United Pet Club
Ziege

Kaschmirziege

Die Kaschmirziege ist eine robuste Faserrasse, geschätzt für das weiche, feine Kaschmir-Unterhaar, das unter ihrem äußeren Deckhaar wächst.

Size
Mittel
Lifespan
10–14 years
Origin
Zentralasien
Temperament
Sanft
Standard colors
Schwarz und Weiß
Key Traits
SanftRuhigArbeitsamAufmerksam

Characteristics

Energy Level2
Trainability2
Good With Kids3
Good With Pets2
Grooming Needs2

Kaschmirziege colors and patterns

What each club's breed standard says about every Kaschmirziege color and pattern. Point at a ruling to see the club's own wording.

Breed standards describe the Kaschmirziege in Schwarz und Weiß. Standard patterns: Einfarbig.

Fell: rulings by club
Color or patternCASHMERE GA
SchwarzStandardgemäß (“may be any color”)
WeißStandardgemäß (“may be any color”)
Patterns
EinfarbigStandardgemäß (“should be of a single color”)

What the rulings mean

Standardgemäß
Described by the club's breed standard.

Sources

Each ruling comes from the club's published breed standard or color list.

Über die Kaschmirziege

Die Kaschmirziege ist eine mittelgroße, robuste Faserrasse aus Zentralasien: Geiß und Bock tragen unter dem groben Deckhaar eine feine Unterwolle, aus der Kaschmir gewonnen wird.

Die Kaschmirziege ist keine geschlossene Rasse im klassischen Sinn, wie man das von vielen Milch- oder Fleischziegen kennt. Der Name bezeichnet vielmehr jede Ziege, die eine brauchbare Menge Kaschmir liefert, also jene feine Unterwolle, die im Winter unter dem groben Deckhaar wächst. Tiere dieses Typs werden seit Jahrhunderten auf den Hochebenen und in den Gebirgszügen Zentralasiens gehalten, wo die strengen Winter das Wachstum einer dichten Unterwolle begünstigen.

Eine Kaschmirziege trägt zwei Haarschichten. Die äußere besteht aus langem, glattem Grannenhaar, das Regen abweist und das Tier schützt. Darunter liegt die Daune, eine Schicht sehr feiner Fasern, meist unter 19 Mikron im Durchmesser. Diese Unterwolle wird einmal jährlich, gegen Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr, durch Auskämmen oder Scheren geerntet. Eine einzelne Geiß liefert dabei nur wenig, oft zwischen 100 und 200 Gramm gereinigter Faser, was den hohen Preis von Kaschmir miterklärt.

Geschätzt wird die Rasse ebenso für ihre Widerstandsfähigkeit wie für die Faser. Diese Tiere vertragen Kälte gut, kommen mit kargem Weideland zurecht und brauchen weniger intensive Betreuung als viele Nutzrassen. Sie sind ruhig und aufmerksam und passen daher gut in Systeme der extensiven Weidehaltung.

Kaschmirziege auf einen Blick
MerkmalDetail
HerkunftZentralasien
GrößeMittelgroß
Lebenserwartung10-14 Jahre
Gruppe/RolleFaserziege (Kaschmirwolle)
Verträglich mitAnderen Ziegen, ruhiger Nutztierhaltung

Für wen geeignet

Die Kaschmirziege eignet sich für Kleinhalter und Faserproduzenten, die eine jährliche Kamm- oder Scherroutine einplanen können und über kühle bis kalte Winter verfügen, die das Wachstum der Unterwolle fördern. Sie ist eine praktische Wahl für alle, die ein genügsames Weidetier mit einem zusätzlichen Faserertrag suchen, statt auf hohe Milch- oder Fleischleistung zu setzen. Wer in mildem Klima wirtschaftet, sollte mit einer geringeren Wollmenge rechnen.

Geschichte und Herkunft

Kaschmirwolle liefernde Ziegen stammen aus dem Hochland Zentralasiens, wo kalte Winter eine feine Unterwolle begünstigten; der Handel brachte die Faser später über die Kaschmir-Region nach Westen.

Ziegen mit feiner Unterwolle leben schon sehr lange in Zentralasien, in der Mongolei und im Westen Chinas. Die kalten Kontinentalwinter dieser Gegenden haben über Generationen jene Tiere begünstigt, die eine dichte, isolierende Unterwolle ausbildeten. Hirten hielten diese Ziegen für Milch, Fleisch, Häute und eben die Unterwolle, aus der wärmende Stoffe gesponnen wurden.

