Meerschweinchen
Cavia porcellus
Freundlich, gesprächig und unkompliziert – zärtliche Kleintiere, die Gesellschaft brauchen.
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The Meerschweinchen's place in the tree of life, from domain down to species.
- DomäneEukaryotaEukaryoten
- ReichAnimaliaTiere
- StammChordataChordatiere
- KlasseMammaliaSäugetiere
- OrdnungRodentiaNagetiere
- FamilieCaviidaeMeerschweinchen
- GattungCaviaMeerschweinchen
- ArtCavia porcellusMeerschweinchen
Meerschweinchen colors, patterns and markings
Every color, pattern and marking the taxonomy records for Meerschweinchen, by part of the body. Each breed page shows which clubs accept which ones.
Fell
Color of the fur or hair.
Colors
Das Meerschweinchen
Rund 5 Millionen Meerschweinchen leben in deutschen Haushalten – damit ist das soziale Herdentier aus den Anden eines der beliebtesten Kleintiere Deutschlands überhaupt.
Das Meerschweinchen (Cavia porcellus, Familie Caviidae) stammt aus dem Hochland der Anden Südamerikas und wird seit über 3.000 Jahren vom Menschen gehalten. Eine eigenständige Wildform gibt es nicht. In Deutschland ist es eines der verbreitetsten Kleintiere: Schätzungen zufolge leben hierzulande rund 5 Millionen Meerschweinchen in Privathaushalten, von der Münchner Stadtwohnung bis zum Brandenburger Einfamilienhaus.
Ausgewachsene Tiere wiegen zwischen 700 und 1.200 g, werden 20 bis 30 cm lang und haben keinen Schwanz. Die Lebenserwartung liegt bei 5 bis 7 Jahren. Sie sind tagaktiv, erkunden ihre Umgebung in kurzen, lebhaften Schüben und legen Ruhepausen bevorzugt in Verstecken ein. Als ausgeprägte Herdentiere sind sie dauerhaft auf den Kontakt mit Artgenossen angewiesen.
Ihre Kommunikation ist vielfältig: das schrill-freudige Pfeifen beim Anblick von Futter (bekannt als Wheeken), leises Schnurren bei Wohlbefinden und das so genannte Popcornen – spontane Luftsprünge und Drehungen als Ausdruck purer Begeisterung. Wie alle Mitglieder ihrer Familie gehören Meerschweinchen zu den Säugetieren, die Vitamin C (Ascorbinsäure) nicht selbst synthetisieren können. Täglich frisches, vitaminreiches Gemüse ist deshalb unverzichtbar.
| Merkmal | Angaben |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Cavia porcellus |
| Familie | Caviidae |
| Körpergewicht | 700 bis 1.200 g |
| Körperlänge | 20 bis 30 cm |
| Schwanz | nicht vorhanden |
| Lebenserwartung | 5 bis 7 Jahre |
| Aktivitätsprofil | tagaktiv |
| Mindesthaltung (DE-Recht) | mindestens 2 Tiere |
| Pflegeaufwand | mittel |
Rassen im Überblick
Rund 19 anerkannte Rassen unterscheiden sich hauptsächlich im Felltyp – in deutschen Zoohandlungen wie Fressnapf oder bei BDRK-Züchtern findet man die gängigsten Varianten.
Die Rassenvielfalt beim Meerschweinchen beruht auf dem Felltyp: kurz und glatt, gerosettiert (mit Wirbelrosetten), langhaarig oder in einer Satin-Variante mit charakteristischem Glanz. In deutschen Zoohandlungen – darunter Fressnapf und Zooplus als größte Anbieter – findet man überwiegend American, Abyssinian und Teddy. Seltenere Rassen wie Peruvianer, Texel oder Coronet vermitteln BDRK-registrierte Züchter (Bundesverband Rassekaninchen und Meerschweinchenzüchter), der als Dachverband die Rassenstandards in Deutschland festlegt.
Für den Einstieg empfehlen sich kurzfellige Rassen: Sie sind pflegeleicht, robust und vertragen sich in der Regel gut in Paaren.
| Felltyp | Rassen | Pflegeaufwand |
|---|---|---|
| Kurz und glatt | American, American Crested, Himalayan, Self, Dalmatiner | gering |
| Gerosettiert / Rau | Abyssinian, Teddy, Rex | mittel |
| Langhaarig | Peruvianer, Silkie/Sheltie, Texel, Coronet, Alpaka, Merino | hoch |
| Satin-Variante | Satin (verschiedene Grundrassen möglich) | wie Grundrasse |
Herkunft und Geschichte
Aus den Anden über spanische Handelsschiffe nach Europa – das Meerschweinchen ist kein Schwein, kommt nicht aus Guinea und trägt trotzdem einen der merkwürdigsten Tiernamen der deutschen Sprache.
