
Der Pyrenäen-Schäferhund ist ein unermüdlicher, ergebener Hütehund, bekannt für seine grenzenlose Energie und seine intensive Bindung zu seinem Führer.
Wie das Fell des Pyrenäen-Schäferhund aufgebaut ist und was das für die Pflege bedeutet.
Kritisch: Ein Pyrenäen-Schäferhund sollte nicht geschoren werden.
Die Unterwolle hält Hitze ebenso ab wie Kälte, und das Deckhaar schützt die Haut vor Sonne und Insektenstichen. Wird das ganze Fell abgeschoren, fällt beides weg. Es wächst oft lückenhaft, weich oder in anderer Farbe nach, und bei manchen Tieren kehrt das Deckhaar nie richtig zurück. Bürsten Sie die Unterwolle aus, statt sie abzuschneiden.
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Der Pyrenäenschäferhund ist ein kleiner bis mittelgroßer Hütehund aus den französischen Pyrenäen, sehr wendig, gescheit und stark auf eine einzelne Bezugsperson fixiert.
Der Pyrenäenschäferhund ist ein leichtgebauter Hütehund, der in den Bergen Südfrankreichs entstanden ist. Jahrhundertelang arbeitete er gemeinsam mit dem deutlich größeren Pyrenäenberghund: Der große weiße Hund schützte die Herde vor Raubtieren, während der kleine, flinke Pyrenäenschäferhund die Schafe trieb und zusammenhielt. Unter den Hütehunden zählt die Rasse zu den kleinsten, gleichzeitig aber auch zu den lebhaftesten.
Innerhalb der Rasse gibt es zwei Haarvarianten: die raugesichtige und die glattgesichtige. Beide teilen denselben drahtigen Körperbau, das leichte Gebäude und die schnelle, fast katzenartige Bewegung. Ein ausgewachsener Arbeitshund wiegt üblicherweise etwa 7 bis 14 kg und erreicht je nach Variante und Geschlecht eine Widerristhöhe von rund 38 bis 53 cm.
Der Pyrenäenschäferhund hängt an seiner Bezugsperson und liest deren Körpersprache sehr genau. Fremden gegenüber verhält er sich aufmerksam und zurückhaltend: Genau das machte ihn neben seiner Arbeit als Hütehund auch zu einem tauglichen Wachhund. Halterinnen und Halter berichten übereinstimmend von einem Hund, der selten stillsitzt und ständig eine Aufgabe sucht.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Herkunft | Frankreich (Pyrenäen) |
| Größe | Mittelgroß (7 bis 14 kg, 38 bis 53 cm Widerristhöhe) |
| Lebenserwartung | 15 bis 17 Jahre |
| Gruppe/Aufgabe | HĂĽtehund |
| Geeignet fĂĽr | Aktive Familien; Fremden gegenĂĽber zurĂĽckhaltend |
Diese Rasse passt zu aktiven Halterinnen und Haltern, die täglich Bewegung und eine sinnvolle Aufgabe bieten können. In Hundesportarten wie Agility, Hüteturnieren oder Obedience ist sie in ihrem Element. Für einen ruhigen Haushalt oder für Berufstätige mit langer Abwesenheit eignet sie sich weniger, weil sie Ansprache und Bewegung braucht, um ausgeglichen zu bleiben.
Der Pyrenäenschäferhund zählt zu den ältesten französischen Hütehunden und arbeitete Jahrhunderte auf den Hochweiden der Pyrenäen, bis ihn der Erste Weltkrieg bekannter machte.
Die Wurzeln der Rasse liegen in den Pyrenäen, entlang der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, wo Schäfer kleine, schnelle Hunde brauchten, um Herden über steiles Gelände zu treiben. Genaue Aufzeichnungen zur Entstehung fehlen: Es handelte sich um reine Arbeitshunde auf abgelegenen Höfen, nicht um Ausstellungstiere. Dennoch gilt der Typus als einer der ältesten Frankreichs. Über Generationen hinweg arbeitete der Pyrenäenschäferhund im Duo mit dem Pyrenäenberghund: Der kleine hütete, der große bewachte.
Außerhalb seiner Heimatregion blieb die Rasse bis ins frühe 20. Jahrhundert weitgehend unbekannt. Im Ersten Weltkrieg setzte das französische Heer Pyrenäenschäferhunde als Meldehunde, Suchhunde und Wachposten ein, und dieser Einsatz verschaffte der Rasse erstmals breitere Anerkennung.
