United Pet Club
Rind

Hereford

Das Hereford-Rind ist eine klassische rot-weiße Fleischrasse, gerühmt für ihr sanftmütiges Wesen, ihre Widerstandsfähigkeit und ihre hervorragende Weidetauglichkeit.

Size
Groß
Lifespan
15–20 years
Origin
England
Temperament
Fügsam
Standard colors
Weiß und Rot
Key Traits
FügsamRuhigGutmütigArbeitsamAusgeglichen

Characteristics

Energy Level5
Trainability3
Good With Kids3
Good With Pets5
Grooming Needs4

Hereford colors and patterns

What each club's breed standard says about every Hereford color and pattern. Point at a ruling to see the club's own wording.

Breed standards describe the Hereford in Weiß und Rot. Standard patterns: Hereford-Zeichnung.

Fell: rulings by club
Color or patternHEREFORD CS UK
WeißStandardgemäß (“white”)
RotStandardgemäß (“deep rich red”)
Patterns
Hereford-ZeichnungStandardgemäß (“Face, crest, underside, socks and brush to tail should be white”)

What the rulings mean

Standardgemäß
Described by the club's breed standard.

Sources

Each ruling comes from the club's published breed standard or color list.

Über das Hereford-Rind

Das Hereford ist eine großrahmige, rotweiße Fleischrinderrasse aus England und bekannt für sein ruhiges Wesen, seine Robustheit und eine ausgezeichnete Weidetauglichkeit.

Das Hereford ist eine Fleischrinderrasse, die aus der Grafschaft Herefordshire im Westen Englands stammt. Kaum eine andere Fleischrasse ist weltweit so verbreitet. Erkennbar ist sie an ihrem tiefroten Körper und dem markanten weißen Kopf, wobei sich das Weiß auch über die Unterlinie, die unteren Läufe und die Schwanzquaste zieht.

Herefords gelten als besonders effizient darin, Gras und Raufutter in Fleisch umzusetzen. Sie kommen mit unterschiedlichsten Klimazonen zurecht, von kühlen Hochlagen bis zu heißen Weidegebieten, und bleiben dabei auch auf Flächen produktiv, die anspruchsvolleren Rassen zu schaffen machen würden. Ausgewachsene Kühe bringen üblicherweise 540 bis 730 kg auf die Waage, Stiere häufig über 800 kg.

Die Rasse hat ein ausgeglichenes, gut führbares Wesen. Ruhiger Umgang und gute Fruchtbarkeit sind Gründe, warum Mutterkuhhalter und Kreuzungsprogramme gerne auf das Hereford setzen, zumal sich der weiße Kopf zuverlässig auf die Nachkommen vererbt.

Hereford auf einen Blick
MerkmalDetail
HerkunftHerefordshire, England
Größegroßrahmig
Lebenserwartung15 bis 20 Jahre
Gruppe / NutzungsrichtungFleischrind
Geeignet fürWeidehaltung, Kreuzungszucht, extensive Betriebe

Für wen sich das Hereford eignet

Das Hereford passt zu Landwirten und Nebenerwerbsbetrieben, die ein pflegeleichtes Fleischrind suchen, das auf der Weide gut gedeiht. Sein ruhiges Wesen macht es auch für weniger erfahrene Halter gut handhabbar, und seine Robustheit passt zu Betrieben mit kargeren oder wechselhaften Bedingungen, wo aufwendige Zufütterung kaum praktikabel ist.

Geschichte und Herkunft

Das Hereford entstand im 18. Jahrhundert in Herefordshire, England, als Fleischrasse, die auf Größe, Futtereffizienz und gutes Wachstum auf der Weide gezüchtet wurde.

Der Name Hereford geht auf Herefordshire zurück, eine Grafschaft im Westen Englands nahe der walisischen Grenze. Bauern der Region entwickelten die Rasse im Lauf des 18. Jahrhunderts, weil sie Rinder wollten, die aus heimischem Gras und Raufutter effizient Fleisch erzeugen.

Mit der frühen Zuchtarbeit wird oft Benjamin Tomkins in Verbindung gebracht, der Mitte des 18. Jahrhunderts mit wenigen Ausgangstieren zu selektieren begann. Die Züchter legten ihr Augenmerk auf Rahmengröße, Weidewachstum und ein einheitliches Erscheinungsbild.

