Devon
Das Devon ist eine rubinrote englische Fleischrinderrasse, geschätzt für ihr fügsames Wesen und ihre robuste Fähigkeit, auf Gras zu gedeihen.
- Size
- Groß
- Lifespan
- 12–15 years
- Origin
- England
- Temperament
- Fügsam
Characteristics
Devon colors and patterns
What each club's breed standard says about every Devon color and pattern. Point at a ruling to see the club's own wording.
| Color or pattern |
|---|
| Rot |
Über die Devon
Die Devon ist eine große, rubinrote Fleischrinderrasse aus England mit ruhigem Wesen, die allein auf der Weide beachtlich zunimmt.
Die Devon zählt zu den ältesten Fleischrinderrassen der Britischen Inseln. Ihren Namen trägt sie nach der Grafschaft Devon im Südwesten Englands, wo sie sich lange vor der Zeit moderner Zuchtrassen als vielseitiges Hoftier entwickelte. Kennzeichnend ist das einheitlich rote Fell, das von hellem Beige bis zu einem tiefen Rubinrot reicht. Daher stammt auch der gebräuchliche Beiname Ruby Red.
Ausgewachsene Devon-Rinder sind groß. Stiere bringen üblicherweise 900 bis 1.100 kg auf die Waage, Kühe 500 bis 650 kg. Die Rasse gilt als besonders sparsam im Futterverbrauch und setzt Gras sowie Raufutter effizient in Fleisch um. Damit eignet sie sich gut für reine Weidehaltung und grasbasierte Betriebe. Devons kommen mit unterschiedlichen Klimabedingungen zurecht und vertragen sowohl Hitze als auch Kälte besser als viele gleich große Rassen.
Das Wesen ist ein prägendes Merkmal der Rasse. Devons sind ruhig, gutmütig und fügsam. Das erleichtert Handling, Umtrieb und die laufende Betreuung, in kleinen ebenso wie in größeren Betrieben. Früher wurden die Tiere auch als Zugochsen eingesetzt, eine Aufgabe, die ebenso Kraft wie einen gelassenen Charakter verlangte.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Herkunft | Devon, England |
| Größe | Groß |
| Lebenserwartung | 12 bis 15 Jahre |
| Gruppe / Rolle | Fleischrind (früher auch Zug- und Milchvieh) |
| Gut geeignet für | Weide- und grasbasierte Herdenhaltung |
Wem die Devon liegt
Die Devon passt zu Betrieben, die ein robustes Fleischrind suchen, das mit wenig Kraftfutter auskommt und vor allem vom Grundfutter lebt. Ihr ruhiges Wesen kommt Halterinnen und Haltern entgegen, die direkt mit den Tieren arbeiten und Wert auf stressarmen Umgang legen. Auch für kleinere Betriebe und Landschaftspflegeprojekte ist die Rasse interessant, etwa bei extensiver Hutweide oder beim sommerlichen Almauftrieb in alpinen Lagen, wo ein gelassenes, genügsames Rind mehr zählt als maximaler Rahmen.
Geschichte und Herkunft
Die Devon entstand über Jahrhunderte im Südwesten Englands als Dreinutzungsrind für Fleisch, Milch und Zugarbeit und zählte zu den ersten Rindern in Nordamerika.
Die Devon stammt aus der Grafschaft Devon im Südwesten Englands, wo Rinder dieses Typs seit mehreren Jahrhunderten belegt sind. Über den Großteil ihrer frühen Geschichte war die Rasse ein Dreinutzungsrind. Sie lieferte Fleisch und Milch und stellte zugleich die Zugkraft der Arbeitsochsen auf Höfen, an denen ein einziges Tier mehrere Aufgaben übernehmen musste.
Devon-Rinder zählten zu den ersten europäischen Rindern, die nach Nordamerika gebracht wurden. Überlieferungen berichten von roten Devon-Rindern, die im frühen 17. Jahrhundert mit englischen Siedlern in der Kolonie Plymouth im heutigen Massachusetts ankamen. Ihre Kraft und ihr gelassenes Wesen waren bei der Rodung von Land und beim Transport von Lasten gefragt, und die Rasse verbreitete sich in der frühen Kolonialwirtschaft.
Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft und der Spezialisierung von Milch- und Fleischproduktion teilte sich die Devon in zwei Linien. Eine Linie wurde auf Milchleistung selektiert und als Milking Devon bekannt, die andere vor allem auf Fleisch ausgerichtet. Die Fleischlinie, teils Red Ruby oder North Devon genannt, ist jene Linie, mit der die Rasse heute am ehesten verbunden wird.
Zuchtverbände in England und später in weiteren Ländern führten Herdbücher, um die Rasse zu erhalten. Die Devon wurde in zahlreiche Regionen exportiert, darunter Australien, Neuseeland, Südafrika und Südamerika, wo ihre Hitzetoleranz und ihr Weidevermögen zu extensiven Weidesystemen passten.
Erscheinungsbild
Die Devon ist ein großes, tiefrumpfiges Fleischrind mit einheitlich rubinrotem Fell, breitem Rahmen und ausgeglichenem Körperbau.
Die Devon ist kräftig gebaut, mit einem tiefen, breiten Rumpf und guter Länge. Der Rahmen ist muskulös, ohne übertrieben zu wirken, und der Rücken verläuft gerade über eine feste Oberlinie. Der Kopf ist mittelgroß mit breiter Stirn. Ursprünglich tragen Devons Hörner, mittlerweile gibt es aber auch hornlose, sogenannte kollerte Linien. Die Beine sind kräftig und korrekt gestellt, geeignet für Weidegang auch auf unebenem Gelände.
Das auffälligste Merkmal ist das Fell. Devons sind am ganzen Körper einheitlich rot gefärbt, woher auch der Name Ruby Red kommt.
| Merkmal | Standard |
|---|---|
| Höhe | Stiere etwa 140 bis 150 cm Widerristhöhe; Kühe etwa 125 bis 135 cm |
| Gewicht | Stiere 900 bis 1.100 kg; Kühe 500 bis 650 kg |
| Fell | Kurz, dicht; im Winter dichter |
| Farben | Einfarbig rot, von hellem Beige bis tiefem Rubinrot |
| Augen | Dunkel, in einem breiten Kopf mit ruhigem Ausdruck |
Fell und Farbe
Die Fellfarbe ist innerhalb der Rasse einheitlich und eines der einfachsten Erkennungsmerkmale der Devon. Die Tiere reichen von einem helleren Kastanienton bis zu einem tiefen, dunklen Rubinrot. Im Sommer ist das Haar kurz, im Winter wächst es dichter und leicht gekräuselt nach, was zur Klimaverträglichkeit der Rasse beiträgt. Flotzmaul und Haut sind meist hell oder fleischfarben, und die Schwanzquaste ist üblicherweise passend zum restlichen Fell rot.
Wesen
Devons sind ruhige, fügsame und gutmütige Rinder mit unkompliziertem Handling, geprägt durch ihre lange Geschichte als Arbeitsochsen.
Die Devon ist für ihr ruhiges, ausgeglichenes Wesen bekannt. Die Rasse gilt als ruhig, gutmütig und fügsam. Dadurch verlaufen der tägliche Umgang, der Umtrieb zwischen Koppeln und tierärztliche Routinearbeiten unkompliziert. Diese Eigenschaften waren schon in der Geschichte der Rasse als Arbeitsochsen gefragt, wo ein verlässliches, kooperatives Tier für die sichere Zusammenarbeit mit Menschen unverzichtbar war.
Im Kontakt mit Betreuerinnen und Betreuern akzeptieren Devons routinemäßigen Umgang meist ohne übermäßigen Stress und reagieren gut auf konsequente, ruhige Führung. Kühe sind aufmerksame Mütter und verhalten sich rund um ihre Kälber meist gelassen. Fremden Personen gegenüber bleiben gut geführte Devons eher gefasst als schreckhaft. In der Herde vertragen sie sich gut mit anderen Rindern und gelten nicht als aggressiv, wobei Stiere jeder Rasse sorgfältiges Management brauchen. Wegen des ausgeglichenen Wesens eignet sich die Rasse auch für die gemeinsame Weidehaltung mit anderem Vieh.
| Merkmal | Bewertung |
|---|---|
| Zuneigung | 3 |
| Energie | 2 |
| Lernfähigkeit | 4 |
| Lautstärke | 2 |
| Fellwechsel | 3 |
Pflege und Haltung
Devons sind genügsame Rinder, die auf guter Weide gedeihen, einfachen Unterstand und routinemäßige Herdengesundheit brauchen und sich an unterschiedliche Klimazonen anpassen.
