Schaf
Ovis aries
Ruhige, herdenorientierte Weidetiere, weltweit gehalten für Wolle, Milch und Fleisch.
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The Schaf's place in the tree of life, from domain down to species.
- DomäneEukaryotaEukaryoten
- ReichAnimaliaTiere
- StammChordataChordatiere
- KlasseMammaliaSäugetiere
- OrdnungArtiodactylaPaarhufer
- FamilieBovidaeHornträger
- GattungOvisSchaf
- ArtOvis ariesSchaf
Schaf colors, patterns and markings
Every color, pattern and marking the taxonomy records for Schaf, by part of the body. Each breed page shows which clubs accept which ones.
Schafe (Ovis aries): Grundlagen im Überblick
Schafe sind domestizierte Wiederkäuer, die für Wolle, Fleisch und Milch gehalten werden. Sie leben in Herden und brauchen Weideflächen, Zäune und tägliche Pflege.
Schafe gehören zur Familie der Hornträger und sind domestizierte Paarhufer. Als Wiederkäuer verdauen sie Pflanzenmaterial in einem vierteiligen Magen und verbringen den Großteil des Tages mit Weiden. Ein einzelnes Schaf wird kaum allein gehalten. Schafe sind Herdentiere und brauchen den Kontakt zu Artgenossen, um sich sicher zu fühlen. Halter sollten daher mindestens drei Tiere zusammen halten.
Als Nutztiergruppe liefern Schafe mehrere Produkte gleichzeitig. Wollrassen tragen ein dichtes Vlies, das ein- bis zweimal jährlich geschoren wird. Fleischrassen werden für Lamm- und Hammelfleisch gezüchtet. Milchrassen werden gemolken, und ihre Milch wird häufig zu Käse verarbeitet. Manche Haarschafrassen verlieren ihr Fell von selbst und müssen nicht geschoren werden. Diese Vielseitigkeit erklärt, warum Schafe heute fast überall auf der Welt vorkommen.
Schafe sind keine Haustiere im üblichen Sinn. Sie brauchen Auslauf im Freien, sichere Zäune gegen Raubtiere und Zugang zu frischem Futter oder Heu. Bei regelmäßigem, ruhigem Umgang werden sie zutraulich gegenüber vertrauten Personen, bleiben aber bei plötzlichen Bewegungen vorsichtig. Wer Weide, Unterstand, Wasser und regelmäßige Gesundheitskontrollen bietet, kann eine kleine Herde auch ohne Spezialausrüstung versorgen.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Ovis aries |
| Familie | Hornträger (Bovidae) |
| Größe im Erwachsenenalter | Etwa 45 bis 160 kg, je nach Rasse und Geschlecht |
| Lebenserwartung | Durchschnittlich 10 bis 12 Jahre, teils länger |
| Ernährung | Pflanzenfresser (Gras, Raufutter, Heu) |
| Pflegeaufwand | Mittel, tägliche Zuwendung nötig |
| Geeignet für | Kleinbetriebe und Höfe mit Weide und sicherer Einzäunung |
Für wen sich Schafe eignen
Schafe passen zu Menschen mit Land, Zeit für tägliche Kontrollen und Interesse an Nutztierhaltung statt an einem Begleittier für drinnen. Sie eignen sich gut für Kleinbetriebe, Hobbyhöfe und Weideprojekte. Für Halter ohne Freiflächen oder ohne Möglichkeit, mehrere Schafe zusammenzuhalten, sind sie ungeeignet.
Schafrassen und Nutzungstypen im Vergleich
Weltweit gibt es Hunderte Schafrassen, meist eingeteilt nach Hauptzweck: Wolle, Fleisch, Milch oder Haar. Sie unterscheiden sich in Vlies, Körpergröße und Wachstum.
Schafrassen unterscheiden sich vor allem danach, wofür sie gezüchtet wurden. Feinwollrassen tragen weiche, dichte Wolle für Textilien. Langwollrassen liefern schweres, glänzendes Vlies mit langer Stapellänge. Fleisch- und Down-Rassen sind auf schnelles Lammwachstum und Muskelmasse ausgelegt. Milchrassen geben höhere Milchmengen. Haarschafe verlieren ihr Fell von selbst und benötigen keine Schur. Innerhalb dieser Gruppen unterscheiden sich Rassen zusätzlich in Größe, Robustheit und bevorzugtem Klima.
