
Der Bernhardiner ist ein sanfter, freundlicher Riese, berühmt für sein Erbe als alpiner Rettungshund und seine ruhige, anhängliche Hingabe an die Familie.
Wie das Fell des Bernhardiner aufgebaut ist und was das fĂĽr die Pflege bedeutet.
Kritisch: Ein Bernhardiner sollte nicht geschoren werden.
Die Unterwolle hält Hitze ebenso ab wie Kälte, und das Deckhaar schützt die Haut vor Sonne und Insektenstichen. Wird das ganze Fell abgeschoren, fällt beides weg. Es wächst oft lückenhaft, weich oder in anderer Farbe nach, und bei manchen Tieren kehrt das Deckhaar nie richtig zurück. Bürsten Sie die Unterwolle aus, statt sie abzuschneiden.
Hinweis: Ein Bernhardiner stößt seine Unterwolle in starken Schüben ab.
Die Unterwolle löst sich über einige Wochen in starken Schüben. Ein Unterwollharke oder ein Bad mit anschließendem gründlichem Föhnen entfernt sie weit schneller als tägliches Bürsten. Das Fell kurz zu scheren ist dafür keine Abkürzung.
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Der Bernhardiner ist ein riesiger Arbeitshund aus den Schweizer Alpen, bekannt fĂĽr sein ruhiges Wesen und seine enge Bindung an die Familie.
Der Bernhardiner ist eine Riesenrasse, die in den Westalpen der Schweiz und im Norden Italiens entstanden ist. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Schulterhöhe von 66 bis 76 cm, Rüden bringen häufig zwischen 63 und 82 kg auf die Waage. Die Rasse gilt als ruhig, freundlich und geduldig und blickt auf eine lange Geschichte als Arbeitshund am Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard zurück.
Die meisten Bernhardiner sind drinnen ausgeglichen und bewegen sich gemächlich und bedächtig. Sie binden sich eng an ihre Bezugspersonen und zeigen sich Kindern gegenüber meist tolerant. Wegen der schieren Größe des Hundes zählen konsequentes Training und ruhige Führung schon ab den ersten Wochen im neuen Zuhause.
Diese Rasse passt zu Menschen, die genug Platz, Zeit und Geduld fĂĽr Sabber und starken saisonalen Fellwechsel mitbringen. Ein Bernhardiner braucht keine ausgedehnten sportlichen Einheiten, wohl aber Raum zum Bewegen und einen Haushalt, der auf die Futter- und Tierarztkosten eines Riesenhundes eingestellt ist.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Herkunft | Schweiz |
| Größe | Riesenrasse (Rüden meist 63 bis 82 kg) |
| Lebenserwartung | 8 bis 10 Jahre |
| Gruppe / Aufgabe | Arbeitshund; historisch fĂĽr Bergrettung und Zugarbeit in den Alpen |
| Verträglichkeit | Gut mit Kindern und Familienmitgliedern; bei entsprechender Sozialisierung meist auch mit anderen Haustieren |
Der Bernhardiner passt in ein ruhiges Zuhause mit genug Platz drinnen und draußen für einen sehr großen Hund. Für Familien mit Kindern, die den Umgang miteinander beaufsichtigen können, eignet er sich angesichts seines Gewichts gut. Wer sich für die Rasse interessiert, sollte die vergleichsweise kurze Lebenserwartung, die regelmäßige Fellpflege und die höheren Futter- und Tierarztkosten einer Riesenrasse von Anfang an einplanen.
Der Bernhardiner entstand im Hospiz auf dem GroĂźen Sankt Bernhard in den Schweizer Alpen, wo die Hunde als Begleiter, Zugtiere und Rettungshunde im Einsatz waren.
Der Name der Rasse geht auf das Hospiz auf dem Großen Sankt Bernhard zurück, einem hochgelegenen Alpenübergang zwischen der Schweiz und Italien. Das Hospiz wurde im 11. Jahrhundert als Zufluchtsort für Reisende gegründet, und schon damals hielt man dort Hunde als Arbeitstiere. Schriftliche und bildliche Belege für große Hospizhunde stammen aus dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.
