefer Brust und glattem, engem Gefieder; eine feste Farbvorgabe gibt es nicht, da die Zucht auf Flugleistung zielt.
Der Racing Homer wirkt wie für den Flug gebaut. Der Körper ist kompakt und ausgewogen, der Rücken im Schulterbereich breit, die Brust tief genug, um die kräftige Flugmuskulatur zu tragen. Die Flügel sind lang, liegen eng am Körper an und tragen feste Schwungfedern. Der Kopf ist rund, das Auge wach und klar, häufig mit einer deutlichen Wachshaut über dem Schnabel. In der Gesamterscheinung zählt Fitness, nicht Zierde.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Körperlänge | Etwa 32 bis 37 cm von Kopf bis Schwanz |
| Gewicht | Rund 300 bis 500 g |
| Gefieder | Glatt, eng anliegend, straff |
| Farben | Blaugehämmert, blaugeschuppt, Rot, Mehlfarben, Gesperbert, Weiß und viele weitere |
| Augen | Wach und klar; je nach Tier orange, rot oder perlfarben |
Gefieder und Farben
Weil Farbe kein Zuchtziel ist, zeigt sich der Racing Homer in einer großen Bandbreite an Farbschlägen. Blaugehämmert und blaugeschuppt sind häufig, dazu kommen Rot, Mehlfarben, Gesperbert und Weiß. Für Züchter zählt die Federqualität mehr als die Farbe: straffes, glänzendes, wasserabweisendes Gefieder und kräftige, unbeschädigte Schwungfedern sprechen für eine Taube in guter Verfassung. Ein stumpfes oder lockeres Gefieder kann auf Krankheit oder Mauser hindeuten, weshalb Halter den Zustand der Federn über die Saison hinweg im Auge behalten.
Wesen und Verhalten
Der Racing Homer ist ruhig, klug und eng an seinen Heimatschlag gebunden, dadurch bleibt er im Training fokussiert und kehrt zuverlässig zurück.
Der Racing Homer verhält sich seinem Halter gegenüber meist ruhig und gelassen, vor allem wenn er von klein auf regelmäßig angefasst wird. Prägend für die Rasse ist die Bindung an den eigenen Schlag. Genau diese Bindung treibt den Vogel an, auch über große Entfernungen zurückzukehren, und sie erleichtert zugleich die tägliche Handhabung, weil die Taube von sich aus heim will, um zu fressen und zu ruhen.
Im Umgang mit Menschen wird die Taube durch feste Abläufe zahm und verknüpft den Halter rasch mit Futter und Schutz. Fremden gegenüber bleibt sie eher zurückhaltend, ohne aggressiv zu werden. Im Schwarm sind Racing Homer gesellig und vertragen sich im Schlag gut, auch wenn Täuber während der Brutzeit um die Nistkästen rivalisieren können. Mit anderen Taubenrassen kommen sie ebenfalls ohne Probleme aus.
Beim Training und im Wettkampf zeigt der Vogel Konzentration und Ehrgeiz. Ein gut konditionierter Racing Homer orientiert sich nach dem Auflassen rasch und fliegt zielstrebig, statt umherzuirren. Diese Mischung aus Verträglichkeit im Schlag und Konzentration in der Luft ist genau das Ergebnis, auf das Generationen von Züchtern hingearbeitet haben.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Zuneigung (zum Halter) | 3 |
| Energie | 5 |
| Trainierbarkeit | 5 |
| Lautstärke | 2 |
| Mauser | 3 |
Pflege und Tagesablauf
Racing Homer brauchen einen sauberen, trockenen Schlag, täglichen Auslauf und eine feste Routine, um fit und an den Schlag gebunden zu bleiben.
Die Pflege eines Racing Homers dreht sich um einen sauberen Schlag, tägliches Fliegen und eine gleichbleibende Routine. Vom Wesen her ist der Vogel robust und genügsam, doch seine sportliche Aufgabe verlangt, dass die Kondition ständig erhalten bleibt.
Gefiederpflege
- Zwei- bis dreimal wöchentlich ein flaches Bad anbieten, damit die Vögel ihr Gefieder reinigen und Parasiten in Schach halten können.
- Schwung- und Schwanzfedern regelmäßig auf Schäden oder Milben kontrollieren.
- Fußringe sauber halten und die Füße auf Verletzungen oder Schuppenbildung prüfen.
- Die Mauser im Auge behalten und mit guter Fütterung unterstützen, statt in dieser Zeit durchzutrainieren.
Bewegung
- Ein- bis zweimal täglich freien Schlagflug um den Heimatschlag zulassen, damit die Tiere Muskulatur aufbauen und die Umgebung kennenlernen.