Die folgende Auswahl zeigt 16 der rund 21 Beispielrassen dieser Kategorie, jeweils mit ihrer bekanntesten Eigenschaft.
| Rasse oder Typ | Bekannt für |
|---|---|
| Merino | Feine, weiche Wolle |
| Rambouillet | Feine Wolle, großer Rahmen |
| Cormo | Feines, gleichmäßiges Vlies |
| Lincoln | Schweres Langwollvlies |
| Romney | Langwolle, robust bei Nässe |
| Cotswold | Glänzende Langwolle |
| Leicester Longwool | Gelockte Langstapelwolle |
| Wensleydale | Lange, geringelte Glanzwolle |
| Suffolk | Schnellwüchsige Mastlämmer |
| Hampshire | Fleischproduktion |
| Dorset | Fleisch und Zucht außerhalb der Saison |
| Southdown | Kompakte Fleischrasse |
| Texel | Magerer, muskulöser Schlachtkörper |
| Shropshire | Doppelnutzung Wolle und Fleisch |
| Katahdin | Haarkleid, keine Schur nötig |
| Dorper | Haarschaf für die Fleischerzeugung |
Wie Rassen eingeteilt werden
Züchter wählen eine Rasse meist nach Klima und Verwendungszweck. Ein Wollproduzent in kühler, feuchter Region greift eher zu einem Langwolltyp, während ein Fleischerzeuger mit geringem Pflegeaufwand oft ein Haarschaf ohne Scherbedarf bevorzugt. Viele Herden kreuzen bewusst: Eine widerstandsfähige Mutterschafrasse wird mit einem schnellwüchsigen Fleischbock gepaart, um beide Eigenschaften in den Lämmern zu vereinen.
Geschichte und Domestikation des Schafs
Schafe zählen zu den ersten domestizierten Nutztieren. Sie stammen vom Wildmufflon im Fruchtbaren Halbmond ab, vor rund 10.000 bis 11.000 Jahren, zunächst für Fleisch, später für Wolle und Milch.
Schafe gehören zu den frühesten von Menschen domestizierten Tieren. Das Hausschaf stammt von Wildschafen ab, vor allem vom asiatischen Mufflon, aus der Region des Fruchtbaren Halbmonds im heutigen Iran, Irak und in der Türkei. Archäologische Funde deuten auf eine Domestikation vor etwa 10.000 bis 11.000 Jahren hin, wodurch Schafe neben Ziegen zu den ersten von sesshaften Gemeinschaften gehaltenen Nutztieren zählen.
Die frühesten Schafe wurden vor allem wegen Fleisch, Milch und Fell gehalten. Ihr Fell war zu dieser Zeit eher haarig als wollig. Über mehrere Jahrtausende gezielter Zucht entstanden Tiere mit dichterer, feinerer Wolle. Vor etwa 6.000 Jahren waren Wollschafe bereits verbreitet, und Wolle wurde zu einem der Hauptgründe für die Haltung.
Mit wandernden Ackerbauvölkern verbreiteten sich Schafe weiter. In den folgenden Jahrtausenden erreichten sie Europa, weitere Teile Asiens und Afrika und passten sich dabei an ganz unterschiedliche Klimazonen an. So entstanden regionale Typen, gezüchtet für lokale Bedingungen, was den Ursprung eines Großteils der heutigen Rassenvielfalt bildet. Feinwollschafe in Spanien, Langwollschafe in Großbritannien und robuste Bergschafe in Gebirgsregionen gehen alle auf diesen langen Prozess lokaler Selektion zurück.
Ab der Kolonialzeit gelangten Schafe nach Amerika, ins südliche Afrika, nach Australien und Neuseeland, wo sich große Weidewirtschaften entwickelten. Wolle und Fleisch aus diesen Regionen veränderten den Welthandel. Heute sind Schafe auf jedem bewohnten Kontinent zu finden und zählen zu den zahlreichsten Haustieren überhaupt.
Aussehen und körperliche Merkmale von Schafen
Schafe sind kräftig gebaute Wiederkäuer mit Vlies oder Haarkleid, gespaltenen Hufen und einer schmalen Schnauze zum Weiden. Größe, Fell und Farbe unterscheiden sich stark je nach Rasse.