In den 1840er-Jahren wurde in England das Hereford-Zuchtbuch eingerichtet, wodurch die Abstammungsnachweise der Rasse erstmals formal festgehalten wurden. Im Lauf des 19. Jahrhunderts avancierte das Hereford in Großbritannien zur führenden Fleischrasse.

Durch Exporte verbreitete sich die Rasse rasch. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts gelangten Herefords nach Nordamerika, später etablierten sie sich auch in Australien, Südamerika und im südlichen Afrika, wo ihre Anpassungsfähigkeit an Weidesysteme eine großflächige Rindfleischproduktion begünstigte.

Erscheinungsbild und Rassestandard

Das Hereford ist ein großrahmiges, tiefes Fleischrind mit rotem Fell und dem charakteristischen weißen Kopf, weißer Unterlinie und weißen unteren Läufen.

Das Hereford hat einen breiten, tiefen, muskulösen Körper auf kurzen, kräftigen Beinen. Kennzeichnend ist der weiße Kopf, der gemeinsam mit weißen Abzeichen am Nackenkamm, an der Wamme, der Unterlinie, den unteren Läufen und der Schwanzquaste auftritt. Das Fell am Körper reicht von hellrot bis tiefrot.

Die Rasse gibt es sowohl gehörnt als auch hornlos. Hornlose Herefords wurden gezüchtet, um das Enthornen überflüssig zu machen, und finden sich mittlerweile in vielen Herden.

Hereford-Rassestandard
MerkmalStandard
Widerristhöhe120 bis 150 cm
GewichtKühe 540 bis 730 kg; Stiere 800 bis 1000 kg
Fellkurz, glatt; bei Kälte dichter
Farbenroter Körper mit weißem Kopf, weißer Unterlinie und weißen Beinen
Augendunkel, häufig mit roter Pigmentierung rund ums Auge

Fell und Farbe

Der Rotton variiert zwischen einzelnen Tieren und Herden, tritt aber immer gemeinsam mit den weißen Abzeichen auf, die die Rasse kennzeichnen. Pigmentierung rund um die Augen ist in heißen, sonnigen Regionen besonders geschätzt, weil sie das Risiko von Augenproblemen durch Sonneneinstrahlung auf unpigmentierter Haut verringert.

Wesen und Verhalten

Herefords sind ruhige, ausgeglichene Rinder, die sich leicht handhaben lassen, wodurch sie sich gut für die Weidewirtschaft und für Halter mit unterschiedlichem Erfahrungsstand eignen.

Das Hereford ist für sein gutmütiges, ruhiges Wesen bekannt. Unter den Fleischrindrassen zählt es zu den gelasseneren, und bei konsequentem, ruhigem Umgang lassen sich die Tiere in der Regel ohne großen Stress bewegen und verladen.

Kühe kümmern sich aufmerksam um ihre Kälber und verteidigen den Nachwuchs, weshalb man Kuh-Kalb-Paaren in den ersten Tagen nach der Geburt genug Abstand geben sollte. Im Umgang mit anderen Rindern verträgt sich das Hereford gut in gemischten Herden und Kreuzungsgruppen. Sein ausgeglichenes Wesen senkt bei Routinearbeiten wie Wiegen, Impfen und dem Umtrieb zwischen Koppeln das Verletzungsrisiko für Tier und Halter.

Merkmalsbewertung (1 bis 5)
MerkmalBewertung
Zutraulichkeit (Führigkeit)4
Energie2
Führigkeit beim Handling4
Lautäußerung2
Fellwechsel3

Pflege und Haltung

Herefords sind genügsame Rinder, die auf guter Weide mit Witterungsschutz, sauberem Wasser und regelmäßiger Herdengesundheitskontrolle gut zurechtkommen.

