
Der Berner Sennenhund ist eine gutmütige, anhängliche Schweizer Arbeitsrasse, geschätzt für ihre sanfte Hingabe an die Familie.
Wie das Fell des Berner Sennenhund aufgebaut ist und was das für die Pflege bedeutet.
Kritisch: Ein Berner Sennenhund sollte nicht geschoren werden.
Die Unterwolle hält Hitze ebenso ab wie Kälte, und das Deckhaar schützt die Haut vor Sonne und Insektenstichen. Wird das ganze Fell abgeschoren, fällt beides weg. Es wächst oft lückenhaft, weich oder in anderer Farbe nach, und bei manchen Tieren kehrt das Deckhaar nie richtig zurück. Bürsten Sie die Unterwolle aus, statt sie abzuschneiden.
Vorsicht: Das Fell eines Berner Sennenhund verfilzt leicht.
Feines oder langes Haar verknotet unsichtbar am Fellgrund, wo sich die Filzknoten zusammenziehen und an der Haut ziehen. Gebürstet werden muss abschnittsweise bis auf die Haut, nicht nur an der Oberfläche.
Hinweis: Ein Berner Sennenhund stößt seine Unterwolle in starken Schüben ab.
Die Unterwolle löst sich über einige Wochen in starken Schüben. Ein Unterwollharke oder ein Bad mit anschließendem gründlichem Föhnen entfernt sie weit schneller als tägliches Bürsten. Das Fell kurz zu scheren ist dafür keine Abkürzung.
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Der Berner Sennenhund ist ein großer, gutmütiger Schweizer Arbeitshund, bekannt für seine Ruhe und seine liebevolle Art gegenüber Kindern.
Der Berner Sennenhund zählt zu den vier Schweizer Sennenhunderassen. Seine Wurzeln liegen im Kanton Bern, wo er als kräftiger Bauernhof- und Zughund Wagen zog, Vieh trieb und das Anwesen bewachte. Das dreifarbige Fell in Schwarz, Weiß und Rostbraun ist das Merkmal, an dem man ihn als Erstes erkennt.
Trotz seiner Größe ist das Wesen ausgeglichen und anhänglich. Erwachsene Tiere wiegen meist zwischen 70 und 115 Pfund, zeigen sich drinnen aber ruhig und geduldig gegenüber Familienmitgliedern jeden Alters. Sie binden sich eng an ihre Menschen und bleiben lieber in deren Nähe, als über längere Zeit allein gelassen zu werden.
Wer sich für einen Berner Sennenhund entscheidet, sollte die vergleichsweise kurze Lebenserwartung von etwa 7 bis 10 Jahren einkalkulieren und Zeit sowie Budget für Fellpflege, Platzbedarf und Bewegung eines Arbeitshundes dieser Größe einplanen.
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Herkunft | Schweiz |
| Größe | Groß (70 bis 115 Pfund) |
| Lebenserwartung | 7 bis 10 Jahre |
| Gruppe/Aufgabe | Arbeitshund (Zug- und Hofhund) |
| Verträglichkeit | Kinder und Familie; meist verträglich mit anderen Haustieren |
Die Rasse passt zu Haushalten mit ausreichend Platz, Zeit für die tägliche Fellpflege und Menschen, die oft zu Hause sind. Familien mit Kindern kommen mit einem Berner Sennenhund gut zurecht, und auch Ersteigentümer können die Rasse halten, wenn sie sich auf Training und Fellpflege einlassen. Für kleine Wohnungen, heiße Klimazonen oder Haushalte, in denen der Hund tagsüber lange allein bliebe, ist er weniger geeignet.
Der Berner Sennenhund entstand als Bauern- und Zughund im Kanton Bern und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als eigene Rasse wiederbelebt.
Die Wurzeln des Berner Sennenhundes liegen im Kanton Bern, wo Bauern kräftige, dreifarbige Hunde hielten, um Milchkannen und Karren zu ziehen, Vieh zu treiben und den Hof zu bewachen. Ursprünglich zählte weniger das Aussehen als Kraft und ein ruhiges Wesen. Eine ältere regionale Bezeichnung für den Schlag war Dürrbächler, benannt nach dem Weiler Dürrbach, wo viele dieser Hunde vorkamen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging der Bestand zurück, weil die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft Zughunde überflüssig machte. Um die Wende zum 20. Jahrhundert begannen Schweizer Hundeliebhaber, den Schlag gezielt zu erhalten. Der Geologe und Hundekenner Professor Albert Heim gilt als treibende Kraft bei der Förderung und Standardisierung der Schweizer Sennenhunderassen, den Berner eingeschlossen.
