
Der Riesenschnauzer ist ein kĂĽhner, intelligenter Arbeitshund, bekannt fĂĽr seine Treue, seine Ausbildbarkeit und seine kraftvolle, schĂĽtzende Erscheinung.
Wie das Fell des Riesenschnauzer aufgebaut ist und was das fĂĽr die Pflege bedeutet.
Vorsicht: Das Fell eines Riesenschnauzer sollte getrimmt statt geschoren werden.
Ein Drahthaarfell soll an der Wurzel ausgezupft werden, sobald das Haar reif zum Lösen ist. Eine Schermaschine kappt es stattdessen auf halber Länge und lässt die weiche Unterwolle stehen. Das Ergebnis ist ein Fell, das schlaff und verblasst nachwächst; die wetterfeste Struktur kehrt erst zurück, wenn das Haar erneut getrimmt wird.
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Der Riesenschnauzer ist ein großer deutscher Gebrauchshund mit ausgeprägtem Schutztrieb, hoher Intelligenz und starker Bindung an seine Familie. Er passt zu aktiven, erfahrenen Hundehaltern.
Der Riesenschnauzer ist die größte der drei Schnauzer-Rassen und überragt viele erwachsene Menschen deutlich mehr als bis zum Knie. Gezüchtet wurde er in Deutschland als Gebrauchshund; er trägt denselben quadratischen Körperbau, das drahtige Fell sowie den charakteristischen Bart und die buschigen Augenbrauen seiner kleineren Verwandten, nur in kräftigerem Rahmen.
Die Rasse ist wachsam, selbstbewusst und ihrer Familie tief zugetan. Zu den Menschen, mit denen sie zusammenlebt, baut sie enge Bindungen auf, Fremden gegenüber verhält sie sich eher zurückhaltend, was ihr die natürliche Rolle als Wach- und Schutzhund verschafft. Ein Riesenschnauzer, der seinen Haushalt kennt, stellt sich häufig zwischen die Familie und alles Unbekannte.
Kennzeichnend für die Rasse sind hohe Intelligenz und ein ausgeprägter Arbeitswille. Diese Hunde lernen rasch und wollen eine Aufgabe erfüllen, sei es im Gehorsam, im Schutzdienst, beim Hüten oder in der täglichen, klar strukturierten Bewegung. Fehlt die geistige und körperliche Auslastung, wird ein Riesenschnauzer schnell gelangweilt und mitunter schwer zu führen.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Ursprung | Deutschland |
| Größe | Groß |
| Lebenserwartung | 10 bis 12 Jahre |
| Gruppe / Rolle | Gebrauchshund, Wach- und Schutzhund |
| Verträglichkeit | Gut mit vertrauten Familienmitgliedern und Kindern, wenn gemeinsam aufgewachsen und beaufsichtigt |
Der Riesenschnauzer passt zu erfahrenen, aktiven Hundehaltern, die täglich Zeit für Training und Bewegung aufbringen. Am besten kommt er in einem Zuhause mit gesichertem Auslauf zurecht, bei Menschen, die einen Hund schätzen, der ihnen stets nahe bleibt und aufmerksam ist. Für Ersthalter, bewegungsarme Haushalte oder Wohnsituationen, in denen der Hund lange allein bliebe, eignet er sich schlecht.
Der Riesenschnauzer entstand in Süddeutschland als vergrößerte Ausgabe des Mittelschnauzers, ursprünglich zum Viehtrieb eingesetzt und später als Wach- und Gebrauchshund weiterentwickelt.
Die Rasse stammt aus den süddeutschen Regionen Bayern und Württemberg. Bauern und Viehhändler wollten dort einen größeren Hund als den Mittelschnauzer, kräftig genug, um Vieh zum Markt zu treiben und Höfe zu bewachen. Entstanden ist ein kräftiger, wetterfester Gebrauchshund nach dem Schnauzer-Vorbild.
Man geht davon aus, dass frühe Züchter den Mittelschnauzer mit größeren glatt- und rauhaarigen Bauernhunden kreuzten; die Rasse teilt sich die Abstammung mit der weiteren Familie der europäischen Treib- und Wachhunde. Über weite Strecken ihrer frühen Geschichte war die Rasse ein regionaler Arbeitshund und kein Ausstellungshund, geschätzt für ihren Nutzen auf Höfen und Viehmärkten.