Schafe haben einen kompakten, vierbeinigen Körper, gebaut für Weidegang und lange Strecken über die Wiese. Sie besitzen gespaltene Hufe, eine schmale Schnauze mit gespaltener Oberlippe, die ihnen hilft, Gras bodennah abzubeißen, sowie ein auf Raufutter ausgelegtes Verdauungssystem. Die meisten tragen ein Wollvlies, während Haarschafrassen ein Fell haben, das von selbst ausfällt. Bei manchen Rassen tragen beide Geschlechter Hörner, bei anderen nur die Böcke, und wieder andere sind hornlos.
Der auffälligste Unterschied innerhalb der Art zeigt sich am Fell. Feinwollrassen tragen dichte, weiche Wolle, Langwollrassen ein schweres Vlies mit langer Stapellänge, und Haarschafe haben ein kurzes Fell, das keine Schur benötigt.
| Merkmal | Typischer Bereich |
|---|---|
| Größe | Widerristhöhe etwa 60 bis 90 cm |
| Gewicht | Etwa 45 bis 160 kg, je nach Rasse und Geschlecht |
| Fell oder Deckhaar | Wollvlies oder wechselndes Haarkleid |
| Farben | Weiß, cremefarben, schwarz, braun, grau und gescheckt |
| Besondere Merkmale | Gespaltene Hufe, schmale Schnauze, bei manchen Rassen Hörner |
Wie sich das Aussehen zwischen Rassen unterscheidet
Die Unterschiede zwischen Rassen sind groß. Merinoschafe sind für besonders feine Wolle bekannt, während Lincoln und Wensleydale langes, schweres Vlies tragen. Suffolk und Hampshire haben dunkle Köpfe und Beine mit muskulösem Fleischtyp. Texel fällt durch einen besonders mageren, muskulösen Körperbau auf. Katahdin und Dorper sind Haarschafe ohne Wolle zum Scheren. Die Farbpalette reicht vom verbreiteten Weiß über Schwarz und Braun bis Grau.
Verhalten und Wesen von Schafen
Schafe sind ausgesprochen soziale Herdentiere, die zur Sicherheit zusammenbleiben und der Gruppe folgen. Sie sind meist ruhig und werden bei regelmäßigem, sanftem Umgang zutraulich.
Schafe sind stark sozial geprägt und leben in Herden. Der Zusammenschluss ist ihr wichtigster Schutz, denn ein einzelnes Schaf ist Raubtieren gegenüber verwundbar. Sie bewegen sich meist als geschlossene Gruppe und folgen einem führenden Tier, worauf auch das Herdenverhalten beruht, mit dem Hirten und Hütehunde arbeiten. Getrennte Schafe werden unruhig und rufen, bis sie wieder zur Gruppe stoßen.
Als Beutetiere sind Schafe wachsam und fliehen schnell vor plötzlichen Bewegungen, lauten Geräuschen oder unbekannten Gegenständen. Ihre weit auseinanderliegenden Augen geben ihnen ein breites Sichtfeld, um Gefahren zu erkennen. Bei ruhigem, gleichbleibendem Umgang werden sie zunehmend gelassen und können recht zutraulich werden. Sie lernen, die Person zu erkennen, die sie füttert, und sich an feste Abläufe zu gewöhnen.
Schafe verständigen sich vor allem durch Blöken. Mutterschafe und Lämmer erkennen einander an Stimme und Geruch, und eine Herde nutzt unterschiedliche Rufe für Kontakt und für Alarm. Auch Körperhaltung, etwa Stampfen oder das Zuwenden zu einer Bedrohung, signalisiert Unruhe. Böcke stoßen während der Deckzeit mitunter die Köpfe zusammen, wenn sie um Rangfolge konkurrieren.
| Aspekt | Typisch |
|---|---|
| Geselligkeit | Sehr hoch, braucht Gesellschaft anderer Schafe |
| Aktivitätslevel | Mittel, weidet über weite Teile des Tages |
| Lautäußerungen | Mittel, blökt bei Kontakt und Unruhe |
| Gegenüber Menschen | Zunächst vorsichtig, zutraulich bei sanfter Routine |
| Gegenüber anderen Tieren | Bildet leicht Herden, vorsichtig bei Hunden und Raubtieren |
Schafe artgerecht pflegen und versorgen
Schafe brauchen tägliche Kontrolle, ganzjährig Zugang zu Weide oder Heu und sauberem Wasser, sichere Zäune, Unterstand sowie regelmäßige Klauenpflege und Schur bei Wollrassen.