1907 gründete sich der Schweizer Rasseklub, der den Standard festlegte und eine einheitliche Zucht förderte. Die Rasse erhielt den Namen Berner Sennenhund, was so viel bedeutet wie der Senn, also der Alphirte, aus der Region Bern.
In den 1920er Jahren gelangte die Rasse in die Vereinigten Staaten und wurde 1937 vom American Kennel Club anerkannt. In Österreich ist der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) der nationale Zuchtverband für Rassehunde und somit auch für den Berner Sennenhund zuständig. Neben dem Großen Schweizer Sennenhund, dem Appenzeller Sennenhund und dem Entlebucher Sennenhund zählt der Berner zu den vier verwandten Schweizer Sennenhunderassen.
Der Berner Sennenhund ist groß und kräftig gebaut, mit langem, mäßig dichtem, dreifarbigem Fell in Schwarz, Weiß und Rostbraun.
Der Berner Sennenhund wirkt groß und kompakt, mit breiter Brust, gerader Rückenlinie und einem Rumpf, der etwas länger ist, als der Hund an der Schulter hoch ist. Der Kopf ist oben flach mit mäßig ausgeprägtem Stopp, die dunkelbraunen Augen geben ihm einen sanften Ausdruck. Die Ohren sind mittelgroß, dreieckig, hoch angesetzt und liegen eng am Kopf an. Die buschige Rute wird in Ruhe tief getragen.
| Merkmal | Standard |
|---|---|
| Widerristhöhe | Rüden 25 bis 27,5 Zoll; Hündinnen 23 bis 26 Zoll |
| Gewicht | Rüden 80 bis 115 Pfund; Hündinnen 70 bis 95 Pfund |
| Fell | Langes, dichtes Doppelfell, leicht gewellt oder glatt |
| Farben | Dreifarbig: tiefschwarz mit rostbraunen und weißen Abzeichen |
| Augen | Dunkelbraun, oval, sanfter Ausdruck |
Das Fell ist das auffälligste Merkmal der Rasse. Die Grundfarbe ist ein tiefes Schwarz. Rostbraune Abzeichen zeigen sich über den Augen, an den Wangen, seitlich am Brustkorb, an allen vier Läufen und unter der Rute. Weiß erscheint als Blesse über Fang und Stirn, häufig als Brustabzeichen in Form eines umgekehrten Kreuzes sowie oft an den Pfoten und der Rutenspitze. Das dichte Doppelfell haart das ganze Jahr über, mit stärkerem Fellwechsel im Frühjahr und Herbst.
Die Rasse gilt als anhänglich, ruhig und treu, ist sanft zu Kindern und meist freundlich zu Fremden und anderen Haustieren, sofern gut sozialisiert.
Der Berner Sennenhund ist gutmütig und seinen Menschen tief verbunden. Er hält sich gern im selben Raum wie seine Familie auf, eine Anhänglichkeit, die manche scherzhaft als Klettverschlussverhalten bezeichnen. Kindern gegenüber zeigt er sich geduldig und sanft, wobei seine Größe bei sehr kleinen Kindern trotzdem Aufsicht sinnvoll macht.
Fremden begegnet die Rasse meist gelassen und zurückhaltend statt aggressiv. Viele Hunde sind aufmerksam und schlagen bei Besuch kurz an, tauen nach dem Kennenlernen aber rasch auf. Frühe Sozialisierung hilft einem von Natur aus vorsichtigen Welpen, zu einem selbstbewussten erwachsenen Hund heranzuwachsen. Mit anderen Hunden und Haustieren im selben Haushalt kommt die Rasse in der Regel gut zurecht, besonders wenn sie gemeinsam aufwachsen.