1921 entstand in Frankreich der erste Rassestandard, zugleich wurde mit der Réunion des Amateurs de Chiens Pyrénéens ein Verein zum Schutz des Typs gegründet. Der Standard unterschied von Anfang an zwei Varianten nach der Behaarung im Gesicht: raugesichtig und glattgesichtig.
In die Vereinigten Staaten gelangte die Rasse in den 1980er-Jahren, und 2009 erkannte der American Kennel Club (AKC) sie vollständig in der Hütehundegruppe an. Hierzulande ist der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) als heimische FCI-Vertretung die maßgebliche Anlaufstelle für Zucht- und Wesensfragen, wobei der Pyrenäenschäferhund außerhalb von Arbeits- und Hundesportkreisen nach wie vor selten anzutreffen ist.
Der Pyrenäenschäferhund ist klein, sehnig und leichtgebaut, mit drahtigem Fell, einem ausdrucksstarken Gesicht und einem schnellen, raumgreifenden Bewegungsablauf.
Der Pyrenäenschäferhund ist ein kleiner, sehniger Hund, gebaut für Ausdauer und nicht für Kraft. Der Rumpf ist etwas länger als der Hund hoch ist. Die Knochen sind fein, und insgesamt wirkt das Tier wach, energiegeladen und ständig einsatzbereit. Die beiden Varianten unterscheiden sich vor allem im Gesicht: Die raugesichtige Variante trägt längeres Haar und wirkt dadurch zerzaust, fast wie vom Wind zerwuschelt, während die glattgesichtige Variante kurzes, feines Haar an der Schnauze und einen offeneren Gesichtsausdruck zeigt.
| Merkmal | Standard |
|---|---|
| Widerristhöhe | Raugesichtig 39 bis 47 cm; glattgesichtig 39 bis 53 cm |
| Gewicht | Etwa 7 bis 14 kg |
| Fell | Raugesichtig: lang bis halblang, glatt bis leicht gewellt, hart, wollig. Glattgesichtig: kurz und fein |
| Farben | Falb, Gestromt, Grau, Blue Merle, Schwarz sowie Schwarz mit weiĂźen Abzeichen |
| Augen | Mandelförmig, dunkelbraun; bei Merle-Hunden auch blau oder teilweise blau möglich |
Am häufigsten kommen Falb- und Grautöne vor, von hell bis fast anthrazit, dazu gestromte und Merle-Zeichnungen. Kleine weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind zulässig. Bleibt das raugesichtige Fell ungeschnitten, kann es mit der Zeit leicht verfilzen und Zotteln bilden. Die Ohren stehen traditionell halb aufrecht. Bei der Rute lassen internationale Standards je nach Region eine natürliche, kupierte oder von Natur aus kurze Form zu. In Österreich ist das Kupieren nach dem Tierschutzgesetz jedoch verboten, weshalb die Rute hierzulande natural bleibt.
Der Pyrenäenschäferhund ist anhänglich, gescheit und voller Energie, eng an seine Bezugsperson gebunden und Fremden gegenüber von Natur aus vorsichtig.
Der Pyrenäenschäferhund hängt intensiv an seiner wichtigsten Bezugsperson und baut auch zur übrigen Familie eine enge Bindung auf. Er ist gescheit und lernt schnell, doch genau dieser Scharfsinn führt dazu, dass er sich ohne Beschäftigung rasch langweilt und unruhig wird. Die Rasse ist athletisch, fast ständig in Bewegung, und bringt ein munteres, mitunter schelmisches Wesen ins Haus.
Fremden begegnet er zurückhaltend und wachsam, eine Veranlagung, die ihn zu einem zuverlässigen Wachhund macht. Frühe und durchgehende Sozialisierung ist wichtig, damit aus dieser Vorsicht keine Schreckhaftigkeit oder Reizbarkeit wird. Mit Kindern aus der eigenen Familie zeigt er sich meist liebevoll, allerdings kann der Hütetrieb dazu führen, dass er rennenden Kindern nachläuft oder nach ihren Fersen schnappt, weshalb Aufsicht bei kleinen Kindern sinnvoll ist.
Mit anderen Hunden und Haustieren kommt er gut zurecht, wenn er mit ihnen aufwächst, doch sein Bewegungs- und Kontrolldrang kann kleinere Tiere zu Zielen des Hütens machen. Die Rasse ist wachsam und bellfreudig und meldet ungewohnte Geräusche oder Anblicke zuverlässig.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Anhänglichkeit | 5 |
| Energie | 5 |
| Erziehbarkeit | 5 |
| Bellfreude | 4 |
| Haaren | 2 |
Der Pyrenäenschäferhund braucht täglich viel Bewegung und Kopfarbeit, die Fellpflege dagegen hält sich in Grenzen und hängt von der jeweiligen Haarvariante ab.