Tägliche Pflege
- Die Herde täglich auf Krankheitsanzeichen, Verletzungen oder Lahmheit kontrollieren
- Jederzeit frisches, sauberes Wasser bereitstellen
- Zugang zur Weide sichern oder bei schlechtem Aufwuchs Heu zufüttern
- Sicherstellen, dass alle Tiere aufrecht stehen und sich bewegen können (ein auf dem Rücken liegendes Schaf braucht sofort Hilfe)
- Zäune und Tore auf Unversehrtheit und Schutz vor Raubtieren prüfen
Umgebung
- Sichere Zäune, die Schafe drinnen und Raubtiere draußen halten
- Trockener Unterstand oder Windschutz gegen Regen, Wind und starke Sonne
- Weidepflege gegen Überweidung und Parasitendruck
- Saubere, trockene Einstreu in Stallbereichen
- Ausreichend Platz für die Herde zum Weiden und Bewegen
Fellpflege und Handling
Wollrassen müssen ein- bis zweimal jährlich geschoren werden, um Überhitzung und Verfilzung zu vermeiden. Klauen sollten regelmäßig kontrolliert und beschnitten werden, um Lahmheit vorzubeugen. Gegen innere und äußere Parasiten braucht es eine mit dem Tierarzt abgestimmte, regelmäßige Behandlung. Die Herde sollte ruhig gehandhabt werden, wobei ein kleiner Pferch oder Treibgang für Aufgaben wie Kontrolle, Klauenpflege und Entwurmung hilfreich ist.
Fütterung und Ernährung von Schafen
Schafe sind weidende Pflanzenfresser, die vor allem von Gras und Raufutter leben, ergänzt durch Heu bei schlechter Weide und zusätzliches Futter für tragende, säugende oder wachsende Tiere.
Schafe sind pflanzenfressende Wiederkäuer. Ihre natürliche Nahrung besteht aus Gras und anderen Weidepflanzen, die sie in einem vierteiligen Magen zu Nährstoffen vergären. Gute Weide deckt während der Wachstumsphase den Bedarf eines erwachsenen Schafs weitgehend. Ist das Gras knapp, etwa im Winter oder bei Trockenheit, ersetzt Heu oder anderes konserviertes Raufutter die Weide. Ständiger Zugang zu sauberem Wasser ist unverzichtbar, da die Pansenfunktion davon abhängt.
Der Nährstoffbedarf steigt in der späten Trächtigkeit, während der Säugezeit und im Wachstum. In diesen Phasen ergänzen viele Halter Kraftfutter oder hochwertigeres Raufutter. Auch die Mineralstoffversorgung spielt eine Rolle, da Raufutter in manchen Regionen bestimmte Spurenelemente nicht ausreichend liefert.
| Lebensphase | Ernährung | Hinweise |
|---|---|---|
| Lamm | Muttermilch, dann Raufutter und Kraftfutter für Lämmer | Wird schrittweise auf feste Nahrung umgestellt |
| Wachsend | Weide oder Heu, bei Bedarf zusätzlich Kraftfutter | Höherer Proteinbedarf unterstützt das Wachstum |
| Erwachsen, Erhaltung | Weide oder gutes Heu | Raufutter allein reicht oft aus |
| Tragendes oder säugendes Mutterschaf | Raufutter plus zusätzliche Energie und Protein | Bedarf ist in später Trächtigkeit und beim Säugen am höchsten |
Leckerlis, Ergänzungsfutter und Wasser
Kleine Mengen sicherer Gemüsesorten oder Gehölzäsung sind möglich, der Großteil der Ration sollte jedoch raufutterbasiert bleiben, um den Pansen gesund zu halten. Lose Mineralstoffe oder ein für Schafe geeigneter Mineralleckstein helfen, Lücken bei Spurenelementen zu schließen, und jedes Ergänzungsfutter sollte speziell für Schafe formuliert sein. Sauberes Wasser muss jederzeit verfügbar sein, wobei der Bedarf während der Säugezeit und bei Hitze deutlich steigt.