Insgesamt ist das Temperament ruhig, mit niedrigem bis mittlerem Bewegungsdrang. Diese Hunde sind nicht nervös und stecken Alltagstrubel und Lärm meist gelassen weg. Da sie feinfühlig reagieren, brauchen sie ruhige, konsequente Führung, harte Zurechtweisung entmutigt sie eher, als dass sie etwas bewirkt.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Anhänglichkeit | 5 |
| Energie | 3 |
| Erziehbarkeit | 4 |
| Bellfreudigkeit | 2 |
| Haarausfall | 4 |
Das dichte Doppelfell braucht regelmäßiges Bürsten, dazu täglich moderate Bewegung und ein kühles Wohnumfeld.
Die Rasse fühlt sich in einem Zuhause mit Platz und kühlem Klima am wohlsten. Das dichte Fell macht schwüle Hitze zur Belastung, daher zählen im Sommer Klimatisierung und Schatten. Österreichs alpines Klima mit kalten Wintern kommt dieser Schweizer Bergrasse grundsätzlich entgegen, im Sommer braucht sie trotzdem kühle Rückzugsorte. Berner Sennenhunde wollen mit der Familie im Haus leben und eignen sich nicht dafür, allein im Freien gehalten zu werden. Ein Haus mit Garten ist ideal, ein ausgeglichenes, erwachsenes Tier kommt bei ausreichend täglicher Bewegung aber auch mit weniger Platz zurecht.
Ein auf große Rassen abgestimmtes Futter mit kontrolliertem Wachstum im Welpenalter unterstützt gesunde Gelenke und ein stabiles Gewicht.
Der Berner Sennenhund kommt mit einem vollwertigen Futter für große Rassen gut zurecht. Im Wachstum hilft ein Welpenfutter für große Rassen mit kontrolliertem Kalzium- und Energiegehalt dabei, dass sich das Skelett gleichmäßig entwickelt, wichtig für einen Hund, der später 70 Pfund oder mehr wiegt. Erwachsene Tiere brauchen eine Fütterung, die eine schlanke Kondition hält, denn Übergewicht belastet die ohnehin anfälligen Gelenke dieser Rasse zusätzlich.
| Lebensphase | Menge pro Tag | Mahlzeiten |
|---|---|---|
| Welpe (2 bis 6 Monate) | Laut Angabe auf dem Welpenfutter für große Rassen, aufgeteilt | 3 bis 4 |
| Junghund (6 bis 18 Monate) | Etwa 4 bis 6 Tassen, je nach Wachstum | 2 bis 3 |
| Erwachsen | Etwa 3,5 bis 6 Tassen, je nach Größe und Aktivität | 2 |
| Senior | Bei geringerer Aktivität reduziert | 2 |
Leckerlis sollten höchstens etwa 10 Prozent der Tagesenergie ausmachen, um das Gewicht im Rahmen zu halten. Manche Halterinnen und Halter setzen gemeinsam mit dem Tierarzt Gelenkpräparate wie Glucosamin und Chondroitin oder Omega-3-Fettsäuren ein, das sollte aber vorher tierärztlich abgeklärt werden. Frisches Wasser sollte jederzeit zur Verfügung stehen, besonders bei warmem Wetter.
Die Rasse hat mit 7 bis 10 Jahren eine kurze Lebenserwartung und neigt zu Gelenkproblemen, bestimmten Krebsarten und Magendrehung.
Der Berner Sennenhund wird im Schnitt nur 7 bis 10 Jahre alt, kürzer als viele andere Rassen, was mit einer erhöhten Krebsrate in der Population zusammenhängt. Verantwortungsvolle Zucht, Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und aufmerksame tierärztliche Betreuung können die Lebensqualität deutlich verbessern. Kaufinteressierte sollten sich Hüft-, Ellbogen- und weitere Gesundheitsbefunde der Elterntiere vorlegen lassen.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Hüft- und Ellbogendysplasie | Hinken, Steifheit, Mühe beim Aufstehen | Elterntiere untersuchen lassen; Gewicht kontrollieren |
| Krebs | Knoten, Gewichtsverlust, Antriebslosigkeit | Häufiger als bei vielen anderen Rassen |
| Magendrehung | Geblähter Bauch, erfolgloses Würgen, starke Unruhe | Medizinischer Notfall, sofort handeln |
| Progressive Retinaatrophie | Nachtblindheit, Sehverlust | Erblich, Elterntiere können getestet werden |
Die Rasse ist intelligent und arbeitet gern mit, sie reagiert am besten auf frühes, geduldiges Training mit Belohnung.