Die Devon ist eine robuste Rasse, die in weidebasierten Systemen mit überschaubarem Aufwand gut zurechtkommt. Die Pflege konzentriert sich vor allem auf gute Weideflächen, sauberes Wasser und ein regelmäßiges Herdengesundheitsprogramm.
Fellpflege
- Die Fellpflege ist minimal, das kurze Fell wechselt im Rhythmus der Jahreszeiten von selbst
- Auf äußere Parasiten wie Läuse, Fliegen und Zecken achten, besonders in den warmen Monaten
- Klauen bei Bedarf kontrollieren und schneiden, um Lahmheit vorzubeugen
- Hörner, sofern vorhanden, regelmäßig auf Wachstum und Zustand prüfen
Bewegung
- Freie Weideflächen bieten die tägliche Bewegung, die die Rasse braucht
- Umtriebsweide erhält die Futterqualität hoch und verteilt den Weidedruck
- Ausreichend Platz zu Tränke und Schattenplätzen hält die Tiere über den Tag verteilt in Bewegung
Umgebung
Devons vertragen sowohl Hitze als auch Kälte, profitieren aber dennoch von natürlichem oder gebautem Unterstand wie Bäumen, Windschutz oder einem einfachen Stall. In heißen Perioden für Schatten sorgen, bei kaltem oder nassem Wetter für einen trockenen, zugfreien Bereich. Sichere Zäune und verlässliches Wasser sind die wichtigsten Infrastrukturanforderungen.
Fütterung und Ernährung
Devons verwerten Raufutter effizient und können auf reiner Weide ausgemästet werden, Kraftfutter gleicht vor allem saisonale Weidelücken aus.
Die Devon gilt als effizient im Umsetzen von Gras und Raufutter in Fleisch und kann unter guten Bedingungen allein von der Weide ausgemästet werden. Für die meisten Tiere reicht während der Vegetationsperiode hochwertige Weide, ergänzt durch Heu oder Silage, wenn das Gras knapp wird. Kraftfutter ist optional und dient vor allem dazu, das Wachstum zu erhalten oder Tiere auszumästen, wenn Raufutter nicht ausreicht.
| Lebensphase | Tägliche Aufnahme (Trockenmasse) | Fütterungsmuster |
|---|---|---|
| Kalb (abgesetzt) | Etwa 2 bis 3 Prozent des Körpergewichts | Weide plus Kälberstarter oder Ergänzungsfutter |
| Aufzucht / Jungrind | Etwa 2,5 Prozent des Körpergewichts | Weide, bei Bedarf mit Heu oder Kraftfutter |
| Ausgewachsene Kuh | Etwa 2 bis 2,5 Prozent des Körpergewichts | Weide oder Grundfutter; mehr in der späten Trächtigkeit |
| Stier | Etwa 2 bis 2,5 Prozent des Körpergewichts | Weide, mit Ergänzung während der Decksaison |
Zusatzfutter und Mineralien
Mineralstoffe und Salz zur freien Aufnahme anbieten, abgestimmt auf Boden und Futter vor Ort, da Mängel je nach Region unterschiedlich ausfallen. Frisches, sauberes Wasser ist jederzeit unverzichtbar. Jede Futterumstellung sollte über mehrere Tage schrittweise erfolgen, damit sich die Pansenflora anpassen kann.
Gesundheit
Devons sind eine robuste, langlebige Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren und wenigen rassetypischen Problemen bei guter Weidehaltung.
Die Devon gilt allgemein als robuste Rasse mit guter Langlebigkeit. Viele Kühe bleiben über Jahre hinweg leistungsfähig, die typische Lebenserwartung liegt bei 12 bis 15 Jahren. Die meisten Gesundheitsprobleme sind allgemeine Themen der Weidehaltung und keine rassespezifischen Schwächen. Gute Ernährung, Parasitenkontrolle und regelmäßige tierärztliche Betreuung halten Probleme gering.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Blähung (Tympanie) | Aufgeblähte linke Flanke, Unwohlsein, erschwerte Atmung | Zugang zu üppiger Leguminosenweide steuern |
| Innere Parasiten | Schlechte Kondition, Durchfall, verminderter Zuwachs | Umtriebsweide und gezielte Entwurmung einsetzen |
| Klauenfäule / Lahmheit | Hinken, Schwellung zwischen den Klauen | Boden trocken halten; früh schneiden und behandeln |
| Infektiöse Keratokonjunktivitis (Pinkeye) | Tränendes, trübes oder gerötetes Auge | Fliegen bekämpfen; rasch behandeln |
| Kalbeschwierigkeiten | Anhaltende Wehen ohne Fortschritt | Stiergröße zur Kuh passend wählen und beim Kalben beaufsichtigen |
Vorsorge
- Regionalen Impfplan nach tierärztlicher Beratung einhalten
- Parasitenkontrolle über Weidemanagement und Entwurmung fortlaufend betreiben
- Ausgewogene Mineralstoffe zur Vorbeugung von Mangelerkrankungen bereitstellen
- Klauen und Körperkondition regelmäßig kontrollieren
- Aufzeichnungen zu Zucht, Kalbungen und Behandlungen führen
Zucht und Fortpflanzung
Devon-Kühe gelten als fruchtbar, kalben leicht und sind gute Mütter, bei einer Trächtigkeit von rund neun Monaten und meist einem Kalb pro Jahr.