Als die Eisenbahn den weiten Viehtrieb überflüssig machte, fand der Riesenschnauzer neue Aufgaben in den Städten. Er bewachte Brauereien, Viehhöfe und Fleischereien, wobei ihm Größe und Wesen zu einem tüchtigen Wächter machten. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war die Rasse bereits ins Blickfeld deutscher Hundeliebhaber gerückt.
Während und nach den beiden Weltkriegen wurde der Riesenschnauzer für Polizei- und Militärdienste ausgebildet, was seinen Ruf als brauchbarer Gebrauchshund festigte. Von Deutschland aus verbreitete sich die Rasse in andere Länder, wo sie heute als Wach-, Gebrauchs- und Begleithund gehalten wird. In Österreich betreut der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) als FCI-Mitgliedsorganisation die Rassezucht nach dem international gültigen Standard.
Der Riesenschnauzer ist ein großer, quadratisch gebauter Hund mit hartem, drahtigem Fell, ausgeprägtem Bart und Augenbrauen sowie einem kräftigen, muskulösen Körperbau.
Der Riesenschnauzer wirkt wie eine größere, kraftvollere Ausgabe des Mittelschnauzers. Der Körper ist quadratisch gebaut, das heißt, die Länge von der Brust bis zur Kruppe entspricht ungefähr der Widerristhöhe. Der Bau ist stark und muskulös, ohne grob zu wirken; der Gesamteindruck vermittelt Substanz und Arbeitsfähigkeit.
Der Kopf ist rechteckig und kräftig, betont durch die für die Rasse typischen buschigen Augenbrauen und den langen Bart. Die Ohren können natürlich hängend belassen oder, wo gesetzlich erlaubt, kupiert und aufrecht getragen werden. Der Ausdruck ist wach und aufmerksam.
| Merkmal | Standard |
|---|---|
| Widerristhöhe | Rund 60 bis 70 cm |
| Gewicht | Rund 25 bis 48 kg |
| Fell | Dichtes, hartes, drahtiges Deckhaar mit weicher Unterwolle |
| Farben | Reinschwarz und Pfeffer-und-Salz |
| Augen | MittelgroĂź, oval, dunkelbraun |
Das Deckhaar ist hart und drahtig, darunter liegt eine weichere Unterwolle. Zugelassen sind zwei Farbschläge: Reinschwarz und Pfeffer-und-Salz, wobei Letzteres eine gebänderte Graufärbung ist, die durch einzelne Haare mit sowohl hellen als auch dunklen Abschnitten entsteht. Das Fell braucht regelmäßige Pflege und wird bei Ausstellungshunden traditionell von Hand getrimmt, um die korrekte harte Struktur zu erhalten, während viele Begleithunde stattdessen geschoren werden.
Der Riesenschnauzer ist treu, klug und schutzbereit. Er ist seiner Familie zutiefst ergeben, Fremden gegenĂĽber vorsichtig und braucht frĂĽhe Sozialisierung sowie eine konsequente FĂĽhrung.
Der Riesenschnauzer ist ein selbstbewusster, eigenwilliger Hund mit tiefer Bindung an seine Familie. Menschen, denen er vertraut, gegenüber zeigt er sich anhänglich und verspielt, häufig folgt er seinen Bezugspersonen auf Schritt und Tritt durchs Haus. Mit Kindern aus dem eigenen Haushalt kann er sanft und geduldig sein, seine Größe verlangt beim Spiel mit kleinen Kindern jedoch Aufsicht.
Fremden gegenüber ist die Rasse von Natur aus zurückhaltend und wachsam. Dieser Schutztrieb macht sie zu einem wirksamen Wächter, verlangt zugleich aber frühe und fortlaufende Sozialisierung, damit der Hund eine echte Bedrohung von einem gewöhnlichen Besucher unterscheiden lernt. Ein gut erzogener Riesenschnauzer ist gefestigt, nicht ängstlich oder aggressiv.
Im Umgang mit anderen Haustieren hängt viel von der Aufzucht ab. Ein Riesenschnauzer, der mit anderen Hunden und Katzen aufwächst, kann friedlich mit ihnen zusammenleben, besitzt aber einen ausgeprägten Jagdtrieb und jagt unter Umständen kleinere Tiere. Aggression gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen kommt vor. Die Rasse ist hoch intelligent und lernt gute wie schlechte Gewohnheiten gleichermaßen schnell, weshalb von Anfang an konsequente Regeln wichtig sind.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Zuneigung | 4 |
| Energie | 5 |
| Trainierbarkeit | 5 |
| Lautstärke | 3 |
| Haarausfall | 2 |
Der Riesenschnauzer braucht regelmäßige Fellpflege, viel tägliche Bewegung und ein Zuhause mit genug Platz und Beschäftigung für seinen wachen Geist.