Der Berner Sennenhund ist klug und kooperationsbereit, das macht ihn für die meisten Halterinnen und Halter gut erziehbar. Gleichzeitig reagiert er feinfühlig, weshalb ruhige, konsequente Methoden weit besser wirken als harte Zurechtweisung. Mit Erziehung und Sozialisierung sollte man früh beginnen, solange der Hund noch klein und leicht zu handhaben ist, denn ein untrainierter erwachsener Hund dieser Größe lässt sich nur schwer lenken. Kurze, positive Einheiten halten die Aufmerksamkeit besser als lange Übungsblöcke.
Hündinnen erreichen die Zuchtreife mit rund zwei Jahren, tragen etwa 63 Tage und bringen meist große Würfe zur Welt, die sorgfältige Aufzucht brauchen.
Verantwortungsvolle Zucht des Berner Sennenhundes stellt Gesundheit und Wesen in den Vordergrund, da die Rasse bekanntermaßen zu Gelenkerkrankungen und Krebs neigt. Züchterinnen und Züchter warten in der Regel, bis eine Hündin körperlich und geistig ausgereift ist, meist mit etwa zwei Jahren, und lassen vor dem Decken Hüfte, Ellbogen und Augen untersuchen. Wegen der kurzen durchschnittlichen Lebenserwartung ist die Wahl gesunder, gut dokumentierter Elterntiere besonders wichtig.
Die Tragzeit beträgt etwa 63 Tage. Die Würfe fallen für die Rasse eher groß aus, und die Hündin braucht einen ruhigen, warmen Wurfplatz sowie in der späten Trächtigkeit und während der Säugezeit mehr Futter. Die Welpen kommen blind und taub zur Welt und sind in den ersten Wochen vollständig auf die Mutter angewiesen. Behutsamer Umgang und frühe Sozialisierung ab einem Alter von wenigen Wochen fördern selbstbewusste erwachsene Hunde, üblicherweise ziehen die Welpen mit etwa acht Wochen in ihr neues Zuhause.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Zuchtreife | Etwa 2 Jahre |
| Tragzeit | Etwa 63 Tage |
| Durchschnittliche Wurfgröße | Etwa 5 bis 8 Welpen |
| Augen und Ohren öffnen sich | Nach etwa 10 bis 14 Tagen |
| Entwöhnung | Etwa 6 bis 8 Wochen |
| Abgabealter | Etwa 8 Wochen |
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Häufige Fragen zum Berner Sennenhund betreffen Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung als Familienhund und Verfügbarkeit.
Er zählt zu den großen Rassen. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von etwa 25 bis 27,5 Zoll und wiegen rund 80 bis 115 Pfund, Hündinnen sind mit etwa 23 bis 26 Zoll und 70 bis 95 Pfund etwas kleiner.
Ja. Die Rasse ist anhänglich, ruhig und geduldig und eignet sich deshalb gut als Familienhund. Wegen seiner Größe sollte man das Zusammensein mit sehr kleinen Kindern trotzdem beaufsichtigen, um versehentliches Umstoßen zu vermeiden.
Der Aufwand ist moderat, aber regelmäßig. Das dichte Doppelfell braucht zwei- bis dreimal wöchentlich Bürsten, dazu kommen 30 bis 60 Minuten Bewegung täglich, und bei Hitze muss der Hund kühlgehalten werden.
Etwa 7 bis 10 Jahre, kürzer als bei vielen anderen Rassen. Der Schnitt spiegelt eine erhöhte Krebsrate wider, weshalb gesundheitsgeprüfte Elterntiere und gute tierärztliche Betreuung wichtig sind.
Durchaus, wenn Platz vorhanden ist, Zeit für die Fellpflege eingeplant wird und früh trainiert und sozialisiert wird. Für kleine Wohnungen, heiße Klimazonen oder Haushalte, in denen der Hund tagsüber allein bliebe, ist er weniger geeignet.
Ja. Sie haaren das ganze Jahr über, mit stärkerem Fellwechsel im Frühjahr und Herbst. Regelmäßiges Bürsten hält lose Haare und Verfilzung in Grenzen.
Die Rasse ist recht beliebt, daher gibt es Welpen bei seriösen Züchterinnen und Züchtern, wobei Wartelisten üblich sind. Achten Sie auf dokumentierte Hüft-, Ellbogen- und Augenbefunde der Elterntiere.