
Der Bullmastiff ist ein treuer, ruhiger Wächter, der gezüchtet wurde, um ein furchtloser und zugleich sanfter Beschützer von Heim und Familie zu sein.
Wie das Fell des Bullmastiff aufgebaut ist und was das für die Pflege bedeutet.
Der Bullmastiff ist ein wuchtiger englischer Wächterhund: zu Hause gelassen und anhänglich, gegenüber Fremden ruhig, aber entschlossen und ohne Zögern schutzbereit.
Der Bullmastiff ist ein großer Gebrauchshund, der in England zum Schutz von Gütern und Jagdrevieren gezüchtet wurde. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Widerristhöhe von etwa 61 bis 69 cm und bringen 45 bis 59 kg auf die Waage. Kennzeichnend sind ein breiter Kopf, eine kurze Schnauze und ein kräftiger, muskulöser Körperbau. Die Rasse verbindet Größe und Kraft mit einem ausgeglichenen, ruhigen Wesen.
Trotz seiner imposanten Erscheinung gilt der Bullmastiff im Haus als ruhig und seiner Familie gegenüber zugetan. Ursprünglich sollte er Eindringlinge stellen und festhalten, nicht beißen, wodurch ein Hund entstand, der wachsam und selbstbewusst ist, ohne unnötig aggressiv zu sein. Fremden begegnet er meist mit Zurückhaltung, nicht mit offener Abwehr.
Der Bullmastiff bindet sich eng an seine Bezugspersonen, bleibt gerne in deren Nähe und kommt mit Kindern, mit denen er aufgewachsen ist, in der Regel gut zurecht. Ansonsten ist er meist ein ruhiger Hausgenosse. Das kurze Fell und der überschaubare Bewegungsbedarf machen die tägliche Pflege einfach, doch aufgrund der Größe sind Erziehung und Sozialisierung von Welpenbeinen an unverzichtbar.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Herkunft | England |
| Größe | Groß (45 bis 59 kg) |
| Lebenserwartung | 7 bis 9 Jahre |
| Gruppe/Aufgabe | Gebrauchshundegruppe, Wach- und Schutzhund |
| Verträglichkeit | Mit Familie und Kindern bei guter Sozialisierung; zurückhaltend gegenüber Fremden |
Der Bullmastiff passt zu Halterinnen und Haltern, die einen treuen Familienwächter möchten und dabei konsequent und ruhig führen können. Ideal ist ein Zuhause mit ausreichend Platz für einen großen Hund sowie die Bereitschaft zu früher Erziehung und Sozialisierung. Für Ersthundehalter, denen die Kraft und der eigenständige Charakter dieser Rasse nicht bewusst sind, eignet er sich weniger, ebenso wenig für Haushalte mit langen täglichen Abwesenheiten, da der Hund die Nähe seiner Menschen sucht. In Österreich lohnt sich vor der Anschaffung zudem ein Blick auf die je nach Bundesland unterschiedlichen Bestimmungen zu Hundeabgabe sowie zu Leinen- und allfälliger Maulkorbpflicht für große Rassen.
Der Bullmastiff entstand im England des 19. Jahrhunderts aus der Kreuzung von Mastiff und Bulldogge, um einen schnellen, kraftvollen Wildhüterhund zu schaffen.
Der Bullmastiff wurde im England des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Wildhüter auf großen Gütern benötigten einen Hund, der Wilddiebe aufspüren, stellen und festhalten konnte, ohne sie schwer zu verletzen. Die vorhandenen Rassen genügten dafür nicht: Der Mastiff war groß, aber zu langsam, und die Bulldogge jener Zeit war zwar schnell und bissfest, aber kleiner und aggressiver, als es die Aufgabe erforderte.
Wildhüter kreuzten die beiden Rassen, um die Größe und Reichweite des Mastiff mit der Schnelligkeit und dem Biss der Bulldogge zu verbinden. Ziel war ein Hund, der sich nachts lautlos bewegt, einen Eindringling einholt und so lange festhält, bis der Wildhüter eintrifft. Der daraus entstandene Typ wurde als Night Dog der Wildhüter bekannt. Als bevorzugte Mischung galt oft ein Verhältnis von rund 60 Prozent Mastiff zu 40 Prozent Bulldogge.
Gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Typ so gefestigt, dass er als eigenständige Rasse und nicht mehr nur als Arbeitskreuzung galt. Der englische Kennel Club erkannte den Bullmastiff 1924 an, der American Kennel Club folgte 1933. In Österreich erfolgen Zucht und Bewertung heute nach dem von der FCI anerkannten Rassestandard, betreut vom Österreichischen Kynologenverband (ÖKV) als nationalem Dachverband.