Der Begriff Kaschmir geht auf Kaschmir zurück, jene Region im nördlichen Teil des indischen Subkontinents. Kaschmir wurde bekannt als Zentrum für das Weben feiner Schals aus Ziegenwolle, und Händler trugen sowohl den Stoff als auch den Namen nach Westen. Die Rohfaser selbst stammte oft von Ziegen, die weiter nördlich und östlich gehalten wurden, ehe sie von kaschmirischen Webern verarbeitet wurde.

Kaschmirschals erreichten Europa in größerer Menge im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Dort wurden sie zum Modeartikel und ließen die Nachfrage nach der Faser steigen. Dieses Interesse führte zu Versuchen, kaschmirliefernde Ziegen auch außerhalb ihres angestammten Verbreitungsgebiets zu halten.

Heute sind China und die Mongolei die größten Erzeuger von Rohkaschmir. Kleinere Faserherden gibt es in Australien, Neuseeland, den USA und Teilen Europas, meist aufgebaut aus importierten oder gezielt auf Wollertrag und Feinheit gezüchteten Tieren.

Erscheinungsbild

Kaschmirziegen sind mittelgroß und tragen ein doppeltes Vlies: langes, grobes Deckhaar über weicher, feiner Unterwolle, meist mit Hörnern und in verschiedenen Fellfarben.

Die Kaschmirziege hat einen kräftigen, mittelgroßen Körperbau, der für das Grasen auf unwegsamem Gelände ausgelegt ist. Das auffälligste Merkmal ist das doppelte Vlies. Die sichtbare äußere Schicht besteht aus langem, glattem Grannenhaar, das struppig wirken kann, während die begehrte Unterwolle darunter verborgen bleibt. Viele Tiere tragen Hörner, häufig nach hinten geschwungen, bei beiden Geschlechtern. Die Ohren stehen meist aufrecht oder leicht seitlich ab, und bei Böcken ist ein Bart üblich.

Typische körperliche Merkmale
MerkmalDetail
Widerristhöhe50-65 cm
GewichtGeißen etwa 30-50 kg, Böcke etwa 40-90 kg
FellDoppeltes Vlies: grobes Deckhaar über feiner Unterwolle
FarbenWeiß, Grau, Braun, Schwarz und gescheckt
AugenWaagrechte Schlitzpupillen, bernstein- bis braunfarben

Vlies und Farben

Die Fellfarbe schwankt stark, weil der Kaschmirtyp über die Faser definiert wird und nicht über das Aussehen. Verarbeiter bevorzugen oft weiße Tiere, weil sich deren Unterwolle in jeder Farbe färben lässt, doch graue, braune und schwarze Ziegen liefern eine ebenso brauchbare Faser. Die Unterwolle wird nach Feinheit, Länge und Farbe sortiert. Die feinste Qualität misst deutlich unter 19 Mikron, also viel dünner als das umgebende Deckhaar.

Wesen

Kaschmirziegen sind sanft, ruhig und aufmerksam; ihr ausgeprägter Weideinstinkt lässt sie sich in der extensiven Haltung gut handhaben.

Kaschmirziegen gelten im Allgemeinen als ruhig und ausgeglichen, wodurch sich das jährliche Kämmen oder Scheren leichter durchführen lässt. Sie sind wachsam und nehmen ihre Umgebung aufmerksam wahr, eine nützliche Eigenschaft für Tiere, die einen Großteil ihrer Zeit auf offenen Weiden verbringen. Bei regelmäßigem Kontakt gewöhnen sie sich gut an Menschen, bleiben dabei aber eigenständiger als stark auf Zutraulichkeit gezüchtete Milchrassen.

Wie alle Ziegen sind sie gesellig und fühlen sich in der Gruppe am wohlsten. Eine einzeln gehaltene Geiß wird schnell gestresst und meckert viel. Fremden Menschen gegenüber zeigen sie sich anfangs oft zurückhaltend, beruhigen sich aber, sobald feste Abläufe bestehen. Mit anderen Nutztieren kommen sie meist friedlich aus, und außerhalb der normalen Rangordnung und der Brunftzeit, in der Böcke ausgesprochen selbstbewusst auftreten können, neigen sie kaum zu Aggression.

Wesensmerkmale (1 = niedrig, 5 = hoch)
MerkmalBewertung
Anhänglichkeit3
Energie3
Trainierbarkeit3
Lautstärke2
Fellwechsel4

Pflege und Haltung

Kaschmirziegen brauchen eine jährliche Faserernte, regelmäßige Klauen- und Parasitenkontrolle, sichere Zäune und trockenen Unterstand, kommen sonst aber gut mit Kälte und kargem Futter zurecht.

Fellpflege

Die zentrale Pflegeaufgabe ist die einmal jährliche Ernte der Unterwolle.