Die Mönche setzten die Hunde für mehrere Aufgaben ein: zum Bewachen, zum Ziehen von Karren, zum Drehen des Bratspießes in der Küche und als Wärmequelle. Mit der Zeit übernahmen die Hunde auch die Aufgabe, im Schnee verschollene Reisende entlang des Passes aufzuspüren. Sie arbeiteten in Gruppen und konnten Verschüttete nach einem Schneesturm finden, woraufhin die Begleiter die Reisenden ausgruben und in Sicherheit brachten.
Im frühen 19. Jahrhundert dezimierten strenge Winter und Krankheiten den Hospizbestand. Um die Population wieder aufzubauen, kreuzte man Hospizhunde mit anderen großen Rassen, darunter auch langhaarige Typen. Da das längere Fell Eis und Schnee festhielt, blieb die kurzhaarige Variante der bevorzugte Arbeitshund am Pass, während langhaarige Tiere eher in den Tälern gehalten wurden.
Die Rasse erhielt Mitte des 19. Jahrhunderts den Namen Bernhardiner, und 1884 wurde in der Schweiz ein Rasseklub gegründet. Der berühmte Rettungshund Barry, der Anfang des 19. Jahrhunderts am Hospiz im Einsatz war, gilt bis heute als bekanntester Vertreter der Rasse und wird in Berichten über ihre Rettungsgeschichte häufig erwähnt. In Österreich ist heute der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) der nationale Zuchtverband für Rassehunde und damit auch zuständig für die Zucht des Bernhardiners im Land.
Der Bernhardiner ist ein kräftiger, großköpfiger Hund mit tiefer Brust, der in Kurz- und Langhaar vorkommt und weiß mit rot oder braun gezeichnet ist.
Der Bernhardiner ist groß und kräftig gebaut, mit einem breiten, tiefen Brustkorb und starkem Knochenbau. Der Kopf ist groß und breit, mit kurzer Schnauze, deutlich ausgeprägtem Stop und losen Lefzen, die für die bekannte Neigung der Rasse zum Sabbern mitverantwortlich sind. Die Augen sind dunkel, liegen eher tief und verleihen dem Hund einen sanften Ausdruck. Die Ohren sind mittelgroß und liegen eng am Kopf an.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Widerristhöhe | Rüden etwa 71 bis 76 cm, Hündinnen etwa 66 bis 71 cm |
| Gewicht | RĂĽden etwa 63 bis 82 kg, HĂĽndinnen etwa 54 bis 63 kg |
| Fell | Zwei Varianten: kurzhaarig (glatt, dicht) und langhaarig (mittellang, leicht gewellt) |
| Farben | Weiß mit rot oder braun, oder rot und braun mit weißen Abzeichen; häufig mit gestromten Anteilen |
| Augen | Dunkel, mittelgroĂź, mit sanftem Ausdruck |
Beide Felltypen zeigen dasselbe Farbmuster. Grundlage ist Weiß in Kombination mit Rot oder Braun, viele Tiere tragen zudem eine dunkle Maske über Augen und Ohren. Das kurze Fell liegt glatt an und fühlt sich dicht an. Das lange Fell ist an Rumpf, Läufen und Rute deutlich länger, aber nicht lockig. Beide Varianten haaren stark, mit ausgeprägtem Fellwechsel im Frühjahr und im Herbst.
Der Bernhardiner ist ruhig, freundlich und anhänglich, meist sanft zu Kindern und bei entsprechender Sozialisierung verträglich mit anderen Tieren.
Der Bernhardiner ist für sein ausgeglichenes, gutmütiges Wesen bekannt. In der Wohnung verhält er sich meist ruhig und ist zufrieden, wenn er in der Nähe seiner Familie liegen kann. Die Rasse bindet sich stark an ihre Bezugspersonen und folgt ihnen oft von Zimmer zu Zimmer.
Mit Kindern zeigen sich die meisten Bernhardiner geduldig und sanft, wobei kleine Kinder wegen der Größe des Hundes stets beaufsichtigt werden sollten. Fremden gegenüber verhält sich die Rasse in der Regel gelassen und zugewandt statt misstrauisch, als Wachhund taugt sie vom Wesen her wenig. Mit anderen Haustieren kommt ein Bernhardiner, der mit Hunden und Katzen aufgewachsen ist, meist gut zurecht.