Indigene Völker in Peru, Bolivien und Ecuador domestizierten das Meerschweinchen vor mehr als 3.000 Jahren. Es diente als Nahrungsquelle, Opfertier und hatte tiefe kulturelle Bedeutung. Cavia porcellus existiert ausschließlich als Haustier; ein wildlebendes Gegenstück gibt es nicht.
Im 16. Jahrhundert brachten spanische Händler die Tiere nach Europa. Sie wurden rasch zu begehrten Exotica an Adelshöfen. Der deutsche Name 'Meerschweinchen' entstand – möglicherweise wegen des Transports über das Meer oder wegen der schweinähnlichen Laute. Aus Guinea stammen die Tiere jedenfalls nicht.
Im 19. Jahrhundert etablierten sie sich als Labortiere (daher der Begriff 'Versuchsmeerschweinchen') und gleichzeitig als beliebte Haustiere. Mit wachsendem Tierschutzbewusstsein im 20. und frühen 21. Jahrhundert rückte die artgerechte Haltung in den Vordergrund. Heute ist Deutschland mit schätzungsweise 5 Millionen gehaltenen Meerschweinchen eines der bedeutendsten Meerschweinchen-Halterländer weltweit. Der BDRK vereint die Rassetierchzucht und pflegt seit Jahrzehnten die Rassenstandards.
Aussehen und Körperbau
Gedrungener Körper ohne Schwanz, seitlich sitzende Augen und ein Fell von kurzglatt bis üppig-lockig – das Meerschweinchen ist optisch vielfältiger als sein Alltagsimage vermuten lässt.
Meerschweinchen haben einen kompakten, walzenförmigen Körper, vier kurze Beine und keinen sichtbaren Schwanz. Die Augen sitzen seitlich am Kopf – typisch für Beutetiere mit breitem Gesichtsfeld. Die Zähne sind offen bewurzelt und wachsen lebenslang nach; unbegrenzt verfügbares Heu ist deshalb sowohl Ernährungs- als auch Zahnhygienemaßnahme.
Die Farbpalette reicht von einfarbig weiß, schwarz oder braun über zweifarbige und dreifarbige Musterungen bis hin zu Tüpfelungen (Dalmatiner-Typ) oder Farbpunkten an Nase, Ohren und Pfoten (Himalayan-Typ). Die Felllänge variiert je nach Rasse erheblich: von glattem Kurzhaar beim American bis zu bodenberührenden Locken beim Texel.
| Merkmal | Werte |
|---|---|
| Körperlänge | 20 bis 30 cm |
| Körpergewicht | 700 bis 1.200 g |
| Schwanz | nicht sichtbar, rückgebildet |
| Augen | seitlich, dunkel |
| Ohren | kurz, anliegend |
| Zähne | offen bewurzelt, lebenslang nachwachsend |
Verhalten und Charakter
Meerschweinchen sind neugierig, lernfähig und kommunikativ – wer ihre Lautsprache einmal kennt, erlebt sie als echte Charakterköpfe.
Als Beutetiere brauchen Meerschweinchen jederzeit zugängliche Verstecke und reagieren empfindlich auf abrupte Bewegungen oder laute Geräusche. Mit geduldigem, ruhigem Umgang werden sie recht zutraulich. Für Kinder ab etwa sechs Jahren eignen sie sich gut; die Hauptverantwortung für Pflege und tierärztliche Versorgung gehört in Erwachsenhände.
Das Lautrepertoire ist reich: Das Wheeken – das freudige, durchdringende Pfeifen – beim Anblick von Futter ist ihr bekanntestes Signal. Leises Schnurren zeigt Wohlbefinden. Ein rollendes Grollen zwischen Tieren signalisiert Rang- oder Revierstreitigkeiten. Tagaktiv arbeiten sie in Schüben: intensive Erkundung wechselt mit Ruhephasen. Kaninchen und Meerschweinchen dürfen nicht zusammen gehalten werden: Kaninchen können Bordetella-Bakterien übertragen und durch Tritte schwere Verletzungen verursachen.
Haltung und tägliche Pflege
Die tägliche Grundversorgung dauert etwa 15 bis 20 Minuten – überschaubar, aber jeden Tag ohne Ausnahme erforderlich.