  • Gegen Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr auskämmen oder scheren, sobald sich die Unterwolle zu lösen beginnt
  • Auskämmen liefert sauberere Wolle mit weniger Grannenhaar, dauert aber länger je Tier
  • Scheren geht schneller, mischt aber Grannenhaar in den Schnitt, das später aussortiert werden muss
  • Klauen alle 6 bis 8 Wochen kontrollieren und schneiden
  • Das Fell übers Jahr auf Verfilzungen, Kletten und Hautprobleme untersuchen

Bewegung

  • Täglichen Zugang zu Weide oder Gestrüpp bieten, damit die Tiere grasen und sich bewegen können
  • Wo möglich, abwechslungsreiches Gelände zulassen, das die Klauen abnutzt und die Tiere fit hält
  • Platz zum Klettern und Erkunden geben, denn Ziegen sind aktiv und neugierig
  • Lange Stallhaltung vermeiden, da sie zu Langeweile und gesundheitlichen Problemen führt

Umgebung

Dank ihres doppelten Vlieses kommen Kaschmirziegen gut mit Kälte zurecht, brauchen aber einen trockenen, zugfreien Unterstand, um Nässe zu entgehen, die sie schlecht vertragen. Zäune müssen sicher sein, denn Ziegen testen Grenzen und klettern gerne. In mildem, feuchtem Klima wächst weniger Unterwolle nach, und die Parasitengefahr steigt, worauf die Betreuung entsprechend abzustimmen ist.

Ernährung und Fütterung

Kaschmirziegen kommen gut mit Gestrüpp, Weide und gutem Heu zurecht; Kraftfutter ist tragenden oder säugenden Geißen vorbehalten, dazu braucht es stets sauberes Wasser und Mineralien.

Kaschmirziegen sind genügsame Futtersucher und kommen mit einer Ernährung aus Gestrüpp, Weide und hochwertigem Heu gut zurecht. Als typische Gehölzäser bevorzugen sie Sträucher, Kräuter und Blätter gegenüber kurzem Gras, wobei ihnen ein möglichst breites Angebot am meisten zusagt. Gutes Raufutter deckt den größten Teil des Bedarfs über weite Strecken des Jahres ab. Kraftfutter wird vor allem gegen Ende der Trächtigkeit, während der Laktation und in strengen Wintern mit magerem Weideangebot benötigt.

Allgemeine Fütterungsrichtlinie je erwachsener Ziege
LebensphaseMenge pro TagMahlzeiten
Erhaltung (trockene Geiß, Kastrat)Raufutter plus 1,5-2 kg Heu bei knapper WeideFrei verfügbares Raufutter
Späte TrächtigkeitRaufutter plus 0,2-0,5 kg Kraftfutter1-2
Säugende GeißRaufutter plus 0,3-0,7 kg Kraftfutter2
Heranwachsendes KitzRaufutter plus kleine Kraftfutterration2

Leckerlis und Ergänzungsfutter

Ein loses Mineralfutter mit einem für die Region passenden Kupfer- und Selengehalt anbieten, denn Ziegen haben einen anderen Kupferbedarf als Schafe. Sauberes Wasser muss jederzeit zur Verfügung stehen. Kleine Mengen Obst oder Gemüse sind als gelegentliches Leckerli in Ordnung, sollten aber das Raufutter nicht ersetzen.

Gesundheit

Kaschmirziegen sind robust und werden meist 10 bis 14 Jahre alt; innere Parasiten, Klauenprobleme und Störungen rund um die Trächtigkeit zählen zu den häufigsten Gesundheitsthemen.

Kaschmirziegen sind widerstandsfähige Tiere, über Generationen auf das Überleben in rauem Klima selektiert. Bei guter Betreuung erreichen sie häufig ein Alter von 10 bis 14 Jahren. Die meisten Gesundheitsprobleme entstehen durch Parasiten, mangelnde Klauenpflege, Fütterungsfehler und die Anforderungen der Zucht, kaum durch rassetypische Erbkrankheiten. Nasse, feuchte Bedingungen bereiten mehr Schwierigkeiten als Kälte.