Die Rasse ist weder besonders aktiv noch leicht aufzuregen. Sie entwickelt sich langsam und kann auch nach dem ersten Lebensjahr noch welpenhaftes Verhalten zeigen. FrĂĽhe, konsequente Sozialisierung hilft dabei, aus einem Riesenhund einen gut fĂĽhrbaren erwachsenen Hund zu machen.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Anhänglichkeit | 5 |
| Energie | 2 |
| Trainierbarkeit | 3 |
| Bellfreudigkeit | 2 |
| Fellwechsel | 4 |
Der Bernhardiner braucht regelmäßiges Bürsten, moderate tägliche Bewegung und einen kühlen Rückzugsort, dazu besondere Aufmerksamkeit für Fell und Sabber.
Der Bernhardiner ist in einem Zuhause mit ausreichend Platz drinnen und Zugang zu einem gesicherten Garten am besten aufgehoben. Kälte macht der Rasse wenig aus, das passt zu ihrer Herkunft als Schweizer Rettungshund in den Alpen. Das alpine Klima Österreichs mit seinen kalten Wintern kommt diesem Ursprung sehr entgegen. Hitze verträgt der Bernhardiner dagegen deutlich schlechter, daher ist im Sommer ein kühler, schattiger und gut belüfteter Rückzugsort wichtig. Trotz seiner Größe ist er ein Haushund und sollte nicht über längere Zeit allein im Freien bleiben.
Der Bernhardiner braucht eine vollwertige, auf Riesenrassen abgestimmte Ernährung in abgemessenen Portionen für gleichmäßiges Wachstum und gesundes Gewicht.
Ein Bernhardiner braucht ein vollwertiges, ausgewogenes Futter, das speziell für große oder sehr große Rassen entwickelt wurde. Während der Wachstumsphase unterstützt ein Welpenfutter für große Rassen mit kontrolliertem Kalzium- und Energiegehalt ein langsameres, gleichmäßigeres Wachstum, was die Gelenke schont. Die Futtermenge im Erwachsenenalter richtet sich nach Gewicht, Alter und Aktivität und sollte so angepasst werden, dass der Hund eine gesunde Körperkondition hält. Bei dieser Rasse ist es üblich, zwei Mahlzeiten am Tag statt einer großen Portion zu füttern.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | Laut Welpenfutter fĂĽr groĂźe Rassen, aufgeteilt | 3 bis 4 |
| Welpe (6 bis 12 Monate) | Laut Welpenfutter fĂĽr groĂźe Rassen | 2 bis 3 |
| Erwachsen | Etwa 700 bis 1200 g Trockenfutter, je nach Gewicht und Aktivität | 2 |
| Senior | Reduziert, um die Kondition zu halten | 2 |
Leckerlis sollten nur einen kleinen Anteil der täglichen Kalorien ausmachen, da Übergewicht die Gelenke eines Riesenhundes zusätzlich belastet. Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein. Jede Ergänzung für Gelenke oder andere Zwecke vorher mit der Tierärztin oder dem Tierarzt besprechen, denn ein ausgewogenes Alleinfuttermittel deckt den Bedarf eines gesunden Hundes in der Regel bereits ab.
Der Bernhardiner wird im Schnitt 8 bis 10 Jahre alt und neigt zu Gelenkproblemen, Magendrehung sowie bestimmten Herz- und Augenerkrankungen von Riesenrassen.
Der Bernhardiner hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 8 bis 10 Jahren, was für eine Riesenrasse typisch ist. Die größten gesundheitlichen Risiken hängen mit der Größe und dem raschen Wachstum zusammen, dazu zählen Gelenkerkrankungen und die Gefahr einer Magendrehung (gastrale Dilatation und Volvulus). Verantwortungsvolle Züchterinnen und Züchter lassen Zuchttiere auf Hüften, Ellbogen, Herz und Augen untersuchen.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Hüft- und Ellbogendysplasie | Hinken, Steifheit, zögerliches Aufstehen | Wird bei Zuchttieren untersucht; Gewichtskontrolle hilft |
| Magendrehung (gastrale Dilatation und Volvulus) | Aufgeblähter Bauch, Würgereiz, Unruhe | Ein Notfall; sofort tierärztliche Hilfe holen |
| Dilatative Kardiomyopathie | Schnelle ErmĂĽdung, Husten, Kollaps | Herzuntersuchung empfohlen |
| Augenerkrankungen (Entropium, Ektropium) | Gereizte Augen, Ausfluss, hängende Lider | Kann eine tierärztliche Korrektur nötig machen |
| Osteosarkom (Knochenkrebs) | Lahmheit, Schwellung an einer Gliedmaße | Bei Riesenrassen häufiger |
Der Bernhardiner ist gelehrig und futtermotiviert, entwickelt sich aber langsam, weshalb frühes, konsequentes Training mit Belohnung wegen seiner Größe wichtig ist.