Die tägliche Routine umfasst: unbegrenztes Timothee-Heu oder Wiesenheu nachfüllen, frisches Gemüse anbieten, Wasser wechseln und nasse oder stark verschmutzte Einstreu entfernen. Einmal pro Woche wird das Gehege vollständig gereinigt. Krallen wachsen regelmäßig nach und sollten alle vier bis acht Wochen kontrolliert werden.
Timothee-Heu (Timotheegras-Heu) ist in Deutschland bei Fressnapf, Zooplus und im spezialisierten Zoofachhandel gut erhältlich. Der ZZF (Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands) empfiehlt für die Einrichtung des Geheges hochwertige, staubarme Einstreu und ausreichend Versteckmöglichkeiten. Das Gehege steht im Innenbereich bei stabilen 18 bis 22 °C – frei von Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung.
Kurzfellige Rassen (American, Teddy) kommen mit gelegentlichem Bürsten aus. Langhaarige Rassen wie Peruvianer oder Texel brauchen tägliche Pflege, um Verfilzungen zu verhindern.
| Häufigkeit | Aufgabe |
|---|---|
| Täglich | Timothee-Heu oder Wiesenheu nachfüllen (unbegrenzt) |
| Täglich | Frisches Gemüse (Vitamin C) anbieten |
| Täglich | Wasser wechseln, Behälter reinigen |
| Täglich | Nasse oder stark verschmutzte Einstreu entfernen |
| Wöchentlich | Gehege vollständig reinigen und neu einstreuen |
| Regelmäßig | Krallen kontrollieren, bei Bedarf kürzen lassen |
| Regelmäßig | Gewicht kontrollieren (Küchenwaage) |
Ernährung
Timothee-Heu, frisches Gemüse als Vitamin-C-Quelle und sauberes Wasser bilden die drei Säulen artgerechter Meerschweinchen-Ernährung.
Timothee-Heu oder hochwertiges Wiesenheu muss immer und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Es hält die lebenslang nachwachsenden Zähne kurz, liefert Ballaststoffe und macht mengenmäßig den Großteil der Nahrung aus. Frisches Gemüse ergänzt die Ration täglich – Hauptaugenmerk liegt dabei auf vitaminC-reichen Sorten: Rote Paprika enthält pro 100 g mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und ist erste Wahl. Auch Petersilie, Brokkoli und Feldsalat sind geeignet.
Pellets können ergänzend in kleiner Menge gegeben werden, sind aber kein Ersatz für frisches Gemüse. Müslimischungen mit Saaten, Nüssen oder Trockenfrüchten – wie sie in manchen Zoohandlungen noch angeboten werden – sollten grundsätzlich vermieden werden: Sie führen zu selektivem Fressen und Mangelernährung. Frisches Wasser ist stets zugänglich zu halten.
| Lebensmittel | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Timothee-Heu / Wiesenheu | sehr gut | Grundnahrungsmittel, unbegrenzt |
| Rote Paprika | sehr gut | besonders vitamin-C-reich |
| Petersilie | gut | vitamin-C-reich, täglich geeignet |
| Brokkoli | gut | in Maßen, kann Blähungen verursachen |
| Feldsalat / Romanasalat | gut | kein Eisbergsalat |
| Möhren | in Maßen | zuckerhaltig, nur als Ergänzung |
| Obst | selten | hoher Zuckergehalt |
| Schokolade | verboten | giftig |
| Zwiebeln / Knoblauch | verboten | giftig |
| Rohe Kartoffeln | verboten | giftig |
| Rhabarber | verboten | giftig |
| Müslimischungen | nicht geeignet | selektives Fressen, Mangelernährung |
Gesundheit und Vorsorge
Meerschweinchen verbergen Schwäche instinktiv – regelmäßiges Wiegen und genaues Beobachten des Fressverhaltens ist die zuverlässigste Frühwarnung.