Devons erreichen die Zuchtreife im ersten bis zweiten Lebensjahr, Kalbinnen werden häufig so gedeckt, dass sie mit rund zwei Jahren erstmals kalben. Kühe gelten als fruchtbar und kalben regelmäßig, und die Rasse ist allgemein für leichte Kalbungen bekannt, wodurch seltener Geburtshilfe nötig ist.
Die Trächtigkeit dauert etwa neun Monate, rund 283 Tage, und Kühe bringen normalerweise ein Kalb pro Jahr zur Welt. Zwillinge kommen nur gelegentlich vor. Kälber werden meist ohne Schwierigkeiten geboren und stehen sowie saugen rasch nach der Geburt. Devon-Kühe sind aufmerksame Mütter mit ausreichender Milchleistung, und das ruhige Wesen der Rasse zeigt sich auch im gelassenen Verhalten rund um die Kälber. Kälber werden üblicherweise mit etwa sechs bis acht Monaten abgesetzt. Bei guter Betreuung können Kühe über viele Jahre weiter Kälber bringen und aufziehen, was zur langen produktiven Lebensdauer der Rasse beiträgt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Zuchtalter (Kalbin) | Etwa 13 bis 15 Monate, um mit 2 Jahren zu kalben |
| Trächtigkeit | Etwa 283 Tage (rund 9 Monate) |
| Kälber je Geburt | Meist 1 Kalb |
| Kalbeintervall | Etwa 12 Monate |
| Absetzalter | Etwa 6 bis 8 Monate |
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zur Devon betreffen Größe, Wesen, Pflegeaufwand, Lebenserwartung, Eignung und Verfügbarkeit.
Wie groß werden Devon-Rinder?
Die Devon ist eine große Rasse. Stiere bringen üblicherweise 900 bis 1.100 kg auf die Waage, Kühe 500 bis 650 kg, wobei Stiere etwa 140 bis 150 cm Widerristhöhe erreichen.
Wie ist das Wesen der Devon?
Devons sind ruhig, fügsam und gutmütig. Dieses gefestigte Wesen ist auf die Geschichte als Arbeitsochsen zurückzuführen und sorgt für unkompliziertes Handling und Umtreiben.
Sind Devons aufwendig in der Haltung?
Nein. Es handelt sich um eine genügsame, robuste Rasse, die auf Weide mit einfachem Unterstand, sauberem Wasser und einem routinemäßigen Herdengesundheitsprogramm gut zurechtkommt.
Wie alt werden Devon-Rinder?
Die typische Lebenserwartung liegt bei 12 bis 15 Jahren, gut betreute Kühe bleiben oft über einen Großteil dieser Zeit leistungsfähig.
Wofür werden Devons eingesetzt?
Heute ist die Devon vor allem ein Fleischrind, geschätzt für die Ausmast auf der Weide. Früher war sie ein Dreinutzungsrind für Fleisch, Milch und Zugarbeit.
Eignen sich Devons für grasbasierte Systeme?
Ja. Die Rasse setzt Raufutter effizient in Fleisch um und kann unter guten Bedingungen allein von der Weide ausgemästet werden, was zu grasbasierten und weideorientierten Betrieben passt.
Wo finde ich Devon-Rinder?
Devons werden in England, Nordamerika, Australien, Neuseeland, Südafrika und Teilen Südamerikas gehalten und sind über Züchter und Zuchtverbände in diesen Regionen erhältlich.
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