Der Bernhardiner ist im Allgemeinen kooperativ und reagiert gut auf ruhige, konsequente Führung. Er reift langsamer als viele andere Rassen, daher braucht es in den ersten ein bis zwei Jahren Geduld. Weil ein ausgewachsenes Tier sehr groß und kräftig ist, sollten grundlegende Umgangsformen wie das Gehen an lockerer Leine und das Nicht-Hochspringen schon im Welpenalter geübt werden, solange sich der Hund noch gut führen lässt. Am besten eignen sich belohnungsbasierte Methoden, harte Hand verträgt die Rasse nicht gut.
Bernhardiner reifen langsam, bringen große Würfe zur Welt und brauchen bei Zuchttieren sorgfältige Gesundheitsuntersuchungen wegen der typischen Risiken von Riesenrassen.
Bernhardiner erreichen die körperliche Reife später als kleinere Rassen, verantwortungsvolle Züchterinnen und Züchter warten daher, bis die Hunde ausgewachsen und gesundheitlich untersucht sind, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden. Die Trächtigkeit bei Hunden dauert etwa 63 Tage. Die Rasse neigt zu großen Würfen, und die Geburt bei Riesenrassen kann mit höheren Risiken verbunden sein, tierärztliche Begleitung rund um die Geburt ist deshalb ratsam.
Neugeborene Welpen wachsen schnell und nehmen rasch an Gewicht zu, weshalb eine geeignete Ernährung von Anfang an und ein sauberer, warmer Wurfplatz wichtig sind. Zuchttiere sollten auf Hüft- und Ellbogendysplasie, Herzerkrankungen und Augenerkrankungen untersucht werden, und Züchterinnen und Züchter sollten die Ergebnisse der Elterntiere offenlegen. Angesichts der Größe und der vergleichsweise kurzen Lebenserwartung der Rasse ist eine sorgfältige Auswahl nach Gesundheit und Wesen entscheidend.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Später als bei kleinen Rassen; erst nach vollständigem Wachstum zur Zucht einsetzen |
| Trächtigkeit | Etwa 63 Tage |
| Durchschnittliche Wurfgröße | Meist 6 bis 10 Welpen, mitunter mehr |
| Absetzalter | Etwa 6 bis 8 Wochen |
| Empfohlene Gesundheitsuntersuchungen | HĂĽften, Ellbogen, Herz, Augen |
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Häufige Fragen zum Bernhardiner: Größe, Wesen, Pflegebedarf, Lebenserwartung und Eignung als Familienhund.
Er ist eine Riesenrasse. Rüden erreichen meist eine Schulterhöhe von 71 bis 76 cm und wiegen etwa 63 bis 82 kg, Hündinnen sind etwas kleiner.
Die meisten sind ruhig und sanft im Umgang mit Kindern. Wegen des Gewichts des Hundes sollten kleine Kinder beim Zusammensein immer beaufsichtigt werden.
Der Pflegeaufwand ist mäßig, aber wegen der Größe des Hundes anspruchsvoll. Die Rasse braucht regelmäßiges Bürsten, Sabbermanagement, moderate Bewegung, im Sommer einen kühlen Rückzugsort sowie die höheren Futter- und Tierarztkosten eines Riesenhundes.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 8 bis 10 Jahren, das ist fĂĽr eine Riesenrasse typisch.
Ja. Die losen Lefzen führen zu deutlichem Sabbern, und beide Felltypen haaren stark, besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und im Herbst.
Er passt zu Familien mit genug Platz, Zeit für die Fellpflege und einem Budget für einen großen Hund. In einem passenden Zuhause ist er dank seines ruhigen, anhänglichen Wesens ein guter Begleiter.
Nein. Moderate tägliche Spaziergänge reichen aus. Starkes Rennen und Stiegensteigen sollten begrenzt werden, solange der Hund noch wächst, und bei heißem Wetter sollte die Aktivität geringgehalten werden.