- Trainingsflüge schrittweise aufbauen und die Auflassdistanz über mehrere Wochen steigern, nicht auf einmal.
- Zwischen den Wettflügen mit regelmäßiger Bewegung fit halten, statt sie lange untätig im Schlag zu lassen.
- Anstrengendes Training bei großer Hitze oder während der stärksten Mauserphase vermeiden.
Umgebung
Der Schlag sollte trocken sein, an den Sitzstangen zugfrei, insgesamt aber gut durchlüftet, mit Sitzstangen oder Nistkästen, engmaschigem Gitter gegen Raubtiere und Nager sowie genügend Platz, damit es nicht zu Gedränge kommt. In den kalten, oft strengen Wintern hierzulande braucht es keine Heizung, wohl aber einen frostsicheren, gut isolierten Aufbau ohne Zugluft an den Schlafplätzen. Feuchtigkeit und Überbelegung sind die Hauptursachen für Krankheiten im Schlag, weshalb Trockenheit und Luftzirkulation wichtiger sind als Wärme. Der Schlag sollte so ausgerichtet sein, dass die Tiere den Himmel sehen und sich bei der Rückkehr orientieren können.
Ernährung und Fütterung
Racing Homer fressen eine Körner- und Hülsenfrüchtemischung nach Leistungsbedarf, dazu Grit, frisches Wasser und bei intensivem Training mehr Energie.
Racing Homer bekommen eine Körnermischung statt einer einzigen Sorte Saatgut. Eine ausgewogene Rennmischung enthält üblicherweise Hülsenfrüchte wie Erbsen und Ackerbohnen als Eiweißquelle sowie energiereiches Getreide wie Mais, Weizen, Sorghum und Gerste. Das Verhältnis richtet sich nach der Belastung: bei hartem Training und im Wettkampf mehr kohlenhydratreiches Getreide, in Ruhephasen und während der Mauser eine leichtere Mischung. Ständiger Zugang zu sauberem Wasser und zu Grit, der beim Zermahlen und Verdauen harter Körner hilft, ist unverzichtbar.
| Lebensphase / Aktivität | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Ruhende Alttiere | Etwa 25 bis 30 g Körnermischung | 1 bis 2 |
| Alttiere im Training/Wettkampf | Etwa 35 bis 50 g energiereiche Mischung | 2 |
| Zuchtpaar bei der Jungenaufzucht | Freier Zugang / erhöhte Ration | 2 oder freie Fütterung |
| Mauser | Etwa 30 g, eiweißbetont | 1 bis 2 |
Leckerbissen und Ergänzungsfutter
Kleine Mengen an Leckereien wie Hanf, Kanariensaat oder Safflor eignen sich als Belohnung beim Training. Spezieller Taubengrit sowie ein Mineral- oder Picksteinangebot liefern Kalzium und Spurenelemente, was besonders für Zuchttäubinnen während der Eiproduktion wichtig ist. Nach anstrengenden Flügen wird dem Wasser mitunter ein Vitamin- oder Elektrolytpräparat zugesetzt, doch im Alltag bleibt klares, sauberes Wasser der Standard, und Ergänzungsmittel sollen eine ausgewogene Körnerration nicht ersetzen.
Gesundheit und häufige Erkrankungen
Racing Homer werden mit guter Haltung 10 bis 15 Jahre alt, sind durch Reisen und fremde Schläge aber Atemwegsinfekten, Trichomoniasis und Parasiten ausgesetzt.
In einem trockenen, sauberen Schlag ist der Racing Homer eine robuste, gesunde Rasse. Bei guter Haltung erreichen die Tiere meist ein Alter von 10 bis 15 Jahren, wobei Wettkampftauben einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind als reine Heimtiere, weil sie an Auflassorten und beim Transport mit fremden Vögeln zusammenkommen. Die meisten Gesundheitsprobleme gehen auf Feuchtigkeit, Überbelegung, Stress oder Kontakt mit kranken Tieren zurück, weshalb Vorbeugung vor allem eine Frage des Managements ist.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Atemwegsinfektion (Ornithose-Komplex) | Pfeifende Atmung, Nasenausfluss, geschwollene Augen, schwacher Flug | Hängt mit Feuchtigkeit und Stress zusammen; erfordert tierärztliche Behandlung |
| Trichomoniasis (Gelber Knopf) | Gelbliche, käsige Beläge im Rachen, Schluckbeschwerden | Häufig bei Jungtauben; verbreitet sich über Wasser und Kropfmilch |
| Kokzidiose | Dünner Kot, Gewichtsverlust, Mattigkeit | Darmparasit, der sich bei schmutzigen, feuchten Bedingungen verschlimmert |
| Paramyxovirose (PMV) | Verdrehter Hals, Lähmungen, wässriger Kot | Impfung ist weit verbreitet und für Wettflüge oft vorgeschrieben |
| Äußere Parasiten (Federlinge, Milben) | Federschäden, Unruhe, Kratzen | Lässt sich durch Baden und Schlaghygiene eindämmen |
Vorbeugende Pflege
- Den Schlag trocken, gut belüftet und frei von Kotablagerungen halten.