Mit dem Rückgang der Wilderei auf den Gütern übernahm der Bullmastiff neue Aufgaben als Wach- und Familienhund. Sein Ruf, ohne unnötige Aggression zu schützen, blieb aus der ursprünglichen Arbeit erhalten, und dieses Gleichgewicht aus Schutzbereitschaft und Zurückhaltung prägt die Rasse bis heute.
Der Bullmastiff ist groß und kraftvoll gebaut, mit breitem Kopf, kurzer Schnauze und kurzem Fell in Falb, Rot oder Gestromt.
Der Bullmastiff ist ein symmetrisch gebauter, kräftig bemuskelter Hund, der Kraft und Stärke ausstrahlt, ohne schwerfällig zu wirken. Der Kopf ist groß und quadratisch, mit breitem Schädel, einer kurzen, dunklen Schnauze und einer schwarzen Maske. Der Körper ist kompakt, mit tiefer Brust und kräftigen, geraden Läufen. Rüden sind deutlich größer und schwerer als Hündinnen.
| Merkmal | Standard |
|---|---|
| Größe | Rüden 64 bis 69 cm; Hündinnen 61 bis 66 cm Widerristhöhe |
| Gewicht | Rüden 50 bis 59 kg; Hündinnen 45 bis 54 kg |
| Fell | Kurz, dicht und leicht rau |
| Farben | Falb, Rot oder Gestromt, mit schwarzer Maske |
| Augen | Dunkel, mittelgroß, gut auseinanderstehend |
Das Fell liegt kurz und eng am Körper an, wodurch es sich leicht pflegen lässt und die Rasse wärmere Bedingungen besser verträgt als langhaarige Hunde. Zugelassen sind die Farben Falb, Rot und Gestromt. Falb reicht von hellem Sandton bis zu einem tieferen, satten Gelb, Rot bewegt sich von hell bis zu einem dunklen Mahagoniton, und Gestromt zeigt dunkle Streifen auf falbfarbenem oder rotem Grund. Eine schwarze Maske an der Schnauze gehört bei allen Farbschlägen zum Standard. Ein kleines weißes Abzeichen an der Brust ist zulässig, weiße Flecken an anderen Stellen gelten nach den meisten Standards als Fehler.
Bullmastiffs sind ruhig, treu und schutzbereit: sanft zur Familie, zurückhaltend gegenüber Fremden und selbstbewusst, ohne unnötig aggressiv zu sein.
Der Bullmastiff ist ein ruhiger, gleichmütiger Hund mit enger Bindung an seine Familie. Zu Hause zeigt er sich anhänglich und oft still, zufrieden in der Nähe seiner Menschen. Mit Kindern, mit denen er aufgewachsen ist, kommt die Rasse in der Regel gut zurecht, wobei ihre Größe bedeutet, dass Begegnungen mit Kleinkindern beaufsichtigt werden sollten, denn schon ein unabsichtlicher Stoß kann ein Kind umwerfen.
Fremden gegenüber ist der Bullmastiff von Natur aus zurückhaltend und aufmerksam. Er wurde gezüchtet, um Bedrohungen einzuschätzen und ihnen entgegenzutreten, weshalb er wachsam auf Ungewöhnliches reagiert, ohne ständig zu bellen. Ein gut sozialisierter Bullmastiff ist eher urteilsfähig als wahllos aggressiv und taut gegenüber Gästen meist auf, sobald er merkt, dass sein Halter sie akzeptiert.
Gegenüber anderen Tieren kann die Rasse wählerisch sein. Manche Bullmastiffs, vor allem unkastrierte Rüden, zeigen Dominanzverhalten gegenüber gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Frühe und fortlaufende Sozialisierung sowie behutsame Zusammenführungen helfen dem Hund, friedlich mit anderen Haustieren zu leben. Die Rasse ist intelligent, aber eigenständig und mitunter dickköpfig, weshalb sie eine konsequente, ruhig-bestimmte Führung braucht.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Anhänglichkeit | 5 |
| Energie | 2 |
| Erziehbarkeit | 3 |
| Bellfreude | 2 |
| Fellwechsel | 3 |
Der Bullmastiff braucht wenig Fellpflege und mäßig viel Bewegung, doch Größe und Hitzeempfindlichkeit verlangen ein sorgfältiges Tagesmanagement.
Das kurze Fell macht die Pflege einfach, dennoch ist regelmäßige Zuwendung bei einem so großen Hund wichtig.
Der Bullmastiff hat ein mäßiges Energielevel und braucht keine intensive Auslastung, doch regelmäßige Bewegung hält ihn fit und beugt Übergewicht vor.