Fellpflege

  • Die Fellpflege ist kaum aufwendig, das kurze Fell wechselt jahreszeitlich von selbst
  • Klauen bei Bedarf kontrollieren und schneiden, um Lahmheit vorzubeugen
  • Haut und Augen regelmäßig kontrollieren, besonders in sonnenreichen Regionen
  • Fliegen, Läuse und Zecken konsequent bekämpfen

Bewegung

  • Ausreichend Weidefläche für tägliches Grasen und Bewegung bereitstellen
  • Koppeln im Wechsel nutzen, um die Futterqualität zu erhalten und den Parasitendruck gering zu halten
  • Der Herde genug Platz zum Grasen und Ruhen ohne Gedränge lassen

Haltungsumfeld

Herefords vertragen Kälte wie Hitze gut, brauchen aber dennoch Schutz vor Extremwetter, Wind und starker Sonne. Im alpinen Klima Österreichs mit seinen kalten Wintern empfiehlt sich ein solider Unterstand oder Stall, in heißen Sommern reicht oft schon Schatten. Manche Betriebe schicken ihre Rinder im Sommer zum Almauftrieb, sofern die Weideflächen dafür geeignet sind. Ständiger Zugang zu sauberem Wasser ist unerlässlich, der Bedarf steigt bei Hitze deutlich an.

Ernährung und Fütterung

Herefords sind effiziente Weidetiere, die vor allem von Gras und Raufutter leben; Zufütterung kommt im Winter, bei Trockenheit oder in leistungsstarken Phasen zum Einsatz.

Das Hereford ist ein auf Raufutter ausgelegtes Tier, das auf guter Weide bestens zurechtkommt. Den Kern der Ration bilden Gras und anderes Raufutter, ergänzt durch Heu oder Silage, wenn die Weide nicht ausreicht. Die Rasse ist dafür bekannt, ihre Kondition auch mit geringerwertigem Futter zu halten, als es viele andere Fleischrassen benötigen.

Mineralstoffergänzungen gleichen aus, was die Weide nicht liefert, vor allem Salz, Kalzium, Phosphor und Spurenelemente. Die Fütterung sollte an das jeweilige Produktionsstadium angepasst werden, mit höherem Bedarf gegen Ende der Trächtigkeit, während der Laktation und in der Mastendphase.

Allgemeiner Fütterungsleitfaden
LebensphaseMenge pro TagMahlzeiten
Kalb (abgesetzt)2 bis 4 kg Ergänzungsfutter plus Raufutter2
AufzuchtRaufutter plus bei Bedarf 3 bis 5 kg Ergänzungsfutter1 bis 2
Ausgewachsene KuhRaufutter, etwa 2 bis 2,5 % des Körpergewichts an Trockenmassedurchgehendes Weiden
Laktierende KuhRaufutter plus zusätzliche Energie und Eiweißdurchgehendes Weiden

Leckerlis und Ergänzungsfutter

Bieten Sie Mineral- und Salzlecksteine zur freien Aufnahme an, abgestimmt auf die örtlichen Bodenverhältnisse. Führen Sie jede Futterumstellung über mehrere Tage schrittweise durch, um die Pansengesundheit zu schonen, und stellen Sie sicher, dass zum Trockenfutter jederzeit Wasser verfügbar ist.

Gesundheit und Lebenserwartung

Herefords sind eine robuste, langlebige Fleischrasse mit einer Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren; zu beachten sind vor allem einige rassetypische Augen- und Hautprobleme.

Herefords gelten allgemein als robust und kommen mit unterschiedlichsten Klimazonen gut zurecht. Bei guter Betreuung können die Tiere 15 bis 20 Jahre alt werden, wobei Nutztiere in der kommerziellen Haltung meist einen kürzeren Produktionszyklus durchlaufen. Die meisten Gesundheitsanforderungen lassen sich durch vorbeugende Pflege, gute Ernährung und Parasitenbekämpfung abdecken.

Das unpigmentierte Gesicht und die unpigmentierte Haut rund um die Augen können in sonnenreichen Umgebungen das Risiko bestimmter Augen- und Hautprobleme erhöhen.

Häufige Erkrankungen
ErkrankungAnzeichenHinweis
Bindehautentzündung (Pinkeye)tränendes, zusammengekniffenes, trübes oder wundes Augetritt häufiger bei Sonne, Fliegen und Staub auf; Fliegenbekämpfung und Schatten helfen
Augenkrebs (Plattenepithelkarzinom des Auges)Wucherungen am Auge oder Augenlidhängt mit unpigmentierter Augenhaut und Sonneneinstrahlung zusammen; auf Augenpigment selektieren
Sonnenbrand / Lichtempfindlichkeitgerötete oder schuppende Haut an weißen StellenSchatten bereitstellen; bestimmte Pflanzen meiden, die die Empfindlichkeit erhöhen
Pansenblähunggeblähte linke Flanke, Unruheüppigen Leguminosenbewuchs mit Bedacht beweiden lassen
Innere und äußere Parasitenschlechte Kondition, Reizungenregelmäßiges Entwurmen sowie Fliegen- und Zeckenbekämpfung