Gesundheit und typische Erkrankungen bei Schafen
Schafe werden meist 10 bis 12 Jahre alt und gelten als robust, neigen aber zu Lahmheit, inneren Parasiten und Fliegenmadenbefall. Regelmäßige Vorsorge beugt diesen Problemen wirksam vor.
Bei guter Weide und sorgfältiger Betreuung sind Schafe widerstandsfähige Tiere, die meist etwa 10 bis 12 Jahre alt werden, manche auch älter. Die meisten Gesundheitsprobleme in einer Herde gehen auf Parasiten, Klauenerkrankungen und Stoffwechselbelastung rund um die Ablammung zurück, seltener auf erbliche Krankheiten. Tägliche Beobachtung ist das wichtigste Mittel, denn Schafe zeigen Krankheitsanzeichen oft spät, und ein früh erkanntes Problem lässt sich deutlich leichter behandeln.
| Erkrankung | Anzeichen | Hinweis |
|---|---|---|
| Moderhinke und Lahmheit | Hinken, Widerwille gegen Laufen, Geruch am Huf | Früh beschneiden und behandeln, Boden trocken halten |
| Innere Parasiten (Würmer) | Gewichtsverlust, Durchfall, schlechtes Vlies, Blutarmut | Steuerung über Weiderotation und gezielte Entwurmung |
| Fliegenmadenbefall | Unruhe, verschmutzte Wolle, Maden im Vlies | Häufiger in warmen Monaten und bei verschmutzter Wolle |
| Trächtigkeitstoxikose | Schwäche, Futterverweigerung in später Trächtigkeit | Hängt mit Energiemangel vor der Ablammung zusammen |
Vorbeugende Maßnahmen
- Tägliche Gesundheitskontrolle der gesamten Herde
- Regelmäßige Klauenpflege und trockener Untergrund gegen Lahmheit
- Ein mit dem Tierarzt abgestimmter Entwurmungsplan
- Impfungen nach regionaler Empfehlung
- Schwanzschur oder Vollschur zur Vorbeugung von Fliegenmadenbefall
- Gute Ernährung während später Trächtigkeit und Säugezeit
Zucht und Fortpflanzung bei Schafen
Mutterschafe werden meist im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, tragen ihre Lämmer rund fünf Monate und bringen häufig ein bis zwei Lämmer zur Welt, Zwillinge sind bei vielen Rassen üblich.
Schafe werden bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, auch wenn viele Züchter warten, bis ein Mutterschaf gut entwickelt ist, bevor sie es decken lassen. Bei den meisten Rassen gemäßigter Klimazonen ist die Deckzeit saisonal und wird durch kürzer werdende Tage im Herbst ausgelöst, sodass die Lämmer im Frühjahr zur Welt kommen. Manche Rassen, etwa Dorset, können außerhalb der üblichen Saison decken, wodurch Halter die Ablammung übers Jahr verteilen können.
Nach der Paarung dauert die Tragzeit etwa fünf Monate, rund 145 bis 150 Tage. Ein Mutterschaf bringt meist ein bis zwei Lämmer zur Welt, Zwillinge sind bei vielen Rassen üblich, während Einzellämmer bei erstgebärenden oder Bergschafen häufiger vorkommen. Neugeborene Lämmer stehen und trinken schon kurz nach der Geburt, und das Mutterschaf erkennt seine eigenen Lämmer an Geruch und Stimme. Lämmer werden meist im Alter von wenigen Monaten entwöhnt, sobald sie vollständig auf Raufutter umgestellt sind.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geschlechtsreife | Innerhalb des ersten Lebensjahres |
| Deckzeit | Bei gemäßigten Rassen oft saisonal (Herbst) |
| Tragzeit | Etwa 145 bis 150 Tage (rund 5 Monate) |
| Wurfgröße | Meist 1 bis 2 Lämmer, Zwillinge häufig |
| Entwöhnung | Etwa im Alter von 2 bis 4 Monaten |
Schafe anschaffen und halten: Worauf achten?
Schafe brauchen Weide, sichere Zäune und tägliche Pflege. Bei 10 bis 12 Jahren Lebenserwartung ist die Haltung ein langjähriges Vorhaben, Tiere stammen von Züchtern oder aus Vermittlungsstellen.