Der Bullmastiff kommt mit unterschiedlichen Wohnsituationen zurecht, von Einfamilienhäusern am Stadtrand bis zu größeren Wohnungen, sofern genug Gassirunden stattfinden. Er möchte lieber drinnen bei seiner Familie sein, als allein im Freien zu bleiben. Das kurze Fell schützt kaum vor Kälte, und die kurze Schnauze macht die Rasse hitzeempfindlich, weshalb sie in temperierten Räumen gehalten und nie im heißen Auto oder Garten zurückgelassen werden sollte.
Bullmastiffs brauchen eine ausgewogene Ration für große Rassen in abgemessenen Portionen, denn Übergewicht belastet Gelenke und erhöht das Magendrehungsrisiko.
Der Bullmastiff kommt mit einem vollwertigen, ausgewogenen Futter für große Rassen gut zurecht. Da die Rasse zu Übergewicht neigt und einen schweren Körperbau trägt, ist Portionskontrolle wichtig, um Gelenke zu schonen und das Herz zu entlasten. Welpen sollten ein Welpenfutter für große Rassen erhalten, das ein gleichmäßiges, kontrolliertes Wachstum unterstützt statt einer raschen Gewichtszunahme, die die sich entwickelnden Knochen und Gelenke belasten kann. Die Futtermenge richtet sich nach Alter, Gewicht und Aktivität, daher dienen die folgenden Werte nur als Ausgangspunkt, den man mit der Tierärztin oder dem Tierarzt in der Ordination abstimmen sollte.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | 360 bis 600 g | 3 bis 4 |
| Welpe (6 bis 12 Monate) | 480 bis 720 g | 2 bis 3 |
| Erwachsen | 360 bis 600 g | 2 |
| Senior | 360 bis 480 g | 2 |
Leckerlis sollten nicht mehr als etwa 10 Prozent der Tageskalorien ausmachen, um Übergewicht vorzubeugen. Viele Halter und Tierärzte setzen bei dieser großen, schweren Rasse auf Gelenksergänzungsmittel wie Glucosamin und Chondroitin, während Omega-3-Fettsäuren Fell und Haut zugutekommen können. Neue Präparate sollten erst nach Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt eingeführt werden. Um das Risiko einer Magendrehung zu senken, empfehlen sich abgemessene Portionen statt einer großen Mahlzeit sowie der Verzicht auf anstrengende Bewegung unmittelbar vor und nach dem Fressen.
Der Bullmastiff wird etwa 7 bis 9 Jahre alt und neigt zu Hüft- und Ellbogenproblemen, Magendrehung und bestimmten Krebsarten, weshalb vorbeugende tierärztliche Betreuung wichtig ist.
Der Bullmastiff hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 7 bis 9 Jahren, was für eine riesenwüchsige Wächterrasse typisch ist. Er gilt grundsätzlich als robust, doch Größe und Körperbau machen ihn anfällig für einige Erkrankungen. Wer bei einer Züchterin oder einem Züchter kauft, die beziehungsweise der Zuchttiere auf Gelenk- und Herzprobleme untersuchen lässt, und zusätzlich auf regelmäßige tierärztliche Kontrollen sowie Gewichtsmanagement achtet, gibt dem Hund die besten Chancen auf ein gesundes Leben.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Hüft- und Ellbogendysplasie | Steifheit, Hinken, Mühe beim Aufstehen | Zuchttiere untersuchen lassen; Gewicht kontrollieren |
| Magendrehung | Geschwollener Bauch, Würgen, Unruhe | Lebensbedrohlicher Notfall, sofort handeln |
| Krebs (einschließlich Lymphom) | Knoten, Gewichtsverlust, Mattigkeit | Rasse hat erhöhte Krebsraten |
| Herzerkrankungen | Husten, Erschöpfung, Ohnmachtsanfälle | Wird durch tierärztliche Vorsorgeuntersuchung erkannt |
| Schilddrüsenunterfunktion | Gewichtszunahme, Fellveränderungen, wenig Energie | Wird mit täglicher Medikation behandelt |
Der Bullmastiff ist intelligent, aber eigenständig, daher reagiert er am besten auf frühe, konsequente Erziehung mit positiver Verstärkung durch eine selbstsichere Bezugsperson.