- Gegen Paramyxovirose impfen, wie in der jeweiligen Region empfohlen und für Wettflüge häufig vorgeschrieben.
- Neue oder zurückgekehrte Tiere in Quarantäne halten, bevor sie zum übrigen Schwarm kommen.
- Täglich frisches Wasser bereitstellen und Tränken oft reinigen, um die Ausbreitung von Trichomoniasis einzudämmen.
- Regelmäßig auf Parasiten kontrollieren und bei Bedarf den ganzen Schlag behandeln.
Training
Racing Homer lassen sich durch schrittweise längere Auflassflüge und eine feste Fütterungsroutine am Heimatschlag sehr gut trainieren.
Nur wenige Haustiere lassen sich für eine derart spezielle Aufgabe so gut trainieren wie der Racing Homer. Das Training nutzt den angeborenen Heimfindesinn des Vogels, statt gegen ihn zu arbeiten. Der Halter macht die Taube zunächst mit dem Heimatschlag vertraut und lässt sie danach von immer weiter entfernten Punkten auf, damit sie lernt, sich zu orientieren und zügig zurückzukehren. Junge Tauben lernen am schnellsten, und eine ruhige, gleichbleibende Routine bringt die besten Ergebnisse.
Grundlagen
- Junge Tauben zuerst an den Schlag gewöhnen und Gebäude sowie Umgebung kennenlernen lassen, bevor überhaupt ein Auflass von zu Hause weg stattfindet.
- Mit Schlagflug beginnen, damit die Tiere den Heimbereich umkreisen und Kondition sowie Sicherheit aufbauen.
- Kurze Trainingsflüge in Schlagnähe starten und die Distanz über mehrere Wochen Schritt für Schritt steigern.
- Anfangs nur bei gutem Wetter auflassen und die Rückkehrzeiten stoppen, um den Fortschritt jeder einzelnen Taube zu verfolgen.
- Nach der Rückkehr am Schlag füttern, damit die Taube die rasche Heimkehr mit Belohnung verknüpft.
- Erst an Wettkampfdistanzen herangehen, wenn die Taube von kürzeren Flügen zuverlässig zurückkommt.
Lebensraum und Unterbringung
Racing Homer brauchen einen trockenen, sicheren, belüfteten Schlag mit Sitzstangen, raubtiersicherem Gitter und freier Sicht zum Himmel für die Orientierung.
Der Schlag ist der Mittelpunkt im Leben eines Racing Homers und der Ort, zu dem er trainiert zurückzukehren, deshalb wirkt sich seine Bauweise direkt auf Gesundheit und Leistung aus. Ein guter Schlag ist trocken, an den Sitzstangen zugfrei, insgesamt aber gut durchlüftet und sicher vor Raubtieren und Nagern. Er sollte jedem Vogel genug Platz und freie Sicht zum Himmel bieten, damit die Orientierung bei der Rückkehr gelingt. Getrennte Bereiche für Täuber, Täubinnen und Jungtauben sowie ein eigener Krankenbereich erleichtern Zucht und Seuchenkontrolle.
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Platz pro Vogel | Etwa 0,3 bis 0,5 Kubikmeter; Überbelegung vermeiden |
| Belüftung | Gute Luftzirkulation ohne Zugluft an den Sitzstangen |
| Boden | Trocken, leicht zu reinigen; Kot regelmäßig entfernen |
| Sitzstangen / Nistkästen | Ein sicherer Platz pro Vogel |
| Sicherheit | Engmaschiges Gitter gegen Raubtiere und Nager; absperrbar |
| Licht | Natürliches Tageslicht mit freier Sicht zum Himmel für die Rückkehr |
Checkliste für die Einrichtung
- Trockener, wetterfester Aufbau, erhöht über feuchtem Untergrund
- Verstellbare Belüftung, die die Sitzstangen zugfrei hält
- Raubtiersicheres Gitter an allen Öffnungen
- Einzelne Sitzstangen oder Nistkästen, um Rangeleien zu vermeiden
- Ein Landebrett mit Falle, damit zurückkehrende Tiere rasch einschlüpfen können
- Saubere Tränken, Futterstellen, ein Gritnapf und eine Badegelegenheit
- Ein eigener Quarantäne- oder Krankenbereich
Schlupf und Aufzucht der Jungtauben
Racing-Homer-Eier schlüpfen nach 17 bis 19 Tagen Brutzeit durch beide Eltern, und Nestlinge bekommen Kropfmilch, bevor sie mit vier bis sechs Wochen flügge werden.