Dank seines wetterfesten Fells kommt der Pyrenäenschäferhund mit den meisten Klimazonen zurecht, von kalten Wintern in den Alpentälern bis zu warmen Sommern im pannonischen Osten. Die Wohnungsgröße spielt eine untergeordnete Rolle, solange der Bewegungsbedarf gedeckt ist. Am wohlsten fühlt er sich mit Zugang zu freiem Gelände und einer täglichen Aufgabe. Bleibt er über längere Zeit allein, entstehen häufig Stress und unerwünschtes Verhalten.
Der Pyrenäenschäferhund ist aktiv, klein bis mittelgroß, und braucht vollwertiges Futter in einer Menge, die sich nach seinem tatsächlichen Arbeitspensum richtet.
Der Pyrenäenschäferhund kommt mit einem vollwertigen, ausgewogenen Futter für aktive kleine bis mittelgroße Rassen gut zurecht. Weil er viel Energie verbrennt, braucht ein Arbeits- oder Sporthund oft mehr Kalorien als ein Familienhund mit ruhigerem Alltag. Die Futtermenge sollte sich nach Alter, Gewicht und tatsächlichem Pensum richten und nicht nach dem Durchschnittswert auf der Packung, und sie sollte angepasst werden, sobald sich der Tagesablauf des Hundes ändert. Frisches Wasser muss jederzeit zur Verfügung stehen.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | Laut Angabe auf der Welpenfutter-Packung, nach Gewicht | 3 bis 4 |
| Junghund (6 bis 12 Monate) | Etwa 120 bis 180 g | 2 bis 3 |
| Erwachsen (1 bis 7 Jahre) | Etwa 120 bis 210 g | 2 |
| Senior (ab 8 Jahren) | Bei geringerer Aktivität die Menge reduzieren | 2 |
Leckerlis sollten höchstens rund zehn Prozent der Tageskalorien ausmachen, damit der Hund schlank bleibt. Ein übergewichtiger Pyrenäenschäferhund verliert genau jene Wendigkeit, auf die die Rasse angewiesen ist. Bei einer vollwertigen Ernährung braucht es in der Regel keine Nahrungsergänzung. Vor jeder Zugabe lohnt sich aber eine Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt, besonders bei einem Arbeitshund oder einem älteren Tier.
Der Pyrenäenschäferhund ist robust und langlebig, im Schnitt 15 bis 17 Jahre alt, wobei verantwortungsvolle Züchter auf einige wenige erbliche Erkrankungen testen.
Der Pyrenäenschäferhund gehört zu den langlebigsten Hunderassen überhaupt. Im Schnitt werden die Tiere 15 bis 17 Jahre alt. Diese Robustheit spiegelt seine Herkunft als genügsamer Arbeitshund wider, doch wie jede Rasse trägt auch er einige erbliche Risiken in sich. Wer den Welpen bei einer Zucht kauft, die ihre Zuchttiere vorab gesundheitlich untersuchen lässt, senkt die Wahrscheinlichkeit allfälliger Probleme deutlich.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Hüftgelenksdysplasie | Steifheit, Hinken, Zögern beim Springen | Seltener als bei großen Rassen; Elterntiere untersuchen lassen |
| Patellaluxation | Hüpfender Gang, zeitweises Hinken der Hinterläufe | Häufig bei kleinen Rassen; in schweren Fällen Operation nötig |
| Epilepsie | Krampfanfälle, oft ab dem jungen Erwachsenenalter | Meist gut mit Medikamenten einstellbar |
| Augenerkrankungen (PRA, Netzhautprobleme) | Nachtblindheit, Sehverlust | Jährliche Augenuntersuchung hilft bei früher Erkennung |
| Persistierender Ductus arteriosus | Herzgeräusch, schwaches Wachstum, Mattigkeit | Angeboren; wird bei der tierärztlichen Untersuchung festgestellt |
Der Pyrenäenschäferhund lässt sich gut erziehen und arbeitet gern mit, sein wacher Verstand und seine Sensibilität verlangen aber frühes, konsequentes Training über Belohnung.