Als Beutetiere zeigen Meerschweinchen Krankheitssymptome so lange wie möglich nicht. Das wöchentliche Wiegen mit einer Küchenwaage – und das genaue Beobachten des Fressverhaltens – ist deshalb die wichtigste Routinemaßnahme. Verliert ein Tier innerhalb einer Woche mehr als 50 g, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
In deutschen Großstädten wächst die Zahl spezialisierter Exotenpraxen (Tierarztpraxen für Kleinsäuger, Vögel und Reptilien). Nicht jede allgemeinmedizinische Praxis ist mit den spezifischen Erkrankungen von Meerschweinchen vertraut – eine Praxis, die explizit Kleinsäuger behandelt, zu finden, lohnt sich schon vor der Anschaffung.
| Erkrankung | Hauptursache | Typische Anzeichen |
|---|---|---|
| Skorbut | Vitamin-C-Mangel | Schwellungen, struppiges Fell, Bewegungsunlust |
| Zahnüberwachstum | Futtermangel oder Gendefekt | Gewichtsverlust, Sabber, Fressunlust |
| Atemwegsinfektionen | Zugluft, Bordetella-Bakterien | Niesen, Nasenausfluss, Atemnot |
| Blähbauch | Falsche Ernährung, Darminfektion | Aufgeblähter Bauch, Schmerzverhalten |
| Milbenbefall | Ektoparasiten | Intensiver Juckreiz, Krusten, Haarausfall |
| Blasensteine | Mineralstoffüberschuss | Blut im Urin, Schmerzverhalten |
Gehege und Einrichtung
Großzügige Bodenfläche, solider Untergrund und ausreichend Verstecke – das sind die drei wesentlichen Anforderungen an ein artgerechtes Meerschweinchen-Gehege.
Meerschweinchen brauchen viel Bodenfläche zum Laufen, Erkunden und Fressen. Für zwei Tiere gelten mindestens 2 m² als Richtwert – mehr ist grundsätzlich besser. Etagen oder Rampen sind nicht geeignet: Meerschweinchen sind keine Kletterer, und Stürze können tödliche Verletzungen verursachen. Das Gehege muss eingeschossig und bodeneben sein.
Der Boden muss solide sein. Drahtgitter- oder Gitterrostböden sind schädlich: Die Pfoten können sich verhaken, was zu schmerzhaften Verletzungen und Ballenerkrankungen führt. Geeignete Einstreu ist Hanfstreu, Bambuseinstreu oder unbehandelte Holzpellets – diese sind bei Fressnapf, Zooplus und im Zoofachhandel erhältlich. Jedes Tier braucht mindestens ein eigenes Versteck. Das Gehege steht im Innenbereich bei stabilen 18 bis 22 °C – frei von Zugluft und direktem Sonnenlicht.
| Kriterium | Mindestanforderung |
|---|---|
| Bodenfläche (2 Tiere) | mindestens 2 m² |
| Etagen | keine (eingeschossig) |
| Bodenart | solider Untergrund, kein Drahtboden |
| Einstreu | Hanf, Bambus oder unbehandelte Pellets |
| Verstecke | mindestens 1 pro Tier |
| Temperatur | 18 bis 22 °C, keine Zugluft |
| Standort | Innenbereich |
Zucht und Vermehrung
Meerschweinchen sind sehr fruchtbar und werden früh geschlechtsreif – unkontrollierter Nachwuchs überfordert auch erfahrene Halter schnell und birgt für Weibchen ernsthafte Gesundheitsrisiken.
Weibchen werden bereits mit 4 bis 6 Wochen geschlechtsreif. Gemischtgeschlechtliche Gruppen ohne Kastration können sich deshalb rasant vermehren. Die Tragzeit beträgt 59 bis 72 Tage und endet mit 1 bis 4 Jungtieren, die als Nestflüchter vollständig entwickelt zur Welt kommen: behaart, mit offenen Augen und voll funktionsfähigem Gebiss. Sie nehmen von Geburt an feste Nahrung zu sich, werden aber noch einige Wochen gesäugt.
Ein besonderes Risiko betrifft Weibchen, die erstmalig nach dem 6. bis 8. Lebensmonat gedeckt werden: Die Schambeinfuge (Symphyse) verhärtet mit dem Alter und kann sich bei der Geburt nicht mehr ausreichend weiten. Das Sterberisiko für Mutter und Junge steigt erheblich. Wer nicht züchten möchte, hält gleichgeschlechtliche Paare oder lässt Männchen frühzeitig kastrieren.
BDRK-registrierte Züchter (Bundesverband Rassekaninchen und Meerschweinchenzüchter) achten auf gesunde Elterntiere, artgerechte Haltung und die Weitergabe von Tieren nur in geprüfte, gut vorbereitete Hände.
Anschaffung und Kosten
Wer die Verantwortung, den Platzbedarf und die laufenden Kosten vorab realistisch einschätzt, ist für die 5- bis 7-jährige Haltung gut vorbereitet.