Racing Homer ziehen ihre Jungen in der Regel selbst groß, was den Schlupf für den Halter unkompliziert macht. Die Täubin legt meist zwei Eier im Abstand von ein paar Tagen, und beide Elterntiere teilen sich das Brutgeschäft: Der Täuber sitzt häufig über die Mittagsstunden, die Täubin über Nacht. Die Eier schlüpfen nach etwa 17 bis 19 Tagen. In den ersten Tagen füttern die Eltern die Nestlinge mit Kropfmilch, einem nährstoffreichen Sekret, bevor sie auf eingeweichtes und später ganzes Getreide umstellen. Die meisten Züchter lassen die Eltern natürlich brüten, ein Brutapparat kann aber als Reserve dienen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Temperatur | Etwa 37,5 °C im Brutapparat |
| Luftfeuchtigkeit | Rund 55 bis 60 Prozent, kurz vor dem Schlupf erhöht |
| Tage bis zum Schlupf | 17 bis 19 Tage |
| Wenden | Mehrmals täglich, falls nicht die Eltern brüten |
Ablauf des Schlupfs
- Eingewöhnten, verpaarten Zuchtpaaren einen sauberen Nistkasten mit Nistmaterial zur Verfügung stellen.
- Beide Elterntiere brüten lassen und das Nest möglichst wenig stören.
- Die Eier etwa am 7. bis 10. Tag durchleuchten, um die Entwicklung zu kontrollieren.
- Den Schlag ruhig und die Temperatur stabil halten, je näher der Schlupf rückt.
- Frisch geschlüpfte Nestlinge bei den Eltern lassen, damit sie Kropfmilch bekommen.
- Die Jungtauben im passenden Alter für die Wettflugkennzeichnung beringen und das Wachstum bis zum Flüggewerden mit etwa vier bis sechs Wochen beobachten.
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zum Racing Homer betreffen Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung für Einsteiger und Bezugsquellen.
Wie groß wird ein Racing Homer?
Es handelt sich um eine mittelgroße Taube von meist 32 bis 37 cm Länge und etwa 300 bis 500 g Gewicht, mit einem kompakten, muskulösen Körperbau, der auf den Flug ausgelegt ist.
Wie ist das Wesen des Racing Homer?
Gegenüber dem Halter ist er ruhig und ausgeglichen, im Schlag gesellig und eng an sein Zuhause gebunden. Beim Training zeigt er Konzentration und Ehrgeiz, weshalb er auch über weite Distanzen zuverlässig zurückkehrt.
Ist der Racing Homer aufwendig in der Pflege?
Die tägliche Pflege ist einfach, muss aber regelmäßig erfolgen: ein sauberer, trockener Schlag, frisches Wasser und Grit, eine an die Leistung angepasste Körnerration und regelmäßiger Freiflug. Der Wettkampfsport braucht deutlich mehr Zeit, und bis man ihn beherrscht, vergeht meist eine Saison oder zwei.
Wie alt wird ein Racing Homer?
Bei guter Unterbringung und Pflege erreichen Racing Homer meist ein Alter von 10 bis 15 Jahren, wobei aktive Wettkampftauben einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt sind als Tiere, die nur zu Hause gehalten werden.
Eignet sich der Racing Homer für Einsteiger?
Ja. Auch Einsteiger können die Rasse erfolgreich halten und sogar im Wettkampf einsetzen, weil das Training auf dem angeborenen Heimfindesinn des Vogels aufbaut. Am besten beginnt man mit eingewöhnten Jungtauben und kurzen Trainingsflügen, bevor man sich an Wettkampfdistanzen wagt.
Wo bekommt man Racing Homer?
Racing Homer sind über örtliche Brieftaubenvereine und erfahrene Züchter erhältlich, in Österreich etwa über Vereine im Österreichischen Brieftaubenzentralverband. Diese verkaufen oft Jungtauben aus bewährten Blutlinien und beraten neue Halter zu Schlag und Training.
Finden Racing Homer immer nach Hause?
Der Heimfindesinn ist stark ausgeprägt, doch eine Garantie gibt es nicht. Wetter, Raubtiere, Verletzungen und mangelnde Erfahrung können zu Verlusten führen, weshalb schrittweises Training und eine gute Kondition so wichtig sind.