Der Pyrenäenschäferhund lernt schnell und arbeitet gern mit seiner Bezugsperson zusammen, damit zählt er zu den leichter erziehbaren Hütehunden. Diese Klugheit hat freilich auch ihre Kehrseite: Ein gelangweilter Hund sucht sich selbst eine Beschäftigung, und ein grob behandelter Hund zieht sich zurück, denn die Rasse reagiert feinfühlig auf die Stimmung ihrer Bezugsperson. Kurze, abwechslungsreiche, positiv gestimmte Einheiten halten seine Aufmerksamkeit besser als lange Übungsblöcke. Frühe Sozialisierung ist genauso wichtig wie Gehorsam, denn die natürliche Vorsicht der Rasse gegenüber Fremden braucht laufende, positive Erfahrungen, um sich zu echtem Selbstvertrauen zu entwickeln.
Der Pyrenäenschäferhund erreicht die Zuchtreife mit etwa 18 bis 24 Monaten: Die Würfe bleiben klein, und die Welpen brauchen von Anfang an sorgfältige Prägung.
Hündinnen des Pyrenäenschäferhunds erreichen die körperliche Reife meist mit 18 bis 24 Monaten. Mit der Zucht sollte man warten, bis der Hund vollständig ausgewachsen ist und alle Gesundheitsuntersuchungen bestanden hat. Wie die meisten Hündinnen läuft sie etwa zweimal im Jahr. Die Trächtigkeit dauert ab dem Deckakt rund 63 Tage.
Der Größe der Rasse entsprechend fallen die Würfe klein aus, meist zwischen 3 und 6 Welpen. Weil beide Haarvarianten innerhalb desselben Wurfs auftreten können, dokumentieren Züchterinnen und Züchter genau, welcher Typ auf welchen Welpen zutrifft. Verantwortungsvolle Zuchtstätten lassen vor der Verpaarung Hüften, Knie, Augen und Herz untersuchen und achten vor allem auf ein solides Arbeitswesen und stabile Nerven.
Welpen sollten mindestens bis zur achten Lebenswoche bei der Mutterhündin bleiben. Der behutsame Kontakt mit alltäglichen Geräuschen und Eindrücken in dieser Zeit legt den Grundstein für jenen selbstsicheren, gut sozialisierten erwachsenen Hund, für den die Rasse bekannt ist.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Etwa 18 bis 24 Monate (empfohlenes Zuchtalter) |
| Läufigkeit | Etwa zweimal im Jahr |
| Trächtigkeitsdauer | Etwa 63 Tage (rund 9 Wochen) |
| Wurfgröße | 3 bis 6 Welpen |
| Alter beim Absetzen | Etwa 6 bis 8 Wochen |
| Abgabe an neue Familie | Ab der 8. Lebenswoche |
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Häufige Fragen zum Pyrenäenschäferhund betreffen Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung als Familienhund und Verfügbarkeit.
Er ist klein bis mittelgroß, meist zwischen 7 und 14 kg schwer und 38 bis 53 cm groß gemessen am Widerrist. Die glattgesichtige Variante kann etwas höher stehen als die raugesichtige.
Er ist anhänglich, gescheit, athletisch, energiegeladen und aufmerksam. Er bindet sich eng an seine Bezugsperson und ist zuhause anschmiegsam. Fremden gegenüber bleibt er zurückhaltend und wachsam.
Die Fellpflege hält sich in Grenzen und hängt von der Haarvariante ab, dafür sind die Ansprüche an Bewegung und Kopfarbeit hoch. Die Rasse braucht 60 bis 90 Minuten Aktivität am Tag plus eine feste Aufgabe und ist damit anspruchsvoller als ein durchschnittlicher Familienhund.
Er zählt zu den langlebigsten Hunderassen und erreicht bei guter Pflege meist 15 bis 17 Jahre.
In einem aktiven Haushalt kann er das durchaus sein. Zur eigenen Familie ist er liebevoll. Sein Hütetrieb kann aber dazu führen, dass er rennenden Kindern nachläuft, weshalb Aufsicht und frühes Training sinnvoll sind.
Wächst er mit ihnen auf, klappt das meist gut. Sein Hütetrieb kann ihn aber dazu bringen, kleinere Tiere zu jagen. Frühe Sozialisierung erhöht die Chancen auf ein entspanntes Miteinander.
Außerhalb von Arbeits- und Hundesportkreisen sind sie eher selten. Für einen Welpen führt der Weg meist über einen Rasseklub, etwa unter dem Dach des Österreichischen Kynologenverbands (ÖKV), oder eine spezialisierte Zuchtstätte, häufig mit Anmeldung auf einer Warteliste.