Passt Schafhaltung zu Ihnen?
Vor der Anschaffung von Schafen sollten Land, Zeit und Kosten abgewogen werden. Schafe brauchen Weide, sichere, raubtiersichere Zäune, Unterstand und mindestens ein paar Artgenossen, da ein einzelnes Schaf allein nicht gut zurechtkommt. Tägliche Kontrollen sind unverzichtbar, und Aufgaben wie Schur, Klauenpflege und Parasitenbekämpfung kehren übers Jahr wieder. Die Verpflichtung ist langfristig: Ein Schaf kann 10 bis 12 Jahre oder länger leben, die Herde ist damit ein mehrjähriges Vorhaben und kein saisonales Projekt. Zu den Kosten zählen die Tiere selbst, Einzäunung, Futter und Heu, Schur sowie tierärztliche Versorgung.
| Posten | Typische Kosten |
|---|---|
| Schaf (pro Tier) | Stark abhängig von Rasse und Qualität |
| Zäune und Unterstand | Hohe Anfangskosten, danach gering laufend |
| Futter und Heu | Laufend, steigt im Winter und bei Trockenheit |
| Schur (Wollrassen) | Jährliche Kosten pro Tier |
| Tierärztliche Versorgung und Parasitenbekämpfung | Wiederkehrend, abhängig von Region und Herdengesundheit |
Woher man Schafe bekommt
Schafe werden meist bei etablierten Züchtern oder auf Viehmärkten erworben, wo man nach Gesundheitsvorgeschichte, Impfstatus und Parasitenbefall fragen kann. Manche Gnadenhöfe und Auffangstationen vermitteln Schafe, die ein neues Zuhause brauchen. Unabhängig von der Quelle gilt: Von einem Anbieter kaufen, der die Tiere gut versorgt, und Schafe auswählen, die aufmerksam wirken, sicher auf den Beinen sind und in gutem Zustand erscheinen.
Häufige Fragen zur Schafhaltung
Häufige Fragen zur Schafhaltung betreffen Lebenserwartung, Eignung für Einsteiger und Familien, Kosten, Pflegeaufwand und ob ein einzelnes Schaf allein gehalten werden kann.
Sind Schafe gute Tiere zum Halten?
Für Menschen mit Weide und Zeit ja. Schafe sind robuste, sozial lebende Weidetiere, die zu Kleinbetrieben und Höfen passen. Sie sind keine Wohnungstiere und brauchen Auslauf im Freien, sichere Zäune und die Gesellschaft anderer Schafe.
Wie alt werden Schafe?
Schafe werden meist etwa 10 bis 12 Jahre alt, manche erreichen bei guter Pflege ein noch höheres Alter. Ihre Haltung ist ein mehrjähriges Vorhaben.
Wie viel kostet die Haltung von Schafen?
Die Kosten hängen von Region und Rasse ab. Rechnen Sie mit dem Anschaffungspreis der Tiere sowie laufenden Ausgaben für Zäune, Futter und Heu, Schur bei Wollrassen und regelmäßige tierärztliche und parasitäre Versorgung.
Sind Schafe schwierig in der Pflege?
Der Pflegeaufwand ist mittel. Sie brauchen tägliche Kontrollen, Wasser und Raufutter, sichere Zäune, Unterstand sowie saisonale Aufgaben wie Schur, Klauenpflege und Parasitenbekämpfung. Nichts davon ist besonders anspruchsvoll, aber alles wiederkehrend.
Kann ich nur ein Schaf halten?
Nein. Schafe sind Herdentiere und geraten allein gehalten unter Stress. Mindestens drei Tiere zusammen halten, damit sie Gesellschaft haben und sich sicher fühlen.
Sind Schafe für Einsteiger und Familien geeignet?
Das können sie sein, für Familien mit Land, die bereit sind, grundlegende Nutztierhaltung zu lernen. Am besten mit einer kleinen Herde einer robusten, pflegeleichten Rasse beginnen und sich von einem erfahrenen Halter oder Tierarzt beraten lassen.
Müssen alle Schafe geschoren werden?
Nein. Wollrassen müssen ein- bis zweimal jährlich geschoren werden, Haarschafrassen wie Katahdin und Dorper verlieren ihr Fell dagegen von selbst und benötigen keine Schur.