Meerschweinchen sind keine Kurzzeit-Entscheidung. Täglich Fütterung und Pflege, Urlaubsregelungen, ausreichend Platz und die gesetzliche Pflicht zur Paarshaltung (TSchG § 2) – all das sollte vor der Anschaffung geklärt sein. Geplant wird grundsätzlich für mindestens zwei Tiere.
In Deutschland sind BDRK-registrierte Züchter eine verlässliche Bezugsquelle: Sie achten auf gesunde Tiere, artgerechte Zuchtbedingungen und geben Tiere nur an vorbereitete Halter ab. Deutschlandweit bieten Tierheime regelmäßig Meerschweinchen in bereits vergesellschafteten Paaren an – das erspart die oft schwierige Erstvergesellschaftung. Zoohandlungen wie Fressnapf sind eine weitere Option; das Personal kann jedoch Hintergrundinformationen zum Einzeltier oft nur begrenzt liefern.
| Ausgabe | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Tier (Zoohandlung oder Züchter) | 10 bis 50 EUR pro Tier |
| Tier (Tierheim / Schutzgebühr) | 10 bis 20 EUR pro Tier |
| Gehege inkl. Einrichtung | 100 bis 400 EUR |
| Erstausstattung (Näpfe, Tränke, Verstecke) | 30 bis 70 EUR |
| Heu, monatlich | 8 bis 18 EUR |
| Frisches Gemüse, monatlich | 10 bis 20 EUR |
| Pellets + Einstreu, monatlich | 12 bis 22 EUR |
| Tierarzt (Vorsorge, jährlich) | 40 bis 100 EUR |
| Laufende Kosten gesamt (monatlich) | ca. 30 bis 80 EUR |
Häufige Fragen zum Meerschweinchen
Die wichtigsten Fragen rund um Anschaffung, Haltung und Gesundheit – kompakt beantwortet.
Sind Meerschweinchen gute Haustiere?
Ja, für Familien, Paare und Einzelpersonen, die täglich Zeit aufwenden können und Freude an einem beobachtbaren, kommunikativen Tier haben. Sie lassen sich mit Geduld zutraulich machen, sind aber keine passiven Kuscheltiere auf Abruf. Ihre Ansprüche sind überschaubar – müssen aber täglich verlässlich erfüllt werden.
Wie alt werden Meerschweinchen?
Durchschnittlich 5 bis 7 Jahre, bei sehr guter Haltung gelegentlich bis zu 8 Jahren. Die Anschaffung ist damit eine Verpflichtung über mehrere Jahre, die bei der Urlaubs- und Lebensplanung berücksichtigt werden muss.
Was kostet ein Meerschweinchen in Deutschland?
Ein Tier vom BDRK-Züchter oder aus der Zoohandlung kostet 10 bis 50 EUR; aus dem Tierheim fallen 10 bis 20 EUR Schutzgebühr an. Gehege und Erstausstattung kommen auf 130 bis 470 EUR. Die laufenden Kosten liegen bei etwa 30 bis 80 EUR pro Monat.
Wie aufwendig ist die tägliche Pflege?
Der tägliche Grundaufwand beträgt etwa 15 bis 20 Minuten: Heu, Wasser, Gemüse, Sauberkeit kontrollieren. Die wöchentliche Reinigung des Geheges dauert 30 bis 60 Minuten. Alles in allem gut machbar – aber nicht aufschiebbar.
Darf ich ein einzelnes Meerschweinchen halten?
Nein. Das deutsche Tierschutzgesetz § 2 verpflichtet Halter, das artgerechte Sozialverhalten des Tieres zu ermöglichen. Einzelhaltung wird von Veterinärämtern als Verstoß gewertet. Der BDRK und alle relevanten Tierschutzorganisationen empfehlen mindestens zwei Tiere.
Können Meerschweinchen mit Kaninchen zusammenleben?
Nein. Kaninchen können Bordetella-Bakterien tragen, die bei Meerschweinchen schwere Atemwegserkrankungen auslösen. Außerdem können Kaninchen durch unbeabsichtigte Tritte ernsthafte Verletzungen verursachen. Meerschweinchen gehören grundsätzlich mit Artgenossen zusammen.
Brauchen Meerschweinchen täglich Vitamin C?
Ja, zwingend. Meerschweinchen können Ascorbinsäure nicht selbst herstellen. Rote Paprika, Petersilie, Brokkoli und dunkles Blattgemüse gehören täglich auf den Speiseplan. Vitamin-C-Tropfen im Trinkwasser sind kein verlässlicher Ersatz – der Wirkstoff zersetzt sich unter Licht und Wärme und wird über frisches Gemüse deutlich besser aufgenommen.