Vorbeugende Pflege

  • Ein an die lokalen Krankheitsrisiken angepasstes Impfprogramm einhalten
  • Einen regelmäßigen Entwurmungs- und Parasitenplan verfolgen
  • Klauen kontrollieren und schneiden, um Lahmheit vorzubeugen
  • Ganzjährig ausgewogene Mineralstoffe und sauberes Wasser bereitstellen
  • Die Körperkondition über den gesamten Produktionszyklus beobachten

Zucht und Aufzucht

Herefords erreichen die Zuchtreife mit 12 bis 15 Monaten, tragen rund neun Monate und bringen meist ein Einzelkalb mit ausgeprägtem Mutterinstinkt zur Welt.

Hereford-Kalbinnen erreichen die Zuchtreife in der Regel mit 12 bis 15 Monaten, die erste Kalbung erfolgt bei guter Betreuung nahe dem zweiten Lebensjahr. Die Trächtigkeit dauert etwa 285 Tage, also rund neuneinhalb Monate, und Kühe bringen fast immer ein einzelnes Kalb zur Welt.

Die Rasse wird für leichte Kalbungen, gute Fruchtbarkeit und eine für ein gesundes Kalb ausreichende Milchleistung geschätzt. Kühe kümmern sich aufmerksam um ihren Nachwuchs, und Kälber werden meist mit etwa sechs bis acht Monaten abgesetzt. Der weiße Kopf vererbt sich stark auf gekreuzte Nachkommen, weshalb das Hereford häufig sowohl als Mutterlinie als auch als Endstufe in der Kreuzungszucht eingesetzt wird.

Stiere kommen sowohl im Natursprung als auch als Samenspender für die künstliche Besamung zum Einsatz. Gesunde Klauen, Fruchtbarkeit und Wesen zählen bei Zuchttieren zu den wichtigsten Selektionsmerkmalen.

Zuchtdaten
KennzahlWert
Zuchtreife12 bis 15 Monate
Trächtigkeitetwa 285 Tage
Übliche Wurfgröße1 Kalb
Geburtsgewichtetwa 32 bis 45 kg
Absetzalter6 bis 8 Monate
Zwischenkalbezeit (Ziel)etwa 12 Monate

Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zum Hereford betreffen seine Größe, sein Wesen, den Pflegeaufwand, die Lebenserwartung, seine Eignung und Verbreitung.

Wie groß werden Herefords?

Das Hereford ist eine großrahmige Fleischrasse. Kühe wiegen üblicherweise 540 bis 730 kg, Stiere 800 bis 1000 kg, bei einer Widerristhöhe von etwa 120 bis 150 cm.

Sind Herefords gutmütig?

Ja. Die Rasse ist für ihr ruhiges, gelassenes Wesen bekannt, wodurch sich die Tiere leichter und sicherer handhaben lassen als viele andere Fleischrassen.

Sind Herefords pflegeleicht?

Sie gelten als genügsame Rinder. Herefords sind gute Weidetiere, halten auch auf bescheidener Weide ihre Kondition und brauchen vor allem gute Weideflächen, Wasser, Witterungsschutz und eine regelmäßige Herdengesundheitskontrolle.

Wie alt werden Herefords?

Bei guter Betreuung kann ein Hereford 15 bis 20 Jahre alt werden, auch wenn kommerziell gehaltene Tiere meist einen kürzeren Produktionszyklus durchlaufen.

Wofür werden Herefords eingesetzt?

Herefords sind eine Fleischrasse für die weidebasierte Rindfleischerzeugung und werden zudem häufig als Mutter- und Endstufenrasse in der Kreuzungszucht eingesetzt, wo sie den weißen Kopf zuverlässig weitervererben.

Sind Herefords weit verbreitet?

Ja. Das Hereford zählt zu den am weitesten verbreiteten Fleischrassen der Welt, mit etablierten Herden in Amerika, Europa, Australien und im südlichen Afrika.

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