Die Haltung eines Riesenschnauzers verlangt einen dauerhaften Zeitaufwand. Das drahtige Fell, die hohe Energie und der wache Geist erfordern gleichermaßen regelmäßige Zuwendung.
Der Riesenschnauzer passt besser zu einem Haus mit gesichertem Garten als zu einer kleinen Wohnung, kann sich jedoch an das Leben in Innenräumen anpassen, wenn der Bewegungsbedarf vollständig gedeckt wird. Er möchte in der Nähe seiner Familie sein und kommt mit isolierter Haltung im Freien schlecht zurecht. In Österreich sind Hunde ab einem gewissen Alter in der zentralen Heimtierdatenbank zu registrieren und zu kennzeichnen; je nach Bundesland gelten zudem eigene Bestimmungen zu Leinen- und Maulkorbpflicht für große Hunde im öffentlichen Raum, etwa in Verkehrsmitteln.
Ein Riesenschnauzer braucht eine vollwertige, ausgewogene Ration, die auf seinen großen Rahmen und sein Aktivitätsniveau abgestimmt und über abgemessene Mahlzeiten verteilt ist, um Gewicht und Gelenke zu schonen.
Eine vollwertige, ausgewogene Ration für große, aktive Hunde füttern. Eiweiß- und Fettgehalt sollten dem Arbeitspensum des Hundes entsprechen, die Portionen sind abzumessen statt frei zur Verfügung zu stellen, um Übergewicht zu vermeiden, das die Gelenke belastet. Welpen großer Rassen profitieren von einer Wachstumsration, die auf eine kontrollierte, gleichmäßige Entwicklung abgestimmt ist.
| Lebensabschnitt | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | Laut Angabe der Wachstumsration, aufgeteilt | 3 bis 4 |
| Welpe (6 bis 12 Monate) | Laut Angabe der Wachstumsration | 2 bis 3 |
| Erwachsen | Rund 400 bis 700 g hochwertiges Trockenfutter | 2 |
| Senior | Nach unten angepasst, entsprechend geringerer Aktivität | 2 |
Leckerlis sollten nur einen kleinen Anteil der Tagesration ausmachen und eher fürs Training als zum freien Füttern eingesetzt werden. Die meisten Hunde mit vollwertiger Ration brauchen keine zusätzlichen Ergänzungsmittel, ein Tierarzt kann bei einer großen, aktiven Rasse jedoch Gelenkpräparate empfehlen. Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein; frisst der Hund sehr hastig, kann ein erhöhter Napf oder ein Anti-Schling-Napf sinnvoll sein.
Der Riesenschnauzer gilt mit 10 bis 12 Jahren Lebenserwartung als robust, neigt jedoch zu HĂĽftdysplasie, Magendrehung sowie bestimmten Augen- und Autoimmunerkrankungen.
Der Riesenschnauzer ist eine grundsätzlich gesunde große Rasse mit einer typischen Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren. Wie bei den meisten großen Hunden betreffen die Hauptanliegen die Gelenke und das Risiko einer Magendrehung, dazu kommen einige erblich bedingte Erkrankungen. Welpen von Züchtern zu kaufen, die ihre Zuchttiere gesundheitlich testen lassen, senkt das Risiko erblicher Erkrankungen.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| HĂĽftdysplasie | Steifheit, Hinken, MĂĽhe beim Aufstehen | Zuchttiere untersuchen lassen; Gewicht und Gelenkbelastung kontrollieren |
| Magendrehung (Gastrale Dilatation-Volvulus) | Aufgeblähter Bauch, Würgereiz, Unruhe | Medizinischer Notfall; sofort handeln |
| Schilddrüsenunterfunktion | Gewichtszunahme, Antriebslosigkeit, Fellveränderungen | Wird mit täglicher Medikation behandelt |
| Augenerkrankungen | Trübung, Sehveränderungen | Regelmäßige Augenkontrollen helfen bei früher Erkennung |
| Autoimmunerkrankungen | Unterschiedlich, oft Haut oder Blut betreffend | Diagnose und Behandlung durch den Tierarzt |
Der Riesenschnauzer ist sehr gelehrig und arbeitswillig, doch seine Intelligenz und sein starker Wille verlangen frĂĽhes, konsequentes und belohnungsbasiertes Training durch eine selbstsichere Bezugsperson.