Der Bullmastiff ist intelligent und lernt rasch, hat aber aufgrund seiner Wachhund-Vergangenheit einen eigenständigen, mitunter dickköpfigen Zug. Am besten lernt er, wenn die Erziehung schon im Welpenalter beginnt und konsequent bleibt. Harte Methoden machen die Rasse eher widerspenstig, während geduldige Arbeit mit Belohnung ihre Mitarbeit gewinnt. Frühe Sozialisierung mit Menschen, Umgebungen und anderen Tieren ist bei einem Hund dieser Größe und mit diesem Schutzinstinkt unverzichtbar, und ein gut geführter Bullmastiff wird zu einem gelassenen, verlässlichen Begleiter. Weil der erwachsene Hund so kraftvoll ist, sollten Leinenführigkeit und ein zuverlässiger Rückruf von Anfang an Priorität haben.
Bullmastiffs erreichen die Zuchtreife mit etwa zwei Jahren, die Tragzeit beträgt rund 63 Tage, und ein Wurf umfasst im Schnitt fünf bis acht Welpen.
Bullmastiffs reifen körperlich langsam, weshalb verantwortungsvolle Züchterinnen und Züchter in der Regel warten, bis ein Hund etwa zwei Jahre alt ist, bevor sie ihn zur Zucht einsetzen. Bis dahin lassen sich Gelenk- und Gesundheitsuntersuchungen abschließen. Hündinnen werden ungefähr zweimal im Jahr läufig. Nach erfolgreichem Deckakt dauert die Tragzeit etwa 63 Tage. Ein Wurf umfasst durchschnittlich fünf bis acht Welpen, größere Würfe kommen aber vor. Wegen des großen Kopfes und des kräftigen Körperbaus kann die Geburt schwierig verlaufen, manche Würfe benötigen tierärztliche Unterstützung oder einen Kaiserschnitt, weshalb die Geburt gemeinsam mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt geplant werden sollte.
Neugeborene Welpen sind in den ersten Wochen vollständig auf Wärme und Nahrung durch die Hündin angewiesen. Züchterinnen und Züchter überwachen die Gewichtszunahme genau, da die Welpen rasch wachsen. Das Abstillen beginnt üblicherweise mit etwa drei bis vier Wochen, und die Sozialisierung mit Menschen sowie ein behutsamer Umgang sollten früh einsetzen. Mit acht bis zehn Wochen sind die Welpen meist bereit, nach einer tierärztlichen Untersuchung und den ersten Impfungen in ihr neues Zuhause zu wechseln.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Zuchtreife | Etwa 2 Jahre |
| Läufigkeit | Etwa zweimal jährlich |
| Tragzeit | Etwa 63 Tage |
| Durchschnittliche Wurfgröße | 5 bis 8 Welpen |
| Abstillalter | 3 bis 4 Wochen |
| Bereit für neues Zuhause | 8 bis 10 Wochen |
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Häufige Fragen zu Größe, Wesen, Pflegebedarf, Lebenserwartung und Eignung des Bullmastiffs als Familienhund.
Der Bullmastiff ist eine große Rasse. Rüden erreichen etwa 64 bis 69 cm Widerristhöhe und wiegen 50 bis 59 kg, Hündinnen sind mit rund 61 bis 66 cm und 45 bis 54 kg etwas kleiner.
Ja. Zu Hause sind sie ruhig und anhänglich und kommen mit Kindern, mit denen sie aufgewachsen sind, in der Regel gut zurecht. Wegen ihrer Größe sollten Begegnungen mit Kleinkindern beaufsichtigt werden, und frühe Sozialisierung ist wichtig.
Sie sind schutzbereit und Fremden gegenüber zurückhaltend, wurden aber gezüchtet, um Eindringlinge zu stellen und festzuhalten, nicht um anzugreifen. Ein gut sozialisierter Bullmastiff ist wachsam und selbstsicher, nicht grundlos aggressiv.
Dank des kurzen Fells ist die Fellpflege einfach, und der Bewegungsbedarf ist mäßig. Die größten Herausforderungen liegen im Umgang mit der Größe des Hundes, der Gewichtskontrolle, der Hitzeempfindlichkeit und der Bereitschaft zu früher Erziehung.
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 7 bis 9 Jahren, was für eine riesenwüchsige Wächterrasse typisch ist. Gewichtsmanagement und regelmäßige tierärztliche Betreuung unterstützen ein gesundes Leben.
Nein. Er hat ein mäßiges Energielevel und ist mit zwei täglichen Spaziergängen sowie etwas Freilauf zufrieden. Anstrengende Bewegung sollte während des Wachstums und bei Hitze vermieden werden.
Das kann funktionieren, doch Größe, Kraft und Eigenständigkeit der Rasse machen sie eher für Halterinnen und Halter geeignet, die konsequent und ruhig führen können und Wert auf frühe Sozialisierung legen.