Häufige Gesundheitsprobleme
ErkrankungAnzeichenHinweis
Innere Parasiten (Würmer)Gewichtsverlust, blasses Zahnfleisch, stumpfes Fell, DurchfallGezielt entwurmen und Weiden wechseln
Klauenfäule und ÜberwuchsLahmheit, Geruch, weiche oder überwachsene KlauenRegelmäßig schneiden, Boden trocken halten
KokzidioseDurchfall bei jungen Kitzen, schwaches WachstumHygiene und rasche Behandlung bei Kitzen
TrächtigkeitstoxikoseSchwäche und Fressunlust in später TrächtigkeitFütterung der Geiß vor dem Kitzen anpassen
PansenblähungGeschwollene linke Flanke, UnruhePlötzliche Futterumstellungen vermeiden

Vorbeugende Maßnahmen

  • Kotproben auswerten und gezielt statt nach starrem Plan entwurmen
  • Klauen alle 6 bis 8 Wochen schneiden und den Stall trocken halten
  • Gegen Clostridien-Erkrankungen nach tierärztlicher Empfehlung vor Ort impfen
  • Passende Mineralstoffe geben, um Kupfer- und Selenmangel vorzubeugen
  • Neuzugänge vor der Eingliederung in die Herde in Quarantäne halten

Zucht

Kaschmirziegen sind saisonale Brunsttiere, geschlechtsreif im ersten Lebensjahr, mit einer Tragzeit von etwa fünf Monaten und meist ein bis zwei Kitzen je Geiß.

Kaschmirziegen sind saisonale Brunsttiere und kommen mit kürzer werdenden Tagen im Herbst in Brunft, sodass die Kitze im Frühjahr zur Welt kommen. Geißen erreichen die Zuchtreife meist mit 7 bis 12 Monaten, wobei viele Halter mit dem ersten Deckakt warten, bis das Tier ausgewachsen ist. Böcke werden früh fruchtbar und können während der Brunftzeit selbstbewusst auftreten und stark riechen.

Die Tragzeit dauert etwa 150 Tage, also knapp fünf Monate. Meist kommen ein oder zwei Kitze zur Welt, Zwillinge sind bei gut ernährten Geißen häufig. Kitze sind schon bald nach der Geburt aktiv und folgen der Geiß rasch. Geißen ziehen ihre Nachkommen meist ohne viel Zutun groß, doch der Halter sollte sicherstellen, dass jedes Kitz innerhalb der ersten Lebensstunden Kolostrum aufnimmt.

Bei der Zucht auf Faser stehen Wollgewicht, Feinheit und ein geringer Grannenhaaranteil im Vordergrund, neben allgemeiner Gesundheit und ausgeglichenem Wesen. Nicht verwandte Böcke einzusetzen und sorgfältige Aufzeichnungen zu führen hilft, die Faserqualität über Generationen zu erhalten und Inzucht zu vermeiden.

Zuchtdaten
KennzahlWert
DecksaisonHerbst (Kurztagstier)
Alter beim ersten Deckakt7-12 Monate
TragzeitEtwa 150 Tage
Übliche Wurfgröße1-2 Kitze
AbsetzalterEtwa 3-4 Monate

Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zur Kaschmirziege betreffen Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung und die Menge an Faser, die sie liefert.

Wie groß wird eine Kaschmirziege?

Sie zählt zu den mittelgroßen Ziegen. Geißen wiegen üblicherweise 30 bis 50 kg, Böcke 40 bis 90 kg, bei einer Widerristhöhe von etwa 50 bis 65 cm.

Welches Wesen hat eine Kaschmirziege?

Sie ist sanft, ruhig und aufmerksam. Bei regelmäßigem Umgang lässt sie sich gut handhaben, und wie jede Ziege braucht sie Gesellschaft und fühlt sich in der Gruppe am wohlsten.

Ist die Haltung von Kaschmirziegen aufwendig?

Sie sind vergleichsweise genügsam und robust, brauchen aber sichere Zäune, trockenen Unterstand, Klauenpflege alle paar Wochen, Parasitenkontrolle und einmal im Jahr die Faserernte.

Wie alt werden Kaschmirziegen?

Bei guter Pflege erreichen sie häufig 10 bis 14 Jahre.

Wie viel Kaschmirwolle liefert eine Ziege?

Eine einzelne Ziege liefert pro Jahr meist nur eine kleine Menge gereinigter Unterwolle, oft rund 100 bis 200 Gramm, was mit ein Grund für den hohen Preis der Faser ist.

Brauchen Kaschmirziegen ein kaltes Klima?

Sie vertragen Kälte sehr gut, und kalte Winter fördern das Wachstum der Unterwolle. In mildem oder feuchtem Klima wächst weniger Wolle nach, und der Parasitendruck steigt.

Eignet sich die Kaschmirziege für Einsteiger?

Sie passt zu Einsteigern, die ein robustes Weidetier mit Faserertrag suchen, sofern sie sich um Klauenpflege, Parasitenkontrolle, Unterstand und die jährliche Fellernte kümmern können.

From the community

Ask about the Kaschmirziege

No questions about the Kaschmirziege yet. Be the first to ask.