Der Riesenschnauzer zählt zu den gut trainierbaren Rassen. Er lernt rasch, mag eine Aufgabe und zeigt Stärken in Gehorsam, Fährtenarbeit, Schutzdienst und anderen Arbeitsdisziplinen. Dieselbe Intelligenz führt dazu, dass der Hund Grenzen austestet und Inkonsequenz ausnutzt, weshalb Training am besten klar, gerecht und früh begonnen funktioniert. Ein gelangweilter oder schlecht geführter Riesenschnauzer kann eigenwillig oder aufdringlich werden.
Verantwortungsvolle Riesenschnauzer-Zucht verpaart gesundheitlich getestete erwachsene Tiere, dauert rund neun Wochen Trächtigkeit und bringt mittelgroße bis große Würfe hervor, die frühe Sozialisierung brauchen.
Die Zucht eines Riesenschnauzers ist eine ernsthafte Aufgabe, bei der Gesundheit und Wesen im Mittelpunkt stehen müssen. Beide Elterntiere sollten körperlich ausgereift, vollständig auf Erkrankungen wie Hüftdysplasie und erbliche Augenleiden getestet sowie wesensfest sein, bevor eine Verpaarung stattfindet. Hündinnen sollten in der Regel nicht bereits bei der ersten Läufigkeit gedeckt werden, ein Tierarzt kann zum geeigneten Zeitpunkt beraten.
Die Trächtigkeit dauert bei Hunden rund 63 Tage, also etwa neun Wochen. Mit dem Nahen der Geburt braucht die Hündin einen ruhigen, sauberen Platz und engmaschige Beobachtung, da es bei einer großen Rasse gelegentlich zu Komplikationen bei der Geburt kommen kann. Nach der Geburt sind die Welpen in den ersten Wochen vollständig auf die Hündin für Wärme und Nahrung angewiesen.
Für diese Wach- und Schutzhunderasse ist frühe Sozialisierung entscheidend. Von den ersten Wochen an sollten Welpen behutsam gehandhabt und alltäglichen Bildern und Geräuschen ausgesetzt werden, damit aus ihnen gefestigte, selbstsichere erwachsene Hunde werden. Verantwortungsvolle Züchter belassen die Welpen bei der Hündin und den Wurfgeschwistern, bis sie alt genug für den Umzug in ein neues Zuhause sind, und wählen künftige Halter sorgfältig aus.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Rund 1 bis 2 Jahre bis zur Zuchtreife |
| Trächtigkeit | Rund 63 Tage (etwa 9 Wochen) |
| Durchschnittliche Wurfgröße | Rund 5 bis 8 Welpen |
| Absetzalter | Etwa 6 bis 8 Wochen |
| Empfohlenes Abgabealter | Ab etwa 8 Wochen |
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Häufige Fragen zum Riesenschnauzer betreffen Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung und Verfügbarkeit.
Er ist eine große Rasse mit einer Widerristhöhe von rund 60 bis 70 cm und einem Gewicht von rund 25 bis 48 kg, wobei Rüden meist größer sind als Hündinnen.
Er ist treu, klug, energiegeladen und schutzbereit. Die Rasse bindet sich eng an ihre Familie, bleibt Fremden gegenĂĽber zurĂĽckhaltend und ist bei richtiger Sozialisierung ein natĂĽrlicher Wachhund.
Er ist eine anspruchsvolle Rasse. Er braucht tägliches Training und Bewegung, regelmäßige Fellpflege sowie eine Bezugsperson mit Zeit und Erfahrung. Für Ersthalter oder bewegungsarme Haushalte eignet er sich wenig.
Die typische Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren. Gutes Gewichtsmanagement, vorbeugende tierärztliche Betreuung und die Wahl gesundheitlich getesteter Linien fördern ein langes, gesundes Leben.
Er kann ein ergebener Familienhund sein, sanft im Umgang mit Kindern aus dem eigenen Haushalt, wenn er mit ihnen aufwächst. Seine Größe verlangt Aufsicht beim Spiel, und er braucht frühe Sozialisierung, um verlässlich mit Besuchern umzugehen.
Dank seines drahtigen Doppelfells haart die Rasse vergleichsweise wenig, benötigt aber trotzdem häufiges Bürsten sowie regelmäßiges Scheren oder Trimmen, um in gutem Zustand zu bleiben.
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